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Lernen on demand, neue Führungskräfte und die Spaltung durch Social Media: Trends in Karriere & Recruiting 2013


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Kein Jahr, das zu Ende geht, ohne Zukunftsprognosen für die Trends des kommenden Jahres. Auch in den Bereichen Karriere und Personal haben diverse Experten wieder zusammengetragen, was uns 2013 bringen soll und was sich voraussichtlich verändern wird. Ein Überblick, der zeigt: Viele Trends wurden für 2012 auch schon prognostiziert.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

  1. Das Jahr der Entscheidung? Knickt der Arbeitsmarkt im Schlepptau der schwächelnden Wirtschaft ein? Gibt es einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen trotz demografischen Wandels? „Widersprüchliche Entwicklungen sind zu erwarten“ so Bildungsexperte Hahn von der LVQ GmbH in Mülheim an der Ruhr. Ambivalenz ist ein Kennzeichen: Zum einen werden immer mehr Absolventen des zwölfjährigen Abiturjahrganges im Arbeitsmarkt ankommen. Überfüllte Hochschulen und Gedränge bei den Ausbildungsplätzen werden in den nächsten Jahren die Folge sein. „Statt von Arbeitgebern in Zeiten des Fachkräftemangels umgarnt zu werden, könnte eine ganze Generation von Schulabgängern erst einmal verstärkten Wettbewerb und Leistungsdruck erwarten“ meint Hahn weiter.
  2. Personalabteilungen müssen sich bewegen: Der Karriereberater und Buchautor Christoph Burger sieht aktive HR-Abteilungen voraus: „Das Thema Burnout wird 2013 dort ankommen, ebenso der zunehmende Fachkräfteengpass.“ „Konkret werden flexible Arbeitsmodelle umgesetzt, Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur werden präsente Themen sein“, so Christoph Burger weiter. Zum anderen rückt die sogenannte Fachkräftereserve verstärkt in den Fokus von Arbeitgebern und wird auch von den Akteuren am Arbeitsmarkt – Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen – umworben. Davon profitieren qualifizierte Kräfte nach der Elternzeit, gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund und sogar ältere Fach- und Führungskräfte, wenn sie ihr Wissen aktuell gehalten haben. Doch nicht alle können gefördert werden. So lautet das abschließende Fazit von Christoph Burger zum Arbeitsmarkt 2013: „Forderungen, die die GenY stellt und die Förderung dieser begehrten Fachkräfte durch die HR-Abteilungen werden sich ergänzen. Zurück bleiben die schlecht Qualifizierten.“
  3. Lernen on demand: Mit dem Projekt Udacity ging erst mal eine private Online-Akademie an den Start, die kostenlos Kurse auf Universitätsniveau bietet. Das zeigt, wohin die Reise geht: Lernen „on demand“, überall auf der Welt und natürlich auf Englisch. Wozu braucht es da noch ein Universitätsdiplom? „Wissen veraltet immer schneller, ein Studium kann nur noch absolute Grundlagen vermitteln, Online-Kurse und kleine serielle Lerneinheiten sind hier die Lösung“, so Karriereexpertin Svenja Hofert. Auch immer mehr Zertifikate würden online angeboten werden, Methodische Kenntnisse immer wichtiger – „Leider stehen in Deutschland kreativen Gründern im Bildungssektor institutionelle Hürden wie die Zentralstelle für Fernunterricht im Weg. Im Ausland ist man da offener“ resümiert Svenja Hofert weiter.
  4. Neue Verpackung für Assessmentcenter: „Immer mehr Unternehmen distanzieren sich von der Bezeichnung Assessment-Center und kreieren eigene Arbeitstitel wie Potenzialvalidierung, Quality Gate oder Karriereworkshop“, sagt Experte für AC, Johannes Stärk. Allerdings sei nur die „Verpackung“ neu. Bei der Auswahl externer Bewerber sind ACs leicht rückläufig, dies hat mit Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt zu tun. In fast allen Großunternehmen sind ACs bei der Führungskräfteauswahl obligatorisch, 27 der DAX30-Unternehmen setzen ACs ein, diese Entwicklung erfasst jetzt auch die etwas kleineren Firmen, in Unternehmen unter 1000 Mitarbeitern kam das Instrument bisher weniger zum Einsatz, das ändert sich gerade. Auch der öffentliche Dienst wird mehr ACs zur Bewerberauswahl, besonders für Nachwuchsführungskräfte, nutzen. „Auf dem aufsteigenden Ast sind Module wie Präsentation, Rollenspiele (z.B. MA-Gespräch), Interview und Fallstudie“, weiß Johannes Stärk. Diese nehmen zu und finden sich in nahezu jedem AC. Auch liegen kurze kompakte Verfahren halber bis ganzer Tag im Trend.
