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Wenn Marketing an der interkulturellen Kommunikation scheitert: Ikea-Möbel statt Frauen?


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Bildrechte: Bildmaterial von Ikea.

In Zeiten, in denen manche Männer statt Frauen Sex-Dolls besitzen, sollte einen eigentlich nichts mehr wundern – oder doch? Ikea hat letzte Woche Frauenrechtlerinnen auf die Palme gebracht, als bekannt wurde, dass das Möbelhaus in der saudi-arabischen Variante des Katalogs die Frauen herausretuschiert hat. Das treibt nun im Internet seltsame Blüten: Ein Blog zeigt, wie eine Welt aussehen würde, in Ikea-Möbel Frauen ersetzen.

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Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Eine Braut als Handtuchhalter, Mutter Theresa als Reibeisen?

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Modells als Regale

Via Twitter bin ich auf diese Aktion aufmerksam geworden: Ein Unbekannter hat aus diversen Fotos von Prominenten oder bekannten Kunstwerken die Frauen herausretuschiert und durch Ikea-Möbel ersetzt. Die Vergleiche die er dabei anstellt, sind witzig bis grotesk und zum Teil wenig schmeichelhaft auch ein wenig geschmacklos:

Eine Braut als pinkfarbener Handtuchhalter. Yoko Ono als Schubladenkomode. Mutter Therasa als Reibeisen. Audry Hepburne als Kühlschrank. Prinzessin Kate als Lampe. Models auf dem Laufsteg als Regale. Und Gott in Michelangelos „Erschaffung Adams“ umgeben von Kissen statt von weiblichen Engeln. Sogar vor Anne Frank macht er nicht halt, sie wird kurzerhand zum Klappstuhl.

Eine Welt, in der Frau Ikea-Möbel sind?

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Wäre der Hintergrund nicht so traurig, man könnte es für eine gelungene Gurilla-Marketing-Aktion halten. So aber bleibt einem das Lachen im Halse stecken – zumal man die  Motive des Machers nicht kennt. Und es stellt sich die Frage: Wie sähe eine Welt ohne Frauen aus? Ohne menschliche Nähe und Emotionen? Jedenfalls gar nicht mehr so hip und lifestylig, wie es der Ikea-Katalog vermitteln will.

„Wer international erfolgreich sein will, zeigt lieber Möbel als Frauen“

Dazu kommt noch die immer wieder gern diskutierte Frage, inwieweit sich Unternehmen undemokratischen Regeln in einem Land beugen wollen oder müssen, um dort Geschäfte zu machen. Die Google-China-Diskussion lässt grüßen.

Die Reaktionen im Netz vom Vorgehen von ikea und zu der Bilderserie waren entsprechend ironisch bis negativ. Ina Steinbach kommentierte sarkastisch:

[twitter Ina_Steinbach/status/255311711966461952]

Christian Brandes, Gründer von Spiegel Offline, heute Schlecky Silberstein, bringt die Sache auf den Punkt:

„Mittlerweile entschuldigte sich das Möbelhaus, wir aber merken uns: Wer international erfolgreich sein will, der zeigt im Zweifel lieber Möbel als Frauen.“

Und die schwedische EU-Ministerin Birgitta Ohlsson verurteilte das Vorgehen auf Twitter als „mittelalterlich“:

https://twitter.com/birgittaohlsson/status/252718059331133440

Ikea hat sich gleich entschuldigt

Ikea hat sich übrigens auch entschuldigt. In einer Erklärung schreibt das Unternehmen:

„Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten der Ikea-Gruppe steht“.

Aber wie gesagt, wenn das Geld winkt, sind die Schuklappen erstmal groß.

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