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Ein Leser erzählt, wie man Bewertungsportale für die Bewerbung nutzt: 10 Tipps für die Praxis


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Sinn und Unsinn von Bewertungsportalen sind nicht nur im Personalbereich ein heftig umstrittenes Thema: Unternehmen befürchten einerseits blindwütige, unkontrollierte Racheakte von Kunden oder Mitarbeitern. Anderseits verwenden auch einige Firmen viel Aufwand darauf, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Tipps von einem Leser wie man Bewertungen dennoch für sich nutzen kann.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Vergangene Woche hat Leser MJ in einem wirklich konstruktiven Kommentar berichtet, wie er Bewertungsportale für seine Bewerbung eingesetzt hat. Ich habe daraus einige Tipps für den Bewerbungsprozess exatrahiert und durch weitere eigene Tipps ergänzt. Herausgekommen ist dabei diese Übersicht:

  1. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist stets besser: MJ empfiehlt mit einem gesunden Misstrauen bei den Bewerbungen die Spreu vom Weizen zu trennen. Dann, so sagt er, lässt sich das Bewertungsportal auch gut für den Bewerbungsprozess nutzen.
  2. Vorsicht bei großen Schwankungen: Vorsicht ist immer dann geboten, wenn die Bewertungen eines Unternehmens zwischen extrem gut und extrem schlecht hin- und herpendeln. Das spricht dafür, das das Unternehmen mit entsprechender PR-Macht die schlechten Bewertungen versucht, aufzufangen.
  3. Vorsicht bei Lobhudelei: Auch bei zu überschwenglichem Lob ist Vorsicht geboten, denn auch das spricht dafür, dass im Hintergrund die PR-Maschinerie am Laufen ist.
  4. Vorsicht vor Eintagsfliegen: Vorsicht ist auch geboten, wenn ein Unternehmen nur ein paar und dafür ausnehmend schlechte Bewertungen noch dazu in einem sehr kurzen Zeitraum hat. Das spricht für vereinzelte Racheakte.
  5. Bewertungen genau lesen: Wenn man die Bewertungen, auch die positiven, genau liest, und sich auch die Benefits genau anschaut, findet sich auch noch der eine oder andere Klops – zum Beispiel das Praktikum im Home Office, vom Mitarbeiter durchaus positiv bewertet, bei genauerer Betrachtung aber ein Schmalspurpraktikum.
  6. Finger weg bei kontinuierlich schlechten Bewertungen: Hat ein Unternehmen tatsächlich über Jahre hinweg kontinuierlich schlechte Bewertungen, spricht das dafür, dass das Unternehmen tatsächlich nichts taugt. Also besser Finger weg.
  7. Dauerhaft konstruktive Bewertungen: Wenn ein Unternehmen dauerhaft konstistente Bewertungen hat, die das Unternehmen nicht einfach nur in den Himmel loben oder mies machen, sondern die konstruktiv und differenziert Kritik üben, spricht das dafür, das man diesen Bewertungen vertrauen kann.
  8. Es kommt nicht auf die Zahlen an: Die große Anzahl an Unternehmen verführt dazu, nachder Anzahl der Bewertungen und der Note eine Vorauswahl zu treffen. Tatsächlich kommt es nicht auf die Note an, sondern auf die differenzierten Kommentare dahinter, die eine genauere Betrachtung erfordern.
  9. Unternehmen auf positive Bewertungen ansprechen: Es zeugt von Initiative und Interesse an dem Unternehmen, wenn man im Vorstellungsgespräch sein Gegnüber auf die konstruktiven und positiven Kritikpunkte anspricht. Diese können die Grundlage für ein gutes Gespräch sein.
  10. Negative Bewertungen im Vorstellungsgespräch meiden: Zumundest wenn man einen Job unbedingt will. Denn es zeugt vom Selbstbewusstsein eines Bewerbers, das Unternehmen auch auf negative Bewertungen anzusprechen. Ich persönlich finde das gut, aber wie MJ so passend schreibt „von entgleisenden Gesichtszügen zu sprechen, wäre da noch harmlos“.
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