  5. Führungskräfte – Moderator statt Sonnenkönig: Überraschend: Werte und Motive verändern sich kaum, selbst wenn man Werte Weltweit anschaut, sind diese über Die Weltbevölkerung gleich geblieben. Verändern wird sich, was daraus gemacht wird, zum Beispiel wie wir einen Wert wie „Status“ nutzen und einsetzen. „Das, was eigentlich gleich ist, bekommt einfach nur andere Rahmenbedingungen“, sagt Karriereexpertin Gudrun Happich. Die Lust auf Kommunikation ist und bleibt zentrale Voraussetzung für den Erfolg als Führungskraft. Gute Führungskräfte leben von der Motivation, etwas bewegen und beeinflussen zu wollen. Sie wollen entscheiden und etwas leisten. „Sie sind eher kommunikative Moderatoren als Sonnenkönige, die ihr Volk befehligen“, so die Karriereberaterin Gudrun Happich. Gute Führungskräfte gehören zu den Leistungsträgern, sie sind hoch qualifiziert und zugleich überdurchschnittlich engagiert, liefern hervorragende Ergebnisse, beweisen auf dem Weg dorthin Sozialkompetenz und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Trend persönliche Skills Der Dienstleistungsgedanke und der steigende Kundenkontakt machen die sozialen Kompetenzen der Arbeitnehmer für die Unternehmen immer mehr zur Überlebensfrage. „Ein heutiger Manager muss auch Fragen nach dem Warum beantworten können und darf nicht einfach nur Anordnungen erteilen“, sagt Top-Führungskräftecoach Gudrun Happich. Er muss die Intelligenz seiner Mitarbeiter moderieren können. Die Anforderungen und Herausforderungen der modernen ArbeitsWelt sind mittlerweile so komplex, dass sie von einem Manager alleine unmöglich beherrscht werden können. Er braucht engagierte Mitdenker, die wissen worauf es ankommt und die im Sinne des Unternehmens mitwirken. Das tun Mitarbeiter aber nur, wenn sie eine übergeordnete Vision und einen Sinn erkennen, mit dem sie sich identifizieren können. „Die Kunst besteht für eine moderne Führungskraft der Zukunft darin diese „Social Leadership“ – wie Gudrun Happich sie nennt, als „natürliches“ Gedankengut in die Unternehmenskultur zu etablieren. Darüber hinaus wird eine der gefragtesten Zukunftskompetenzen sein: „Führung in die Unsicherheit hinein“. „Spannende Themen, die ganz neu, herausfordernd und zugleich existenziell für das nachhaltige Bestehen eines Unternehmens sein werden.“ so Happich.
  6. Die eigene Sichtbarkeit erhöhen: Gründungsberaterin und Trainerin Natalie Schnack meint: „Die eigene Sichtbarkeit wird im nächsten Jahr an Bedeutung gewinnen.“ Sie geht davon aus, dass trotz des Fachkräftemangels im technischen Bereich, die Arbeitsmarktlage im Dienstleistungsbereich sich wieder verschlechtern wird. „Gerade im kreativen und journalistischen Bereich stehen auch weiterhin große Marktumwälzungen an“ so Schnack. Im nächsten Jahr sollten sich gerade Angestellte aktiv mit der eigenen Positionierung beschäftigen. Natalie Schnack meint weiter: „Die besonderen Kombination aus Erfahrungen und Kenntnissen machen den Unterschied in der Masse der Mitbewerber und helfen dabei, sich unentbehrlich zu machen.“
  7. Social Media spaltet: Laut Karriere-Coach Ursula Dehler: „Erstmals weiß die jüngere Generation mehr als ihre Chefs.“ Diese Situation ist allerdings für gestandene Berater, die bislang mit Kompetenz punkten konnten kaum zu verstehen. Aber gerade die Mitte – die Ende 40-jährigen, die eventuell nach 10 Jahren den Job verlieren, merken, wie wichtig der digitale Zugang ist. „Die Mitarbeiter in einem Team, junge wie ältere sollten die Chance nutzen, viel voneinander zu lernen“ so Dehler. Als Beispiel führt Ursula Dehler die Krisenprävention in einem Unternehmen an, denn hier bringen die Älteren Erfahrungen mit, wie im Krisenfall vorzugehen ist. Allerdings beherrschen die jungen Leute die Klaviatur der sozialen Medien besser. Mit ihren Kenntnissen identifizieren sie Krisenpotenziale und Meinungsmacher schneller und treten leichter mit ihnen in Kontakt. Letztlich geht es darum, das Instrument gemeinsam zum Klingen zu bringen“ so Dehler weiter.
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