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Stellenbörse Jobware kooperiert mit 9 Hochschulen: Für Studenten nur das Beste?


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Gerade bin ich über eine Meldung gestolpert, von der ich nicht ganz weiß, was ich davon halten soll. Neun Partnerhochschulen der IQB Career Services AG setzen ab sofort die Stellenmarkttechnologie von Jobware ein. Klingt erstmal logisch – Studierende und Jobbörsen passt ja irgendwie gut zusammen. Wenn ich länger darüber nachdenke, habe ich aber ein paar Bauchschmerzen.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Die Universitäten Kassel, Mannheim und Trier, die Hochschule Darmstadt, die Fachhochschulen Aachen, Frankfurt, Gießen, Hannover und Köln bieten ihren Studierenden und Absolventen sowie interessierten Unternehmen damit ab sofort den Stellenpool von Jobware an.

Und alle sind glücklich?

Für die Unis ist das sicher praktisch, sie können ihren Studenten jetzt noch einen zusätzlichen Service anbieten. Für Jobware ist das natürlich ein Super-Deal – aus unternehmerischer Sicht. Dementsprechent list sich das in der Pressemitteilung von Jobware so:

Unternehmen können auf diesen Stellenmärkten kostenlos Stellenanzeigen für Praktika und Studentenjobs veröffentlichten sowie kostenpflichtig Stellenanzeigen für Absolventen schalten. Mehr Reichweite: Bei Jobware geschaltete Stellenanzeigen erreichen über diese Stellenmärkte ab sofort automatisch noch mehr Studenten und Absolventen. „Gemeinsam mit IQB bringen wir Studierende und Unternehmen in der vertrauten Umgebung der Hochschule zusammen, und unterstützen so gemeinsam mit den Hochschulen Studierende beim Übergang von der Ausbildung in das Berufsleben,“ so Dr. Wolfgang Achilles, Geschäftsführer bei der Jobware Online-Service GmbH.

Und die Studenten?

Nur an die Studenten hat dabei keiner so wirklich gedacht. Denn die bekommen eben nicht den besten Service, der möglich wäre, sondern eben nur den eingeschränkten Stellenpool von Jobware angeboten.

Optimaler wäre doch eine Suchmaschine, die alle Stellenangebote verschiedener Stellenbörsen auflistet, also eine Metasuchmaschine. Das schlimmste ist aber: Die Studenten wissen noch nichtmal, dass der Service mangelhaft ist.

Fehlende Transparenz

„Vertraute Umgebung der Hochschule“ ist eine nette Umschreibung dafür, was da in Wirklichkeit abläuft: Die Vertraute Umgebung der Hochschule bedeutet nämlich nichts anderes, als dass den Studierenden vorgegaukelt wird, die Hochschule hätte einen eigenen Stellenpool zusammengestellt.

Beispiel Uni Mannheim: Auf der Seite der Rechtswissenschaftlichen Fakultät freut man sich, den Studierenden, denen man den Berufseinstieg so leicht wie möglich machen will,einen neuen Service anzubieten: Nämlich das JobPortal als „gemeinsames Projekt der Abteilung Rechtswissenschaft der Universität Mannheim und der IQB Career Services AG, die die Seite bereitstellt sowie  technisch und inhaltlich betreut.“

Kein Hinweis auf Jobware!

Ein Hinweis allerdings, dass das Jobangebot von Jobware stammt – und dass es noch viele weitere Jobangebote gibt – fehlt allerdings. Das ist ein wenig wie mit Medien und nicht gekennzeichneten Werbelinks.

Nur dass es sich in diesem Fall nicht um ein Medienunternehmen, sondern um eine öffentliche Einrichtung handelt, die aus Steuergeldern finanziert wird, einen Bildungsauftrag hat – und die sich entsprechend vertrauensvoll handeln sollte.

Einfach schlecht informiert!

Und bevor jemand fragt: Nein, ich glaube nichtmal dass da irgendwelche Gelder geflossen sind. Ich glaube schlicht und ergreifend, dass die Verantwortlichen an den Hochschulen keine Ahnung haben, dass es bessere Möglichkeiten gibt, ihren Studenten zu Jobs zu verhelfen.

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  3. Simone Janson

    Hallo Herr Ahlborn,
    danke das freut mich. Ich würde jetzt allerdings gar nicht so weit gehen, mich ganz gegen kommerzielle Anbieter auszusprechen – schließlich können z.B. Referenten aus der Praxis ja auch frischen Wind an Hochschulen bringen. Und dass die dann Geld dafür wollen – ok, nunja.

    Allerdings muss den Studenten klar sein, was Sie da vorgesetzt bekommen und sie sollten eine Wahl haben. Das ist in dem Fall nicht so, es wird ja nichtmal klar gemacht, woher der Datensatz kommt. Und finanziert wird das ganze letztlich durch Unternehmen, die Stellenanzeigen schalten, auch das ist nicht klar.

