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Interview mit Agentur-Chef Martin Walter über Zeitmanagement in der Kommunikation: „Es geht auch ohne Social Media!“


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Bildrechte: Bildmaterial von unserem Interviewpartner.

Martin WalterMartin Walter ist Geschäftsführender Gesellschafter der Marketing-Agentur MSI. Im Interview erzählt er, wie er es dennoch schafft, auf Social Media zu verzichten, seine Kunden nur auf seinen Wunschkanälen bedient und seinen Arbeitsalltag so stressfrei hält. Martin Walter ist gelernter Reiseverkehrskaufmann und Fachkaufmann für Marketing. Er arbeitete für Hapag Lloyd, verschiedene Fluggesellschaften und war u.a. Tourismus Berater der europäischen Union in Brüssel, bevor er sich 1997 mit MSI selbständig machte.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil


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Herr Walter, welches Kommunikationsmittel bevorzugen Sie?

Ich unterschiede strikt zwischen beruflicher und privater Kommunikation – bei der beruflichen am besten per E-Mail, aber auch per Telefon. Im privaten Bereich hauptsächlich per Telefon aber auch per E-Mail.

Wie viel Zeit entfällt etwa auf die einzelnen Kommunikationsformen?

An einem normalen Werktag circa 50% Mails und 25% Telefon, weitere 25% Meetings und direkte Gespräche im Büro mit den Kollegen. An Wochenenden und Feiertagen immer noch 10% Mails, aber keine geschäftlichen Telefonate sondern Zeit für die Familie und Freunde.

Hört sich nach einem guten Vorsatz an. Ist das in der Praxis auch wirklich durchführbar?

Ja klar. Meine private Telefonnummer wie auch meine Handynummer haben nur Freunde und Verwandte und sehr wenige wichtige Kunden bzw. Geschäftspartner, die dann teilweise aber auch zu den Freunden zählen.

Lesen Sie Ihre E-Mails auch unterwegs?

Ja, aber nur zum Lesen, selten antworte ich per iPhone sondern antworte dann abends oder, je nach Zugangsmöglichkeit, vom Laptop aus.

Gibt es Zeiten, in denen Sie gar nicht erreichbar sind?

Nur an Weihnachten und Neujahr nicht – ansonsten immer, allerdings im Urlaub, Wochenende oder an Feiertagen mit zeitlichen Verzögerungen.

Welches Soziale Netzwerk bevorzugen Sie?

Keines – es geht auch ohne Social Media!

Da erzählen viele Ihrer Marketing-Kollegen aber etwas anderes. Wie machen Sie das?

Ganz einfach: Zum einem brauche ich diese Kommunikations-Tools nicht privat, da meine guten Freunde diese auch nicht nutzen und wir entweder telefonieren oder uns persönlich treffen…

Aber beruflich?

Im geschäftlichen Bereich reichen mir und meinen Kunden sowie auch Geschäftspartnern der E-Mail und Telefon. Weitere Tools sind nicht notwendig und würden mich nur von meiner Arbeit ablenken bzw. weitere Zeit vergeuden.

Ich muss aber nun nochmals nachhaken: Geht das denn gerade als Marketing-Agentur?

Für mich persönlich auf alle Fälle. Im geschäftlichen Bereich und hierbei im Namen unserer Kunden nutzen wir Social Media schon seit mehreren Jahren.

Ihre Agentur ist also bei Facebook und co.?

Ja, allerdings nur im Namen und Auftrag von verschiedenen Kunden. Einen eigenen reinen Firmenauftritt z.B. bei Facebook haben wir nicht.

Apropos Agentur: Daimler-Manager Uwe Knaus hat im Interview darauf hingewiesen, dass man jederzeit auf allen Kanälen für Geschäftspartner bereit stehen sollte. Wie überzeugen Sie Kunden, Sie nur auf Ihrem Wunschkanal zu kontaktieren?

Indem ich andere Kanäle nicht nutze und meine private wie auch Handy Nummer nur sehr, sehr restriktiv vergebe.

Unerreichbarkeit also als Mittel gegen Stress und Update-Terror, über den viele Leute klagen?

Genau. Meine Online/E-Mail Zeiten steuere ich selbst und habe daher auch meinen Stress-Level selbst unter Kontrolle.

Sind Ihre Geschäftspartner nicht irritiert, dass Sie weder bei Xing noch bei Facebook zu finden sind? Und was sagen Sie dann?

Kein Geschäftspartner oder Kunde hat das bisher moniert bzw. mich dazu aufgefordert einen persönlichen Xing oder Facebook Account zu eröffnen.

Die meisten unserer Kunden und Geschäftspartner nutzen Facebook zum Beispiel auch nur im privaten Bereich und nicht zur geschäftlichen Kommunikation.

Haben Sie manchmal Angst, etwas Wichtiges zu verpassen?

Nein

Was sagen Sie Leuten, die Sie altmodisch oder einen Social-Media-Muffel nennen?

Das macht mir nichts aus. Es ist mir wichtiger Zeit für meine Kinder, Familie und guten Freunde zu haben und mein Leben nicht vom Computer, Smartphone und ständigen Kontaktanfragen bestimmen zu lassen.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. „Dass man jederzeit auf allen Kanälen für Geschäftspartner bereit stehen sollte“, würde ich gerne relativieren: Auf allen Kanälen, auf denen man präsent ist, sollte man dann auch entsprechend zeitnah reagieren. Auf Facebook und Twitter reagiere ich zum Beispiel recht schnell, auf Xing oder LinkedIn kann es auch mal 1-2 Tage dauern. Letztere sind auch nicht unbedingt auf Echtzeitkommunikation ausgelegt; Twitter oder der Messenger von Facebook schon.
    Dass man Kunden hinsichtlich Social Media beraten kann, ohne es selbst zu nutzen, ist für mich allerdings kaum vorstellbar.

    • Simone Janson

      Hallo Uwe,
      1-2 Tage ist ja auch schon vergleichweise schnell. Der ehemalige NZZ-Chef Peter Hogenkamp verkündete kürzlich via Twitter, er arbeite seine Xing-Anfragen halbjährlich ab…
      Sonst möchte ich auch niemanden hinsichtlich Tools beraten, die ich vorher nicht wenigstens ausprobiert habe.
      Wir hatten da aber kürzlich eine ganz spannende Diskussion, in der Katharina Antonia Hedder die Frage aufwarf, ob ein Social Media Manager eigentlich alle Tools beherrschen muss oder ob er sich nicht auch auf einzelne spezialisieren und z.B. auf Facebook verzichten kann.

  2. Holger Froese

    Interview mit Agentur-Chef Martin Walter über Zeitmanagement in der Kommunikation: „Es geht auch ohne Socia #Business

  3. Liane Wolffgang

    Interview mit Agentur-Chef Martin Walter über Zeitmanagement in der Kommunikation: „Es geht auch ohne Social Med…

  4. Simone Janson

    #Blogpost Interview mit Agentur-Chef Martin Walter über Zeitmanagement in der Kommunikation: „Es geht auch ohne …

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