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Social Entrepreneur & Öko-Tourismus in Neuseeland 2/2: Maori, Bäume & alte Waschmaschinen



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Offenlegung & Bildrechte:  Das holländische Tourismus-Unternehmen TravelEssence unsere Kosten für Flug, Inlandsflüge und Verpflegung für eine Recherche-Reise nach Neuseeland übernommen. Bildmaterial erstellt mit einer Systemkamera unseres Sponsors Olympus. Bild-Location: Ruatahuna, , 3079, NZ.

Joe Doherty vom Stamm der Tūho betreibt ein Öko-Tourismus-Unternehmen im Te Urewera National Park in der Nähe von Roturura. „Wenn wir die Zukunft der Erde retten wollen“, sagt er „ist ein ökologischer Wandel unvermeidbar“. Dazu gehört für ihn auch Energiegewinnung mit alten Waschmaschinen.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Wiedaufforstung des Regenwaldes als Ziel

Joe hat sich der Wiederaufforstung des ursprünglichen Regenwaldes verschrieben. In Neuseeland sind 80% davon verschwunden – sie wurden z.B. für Haus- oder Schiffsbau abgeholzt oder einfach heruntergbrannt, um Platz für Weideland zu schaffen.

Das Problem sei, dass der ursprüngliche Regenwald sehr langsam wächst und ca. 1.000 Jahr braucht, erklärt mir Joe, während wir durch endlos scheinende Nadelwälder nordamerikanischer Prägung fahren, die zur Holzproduktion angepflanzt wurden, weil sie schneller wachsen.

Maximales Natur-Erlebnis im Busch-Camp

Gemeinsam mit Angehörigen seines Stammes betreibt der Chef von Te Urewera Treks ein Busch-Camp, in dem die Gäste in Zelten mit Schlafsäcken auf Luftmatrazen und Feldbetten übernachten. Joe hat im Busch-Camp bewusst auf mehr Comfort verzichtet, um den Besuchern ein maximales Natur-Erlebnis zu bieten.

Daher gibt es auch eine Kompost-Toilette, allerdings überraschenderweise warme Duschen, was gut tut, denn die Nächste im neuseeländischen Regenwald können auch im April, dem Spätsommer, sehr kalt sein und Temperaturen um die 0 Grad erreichen.

Heiße Dusche, bald mit Ökostrom

Der Strom für die Dusche, sagt Joe, werde zur Zeit noch mit einem Generator erzeugt. Für die Zukunft plant er allerdings, den Strom aus Wasserenergie zu gewinnen.

Die Peltonturbine. die er dafür nutzen will, enthält alle Elemente einer bestimmten Waschmaschine. Anregungen dazu hat Joe zum Beispiel auf http://www.ecoinnovation.co.nz.

Strom gewinnen mit alten Waschmaschinen

Sein Stamm nutzt in seinen Häusern die Technik bereits, erzählt mir Joe: Das vom Berg kommende Wasser treibt alte Waschmaschinen an erzeugt so umWeltfreundlich Strom.

„Die Ureinwohner haben dabei für so manche Probleme die Lösung,“ erklärt mir Joe. Unser sechsundzwanzigjähriger Führer Wiremu Nuku beispielsweise kennt sich so gut aus, dass er alleine in der Wildnis überleben könnte.

Stiftung zur Rettung des Regenwaldes

Um die Wiederaufforstung des Regenwaldes zu fördern, hat Joe gemeinsam mit dem niederländischen Reiseunternehmen Travel Essence den Rainforest Restoration Trust gegründet.  Der Urewera National Park beheimatet auf einer Fläche von 212,600 Hektar einige von Neuseelands ältesten Baumarten.

Einerseits sollen dadurch Arbeitsplätze für die Maori geschaffen werden, die sich um die Aufforstung kümmern, anderseits haben durch das Projekt Touristen die Möglichkeit, selbst Bäume zu pflanzen – ein Trend, der durch die sogenannte Tree-Protester-Bewegung auch immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird, wie Joe mir erzählt.

Wie pflanzt man Bäume auf Maori-Art?

Die Baumpflanzung läuft dabei nach einer festgelegten Zeromonie ab: Zuerst wird mit dem Spaten ein kleines Loch ausgehoben. Dann wird die kleine Pflanze gesetzt. Dann wird Erde darauf geschaufelt und Wasser daruf gegeben.

Gepflanzt werden gewöhnlich Rimu, Totara, Matai and neusäländische Buchen. Meine drei Bäumchen sind Totara. Sie sehen sehr klein und Fragil aus und könnten in 1.000 Jahren doch 40 Meter hoch werden.

Während der Pflanzung sprechen wir feierlich die Worte „E tipu, e toro, e tu“, was in der Maori-Sprache so viel heißt wie „Wachse, dehne dich aus und stehe“. Mindestens drei Bäume pflanzt jeder: Einen für sich, einen für die anderen, die nicht so viel Glück hatten und einen, um der Natur etwas zurückzugeben.

Wenn die Vergangenheit die Zukunft ist

Für die Zukunft plant Joe eine virtuellen Wald im Internet: „Wer nicht hierher reisen kann, kann dann aus der ganzen Welt kommend Bäume pflanzen,“ erklärt er seine Idee.

Das hat auch einen philosophischen Hintergrund: „Wir sollten uns an den Traditionen und der Vergangenheit orientieren, um in die Zukunft zu schauen“, berichtet Joe. Passenderweise ist beides in der Maori-Sprache das selbe Wort, „Mja“.

Die Stammeskultur ist immer dabei

Daher spielt die Stammeskultur auf allen Wanderungen auch ein große Rolle: „Wir erzählen unseren Gästen vom Stamm und seiner Geschichte und sehen die Natur durch die Augen des Stammes,“ erklärt mir Joe. So sei jeder Maori-Stamm einem Fluß, Berg oder See zugeordnet. „Wir wollen die Menschen auf diese Weise dazu bringen, nachhaltiger zu leben und so einen ökologischen Wandel herbeizuführen.“

Die Tūhoe sind der einzige Maori-Stamm, die den Vertrag von Waitangi, der das Verhältnis zwischen Maori den Weißen 1840 regelte, nicht unterzeichnet haben. Momentan haben sie 90.000 ha Wald unter ihrer Verwaltung, 270.000 weitere ha fordern sie von der Regierung zurück.

Realistischer Blick ohne Verklärung

Doch Joe beschönigt oder verklärt die Lebensweise seines Stammes nicht: Seine Frau Joanna stammt aus England, die beiden führen ein multikulturelles Leben und reisen viele.

Dennoch haben die beiden mit ihren Kindern lange in den Bergen im Te Urewera Park gelebt. Da sie ihren Kindern aber ein besser Schulbildung ermöglichen wollten, zogen sie schließlich näher an die Stadt Roturura, auch wenn es in den Bergen eine Schule gibt. Die soziale Situation der Maori sowie ihre Bildung sehen die beiden eher kritisch. Viele Stämme, sagt Joanne, hätten ihre Kultur quasi verloren und müssten sie daher umso stärker nach außen demonstrieren.

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