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DIW-Berechnungen zum Gender Pay Gap zeigen: Führungs-Frauen verdienen 1000 Euro weniger als Männer


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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) führt jährlich mit dem Sozio-oekonomische Panel (SOEP) eine repräsentative Wiederholungsbefragung von über 12.000 Privathaushalten in Deutschland durch. Und die jüngsten Zahlen ergaben, dass Frauen immer noch deutlich seltener als Männer in Führungsetagen aufsteigen und dort dann im Schnitt 1000 Euro weniger im Monat verdienen als ihre männlichen Kollegen. Gleichzeitig müssen die Frauen davon auch noch Haushaltshilfen bezahlen.


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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Vollzeitbeschäftigte Frauen in Führungspositionen verdienten demnach im Mittel rund 3860 Euro monatlich, Männer hingegen rund 4900 Euro. „Die sehr gut bezahlten Führungspositionen sind überwiegend mit Männern besetzt. Mehr Frauen in diesen Führungspositionen können auch zur Verringerung des Verdienstunterschieds beitragen“, sagt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies.

Gender Pay Gap: Geringer als vor 10 Jahren, aber noch nicht gut!

Der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied in der Privatwirtschaft (Gender Pay Gap), so zeigen Berechnungen des DIW Berlin auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), lag im Jahr 2010 bei rund einem Fünftel.

Im Vergleich zu 2001 hat sich der Verdienstunterschied in Führungspositionen jedoch reduziert: Damals lag der Gender Pay Gap von vollzeitbeschäftigten Führungskräften in der Privatwirtschaft bei 30 Prozent. Während der Verdienst der Männer seit 2001 im Schnitt um 600 Euro gestiegen ist, verdienen Frauen mittlerweile rund 800 Euro mehr.

Offenlegung der Verdienste um den Missstand zu reduzieren

„Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt ein erhebliches Verdienstgefälle zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen bestehen und das, obwohl Frauen bei den formalen Qualifikationen den Männern nicht nachstehen.

Eine größere Transparenz, etwa durch Offenlegung der Verdienste, könnte helfen, diesen Missstand zu reduzieren“, so DIW-Gender-Ökonomin Elke Holst.

Frauen brauchen immer öfter Haushaltshilfen

Doch es gibt noch einen anderen Aspekt bei der Sache:  Bei der Frauen in höheren Positionen, in deren Haushalt Kinder bis 16 Jahre leben, kompensieren die Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie immer häufiger durch den Einsatz von Haushaltshilfen.

Nahmen 2001 nur 19 Prozent dieser Führungskräfte eine Haushaltshilfe in Anspruch, waren es 2010 bereits 29 Prozent, so das Ergebnis von Berechnungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin.

Nur 11 Prozent der männlichen Führungskräfte mit Haushaltshilfe

„Offenbar ist es immer mehr verbreitet, dass Mütter – wenn sie es sich leisten können – fremde Hilfe im Haushalt in Anspruch nehmen“ sagt DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. Die wichtigste Erklärung hierfür dürfte die Tatsache sein, dass eine Haushaltshilfe Geld kostet und Frauen mit einem durchschnittlichen oder geringen Einkommen sich diese gewöhnlich nicht leisten können.

Dagegen beschäftigen nur 11 Prozent der Männer in höheren Positionen Haushaltshilfen und damit in weit geringerem Ausmaß als Frauen in vergleichbaren Positionen, obwohl sie häufiger und im Durchschnitt mehr Kinder haben.

Frauen halten Männern den Rücken frei – aber nicht umgekehrt!

„Viele Frauen halten auch heute noch ihren Männern den Rücken frei, damit sie Karriere machen und ein gutes Einkommen erzielen können, umgekehrt ist dies kaum der Fall“ erklärt Elke Holst.

Hintergrund ist die traditionelle Aufgabenteilung im Haushalt, wonach der Frau die Verantwortung für die unbezahlte Haus- und Familienarbeit und dem Mann die Verantwortung für die bezahlte Arbeit und damit das Haushaltseinkommen zugeschrieben wird.

Alte Rollenmuster wirken noch nach

Obwohl heute die meisten Frauen erwerbstätig sind und viele von ihnen hochqualifizierten Tätigkeiten nachgehen, wirken die traditionellen Muster noch fort: „Zum Nachteil von Frauen“, so Elke Holst, „denn an sie werden selbst in Vollzeitjobs deutlich höhere Ansprüche zur Vereinbarung von Beruf, Haushalt und Familie gestellt als an Männer“.

Haushaltshilfen können diesen Erwartungen nur teilweise gerecht werden. Mehr Engagement der Männer in Haushalt und Familie ist daher notwendig und trägt auch zu mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bei.

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