    Ihr zweites Argument habe ich, um ehrlich zu sein, nicht wirklich verstanden. Sicherlich ist eine Monopolstellung immer schlecht, was die oben beschrieben Auswahl angeht. Dass die Studiengänge zu den Stellenanzeigen passen, empfinde ich da zunächst mal als Vorteil. Ich befürchte allerdings, das das in dem Fall eher nicht so ist, weil die Stellenanzeigen einfach von einem externen Dienstleister aufgepropft werden.

    Dr. Wolfgang Achilles, Geschäftsführer bei der Jobware Online-Service GmbH, hat mich derweil übrigens via Xing kontaktiert und ein Telefonat angeboten. Da es mir, auch aus Zeitgründen, lieber wäre, er würde hier mitdiskutieren, hoffe ich noch auf einen entsprechenden Kommentar – weil mich die Meinung von Jobware ja schon interessieren würde.

  4. Knud Ahlborn

    @Frau Janson: ich unterstütze Ihren Appell an Hochschulen, möglichst transparent zu arbeiten. Und nach bestmöglichem Service sollten im Sinne von Kundengewinnung und -bindung alle streben, nicht nur öffentliche Einrichtungen! Kommerzielle Jobbörsen sind mir persönlich aus zwei Gründen unsympathisch: 1. Hochschulen helfen damit i.d.R. kommerziellen, externen Personaldienstleistern, Geld zu verdienen.
    2. Die Praxisangebote in den entsprechenden Börsen verlieren Passgenauigkeit mit den Studiengängen einer Hochschule und „den Hauch des Exklusiven“, den sie haben, wenn sich Stellenanbieter direkt und – zumindest teilweise – ausschließlich an eine Hochschule wenden.

  5. Simone Janson

    Da schreibt man nur seine Meinung & hat plötzlich ein Mega-Faß aufgemacht: #Jobbörsen an #Hochschulen-Eure Meinung?

  6. Simone Janson

    Hallo Herr Oettinger,
    zu Ihrer Ehrenrettung muss ich anmerken, dass die Universität Coburg gar nicht zu den Jobware-Partnern gehört. Insofern sind Sie von meiner Kritik ja auch gar nicht betroffen.

    Mich würde allerdings nun interessieren, was das für ein Datensatz ist, denn Sie Ihren Studenten zur Jobsuche präsentieren.
    Meine Meinung über Jobbörsen und Jobsuchmaschinen gründet u.a. auf diesem Artikel hier zu einer entsprechenden Studie:
    http://www.wollmilchsau.de/stellensuchende-bewerten-jobborsen-und-jobsuchmaschinen/

    Sicherlich ist reine Quantität nicht immer besser als Qualität: In diesem Fall geh es aber schlicht um Auswahlmöglichkeiten, vollständige Informationen und Transparenz, die die Studenten nicht haben. Oder um es mit dem Schlussatz des hier verlinkten Beitrag zu sagen: „Egal, wo ich mich befinde, möchte ich gerne Zugriff auf die gleichen vollständigen Informationen haben.“ – genau das ist in diesem Fall m.E. nicht gegeben.

    Was die Sache mit der Ahnungslosigkeit angeht, ist das möglicherweise etwas verallgemeinernd formuliert.
    Aber abgesehen davon dass man jetzt auch den Kommentar von harzer für sich sprechen lassen könnte: Durch meine Recherchen weß ich, welch komplexes Thema die Suchalgorhythmen und Datensätze von Jobbörsen, Jobsuchmaschinen usw. sind. Ich nehme mich von dieser Ahnungslosigkeit allerdings nicht aus, um so wichtiger aber, eine Diskussion zu dem Thema auch mit verantwortlichen der Hochschule angestoßen zu haben.
    Ich werde diesen Thread weiterleiten – vielleicht kommt ja eine vernünftige Diskussion zu dem Thema zustande.

    Simone Janson

  7. An der Uni im Career Center HAT keiner auch nur einen blassen Schimmer von Ahnung. Da wird einem genauso wenig geholfen wie auf dem Amt, jeder muß selber sehen wo erbleibt.

  8. Achim Oettinger

    Sehr geehrte Frau Janson,
    dass Sie sich für einen guten Studierenden-Service an Hochschulen einsetzn ist lobenswert. Dass Sie den Einsatz einer Metasuchmaschine als optimale Möglichkeit ansehen sei Ihnen freigestellt. Die Formel „viele Stellen = guter Service“ ist aber im günstigsten Fall eine sehr eingeschränkte Sichtweise von gutem Service.
    Ihre Schlussfolgerung, dass Verantwortliche an Hochschulen keine Ahnung haben mag als Provokation gedacht sein, wird aber dem Thema nicht gerecht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Achim Oettinger

  9. Holger Froese

    Stellenb örse Jobware kooperiert mit 9 Hochschulen: F ür Studenten nur das Beste? #Business
    Kommentiert auf Twitter

  10. Simone Janson

    Stellenbörse Jobware kooperiert mit 9 Hochschulen: Für Studenten nur das Beste?

  11. KompetenzPartner

    Stellenbörse Jobware kooperiert mit 9 Hochschulen: Für Studenten nur das Beste?: Gerade bin ich …

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