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Vom Mitarbeiter zum Vorgesetzten: Plötzlich Chef!


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Nach oft jahrelanger Anstrengung ist es endlich so weit: Sie werden zum Chef der Abteilung befördert. Doch wie verhält man sich in dieser neuen Situation? Was, wenn die alten Freunde plötzlich merkwürdig auf Ihre Witze reagieren? Wo liegen mögliche Fettnäpfchen und wie vermeidet man sie?


Hier schreibt für Sie:

 

75 Jürgen W. GoldfußJürgen W. Goldfuß ist Kolumnist beim Handelsblatt, Unternehmensberater & Trainer für Führungskräfte.

Profil

Mut zum Unbeliebt-Sein

Ein typischer Fehler, den man häufig beobachtet, ist der Versuch der Führungsperson, „Everybodys Darling“ sein zu wollen. Man kann es nicht immer allen recht machen, ohne sich selbst aufzureiben.

Hier ist ein gewisser Mut zur Unpopularität gefragt. Wichtig ist es, den Mitarbeitern zu erklären, warum man zum Beispiel einen Wunsch nicht erfüllen kann. „Popularität vergeht, Respekt bleibt“ oder „Everybodies darling – jedermanns Depp“, zwei Sprüche, die das Thema richtig beleuchten.

Als Chef ernst genommen werden?

Wie aber kann man erreichen, als neuer Chef ernst genommen zu werden? Ein Tipp: Nur nicht verbiegen. Die Ex-Kollegen erwarten nun eine Führungs-Persönlichkeit. Als eine solche muss man die eigene Persönlichkeit wahren.

Eine Frage, die sich neuen Führungskräften immer wieder stellt: Soll ich versuchen, alles anders zu machen als der vorherige Chef? Oder eher doch in seine Fußstapfen treten?

Neuerungen gleich Durchboxen

Es ist zwar nützlich zu wissen, warum der alte Chef gegangen ist, um nicht eventuell die gleichen Fehler zu begehen. Allerdings sollte man sich nie auf einen Vergleich mit dem Vorgänger einlassen.

Betreiben Sie Eigenmarketing. Am Besten setzen Sie Neuerungen am Anfang durch. Wenn erst einmal wieder der Alltag eingesetzt hat, ist es schwer, Ihre Innovationen und Ideen zu verkaufen.

Chef sein – so gehts

Nun werden nicht alle Kollegen sofort verstehen, dass sich der neue Chef jetzt in einer anderen Rolle befindet. Wie reagiert man dann auf Bemerkungen wie: ,,Jetzt kehr mal nicht den Chef heraus, letztens beim Bier warst du noch ganz anders?“.

Wählen Sie Ihre Worte in der neuen Rolle mit mehr Fingerspitzengefühl aus als früher. Das alte ,,Kumpelgehabe“ kann in der jetzigen Situation leicht falsch verstanden werden. Gerade bei der Beziehung zwischen Mann und Frau ist eine bewusste Zurücknahme angebracht.

Umarmungen beispielsweise sind eher fehl am Platz. Das ,,Du“ sollte dennoch weiterhin konsequent durchgehalten werden. Achten Sie aber darauf, niemanden auf Grund der Anrede bevorzugt zu behandeln.

Kritik an Kollegen

Was vielen in der neuen Rolle schwer fällt, ist Kritik an der Arbeit eines ehemaligen Kollegen zu üben. Man sollte das Wort ,,Kritik“ eher durch ,,Soll-Ist-Vergleich“ ersetzen.

Setzen Sie sich mit dem Mitarbeiter zusammen und fragen Sie einfach, wie man die Situation verbessern könnte. Denken Sie an den Satz „Die meisten Menschen mögen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik aufgebaut werden“. Auch hier ist die richtige Wortwahl entscheidend für den Erfolg.

Vorsicht Sandwichposition

Ein weiterer Spagat, der gemeistert sein will, ist die Vermittlerposition zwischen dem übergeordneten Chef und den untergeordneten Mitarbeitern. Hier befinden Sie sich in einer Pufferfunktion, in der Sandwichposition.

Und wie bei einem Sandwich befindet sich der wichtigste Teil in der Mitte, ohne ihn schmeckt das ganze Sandwich fade. Zeigen Sie mit Selbstbewusstsein, dass Sie Ihre Mitarbeiter mit Überzeugung vertreten, dass Sie hinter ihnen stehen und zeigen Sie gleichzeitig Ihrem Chef, dass er sich auf Sie und Ihr Team voll verlassen kann.

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