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Manager Zwischen Kuschelkurs und Kasernenhof-Ton: Plötzlich Chef – und nun?


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Was tun, wenn ein Kunde im Meeting tot umfällt? Wer auch nur ein paar Sprossen auf der Karriereleiter hochklettert, wird mit völlig neuen, bisher nie bekannten Problemen konfrontiert. Denn als Chef verzweifelt man plötzlich an notorischen Zuspät-Kommern, an halbfertigen Lösungen und knallharten Vorgaben „von oben“. Wie man zwischen Kuschelkurs und Kasernenhofton den richtigen Weg findet, zeigen mit Timo Hinrichsen und Boris Palluch zwei Profis, die nicht nur gut beraten, sondern auch noch gut schreiben können.

Für Chefs am Anschlag

Die durchschnittlichen Chefreaktionen auf wie auch immer geartetes Unvermögen von Mitarbeitern sind, trotz aller Führungsseminare und –ratgeber in der Regel: „Mit Verlaub, Sie sind ein Vollpfosten“. Gefolgt von der Wahnvorstellung, mit diesem Mitarbeiter das „personifizierte Böse“ vor sich zu haben.

Viele Chefs züchten sich auch durch die Variante „den Gärprozess einleiten“ durch „Runterschlucken“ zuverlässig ein Magengeschwür oder andere Kalamitäten heran. Und eine vierte Gruppe winkt mit „Der will doch nur spielen“ ab und sorgt so dafür, dass das Unternehmen früher oder später im Chaos versinken wird.

Auf Augenhöhe mit dem Berufsalltag

Klare „No-Gos“, mit denen Timo Hinrichsen und Boris Pullach in ihrem Buch mit dem witzigen Titel „Als unser Kunde tot umfiel“ Chefs und Führungskräften die Augen öffnen.

Es gibt wenig Führungsliteratur, die so gnadenlos den Finger in die Wunde legt. Aber das machen die beiden Autoren nicht hämisch, sondern therapeutisch höchst wertvoll. Der Kniff des Buches liegt darin, Führungswissen nicht von der Theorie auf den Alltag herunterzubrechen.

Kuschelkurs oder Kasernenhof-Ton

Hinrichsen und Pullach nehmen sich stattdessen Situationen zur Brust, die früher oder später jedem Chef unter den Nägeln brennen. Und liefern dann gute, theoretisch fundierte Ratschläge. Bottom-up statt Top-down.

Es geht um den richtigen Weg zwischen Kuschelkurs und Kasernenhofton. Um die Möglichkeiten, Fehlverhalten so anzusprechen, dass Veränderung wahrscheinlich ist. Über die Gefahr, alles selbst zu machen. Und die Autoren zeigen, wie man sich sogar auf Situationen vorbereiten kann, in denen man auf dem falschen Fuß erwischt wird.

25 der wichtigsten und häufigsten Führungsprobleme auf den Punkt gebracht (und gelöst)

Das Buch ist toll aufgebaut, Chefs (vom Abteilungsleiter bis zum Unternehmer) werden es verschlingen. Denn eingeleitet werden alle 25 kniffligen Führungsprobleme mit treffenden Szenen aus dem Büro- und Chefalltag.

In einem kurzen Dialog werden die verschiedenen Aspekte des Problems besprochen – und zwar nicht akademisch, sondern so, wie man in der Kantine mit einem guten und fähigen Kollegen das Problem besprechen würde.

No-Go-Listen zum Totlachen

Es folgt jeweils die oben schon zitierte No-Go-Liste, über die man sich herrlich kaputt lachen kann – bis man merkt, dass es genau diese Verhaltensweisen sind, die man am häufigsten antrifft. Und natürlich gibt es zum Schluss jeweils das Kapitel „Lösungsfinder-Methode“, in der die beiden Autoren kurz und knackig vernünftige und durchführbare Lösungen bieten.

Ein Buch aus einem Guss. Gut und schnell zu lesen mit sehr hohem Nutzwert. Wo werden sonst Themen angesprochen wie „In ihrem Team gibt es jemanden, den sie einfach nicht leiden können“?

Der Sparringspartner in Buchform

Fazit: Führungskräfte haben oft niemanden, mit dem sie sich austauschen können. „Als unser Kunde tot umfiel“ ist eine Art Sparringspartner in Buchform. Ein produktives Gespräch über die Dinge, die einem sonst schwer im Magen liegen.

Wer also an seinen Mitarbeitern verzweifelt (oder an seinen eigenen Führungsfähigkeiten), wer immer denkt, dass alles doch ganz anders laufen müsste, den bringen die beiden Autoren auf gute, neue Gedanken.

Hier schreibt für Sie:

 

38 Wolfgang HanfsteinWolfgang Hanfstein ist u.a. Mitbegründer und Chefredakteur von Managementbuch.de, der führenden Buchhandlung für Führungskräfte, Unternehmer und Selbständige.

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