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Präsentieren Sie noch oder überzeugen Sie schon: Spannend präsentieren wie Hitchcock


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Ein abgedunkelter Raum. Die Luft ist schwül und stickig. Der Chef hat 17 Führungskräfte ins Besprechungszimmer geladen. Er präsentiert die Ziele für das kommende Jahr. Mit monotoner Stimme im Halbdunkel. Einige Zuhörer kämpfen bereits mit dem Schlaf. Szenenwechsel.

Und Action

Ein abgedunkelter Raum. Eine Frau steht nach einem anstrengenden Tag unter der Dusche. Plötzlich wird der Duschvorhang zur Seite gerissen. Schrille Musik, staccato-artig. Die Umrisse einer alten Frau sind im Gegenlicht zu sehen.

Sie hat ein Messer. Die alte Frau sticht auf die nackte Frau ein. Vier Mal, fünf Mal, acht Mal. Dann verschwindet Sie so schnell wie sie kam. Die nackte Frau sinkt langsam zu Boden, fällt über den Beckenrand. Tot.

Spannung statt Langeweile

Beide Szenen kennen Sie – die erste aus ihrem Arbeitsalltag. Die zweite aus dem Kino – es ist Hitchcocks „Psycho“. Und auch die Unterschiede sind klar: Im Meetingraum träumen wie meist gelangweilt vor uns hin oder checken heimlich unsere E-Mails. Bei einem spannenden Kinofilm kleben wir gebannt im Kinosessel und vibrieren vor Aufregung fast mit.

Denn Menschen lieben Spannung und bekommen doch oft nur Langeweile geboten. Gerade wenn es um Präsentationen geht. Das liegt daran, dass viele Präsentatoren zu sehr mit sich und Ihrem Thema beschäftigt. Und zu wenig an ihr Publikum denken. Das führt dazu, dass die Ergebnisse und Ziele der Präsentation oft nicht oder nicht optimal erreicht werden. Spannung und Aufmerksamkeit machen also Präsentationen effizienter.

Hitchock-Filme als Vorbild

Der Autor und Präsentationsexperte Michael Moesslang hat sich von seiner Vorliebe für die Filme von Sir Alfred Hitchcock (1899—1980) inspirieren lassen: Sie dienten als Vorlage und Inspirationsquelle für dieses Buch.

Der Autor analysiert dabei Szenen aus Filmen wie „Psycho“, „Die Vögel“, „Topas“ oder seinem Lieblingsfilm „Der Unsichtbare Dritte“ und stellt gegenüber, wie die Methoden und Techniken des Films in eine Präsentation übertragen werden.

Hitchock in Berufsalltag?

„So würde Hitchcock präsentieren“ ist ein Buch, das konkrete Hilfestellungen mit vielen Praxisbeispielen bietet. Es liest sich gut, ist kurzweilig und spannend. Kleines Manko für Eilige: Bessere Präsentationen stellen sich nicht ohne Übung und schon gar nicht von alleine ein. Wer es besser machen will, muss sich erst aufmerksam mit der Materie beschäftigen und Neues ausprobieren. Moesslang beschäftigt sich zum Beispiel mit den unterschiedlichen Aspekte der Spannung, von Hitchcocks Suspense, Tension und Surprise bis hin zu Foliengestaltung und Tipps zum spannenderen Vortragen.

Folien zeigen – aber richtig!

Beispiel Folien zeigen: Die Folien herunternudeln kann jeder. Moesselangs Tipp: Man beginnt mit den überleitenden Worten zum Thema der nächsten Folie, ohne diese schon zu zeigen. Erst exakt in dem Moment, in dem man das Schlüsselwort ausspricht, klickt man und zeigt die neue Folie.

Kurz vor dem Schlüsselwort erfolgt eine spürbare Pause und der Klick erfolgt genau passend zum Schlüsselwort. Dadurch entsteht Tension in bester Hitchcock-Tradition.

Fazit

Aus diesem Buch können selbst Präsentations-Profis (und solche die glauben, es zu sein) noch etwas lernen. Viele Zuhörer wären sicher dankbar, wenn ihr Präsentator sich vorab mit Moesselangs Spannungs-Tipps beschäftigt hätte.

Übrigens: Mehr Tipps vom Präsentations-Profi zu Hitchcocks-Spannungs-Techniken gibt es hier.

Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Michael Moesslang

    @SimoneJanson rezensiert auf www.berufebilder.de mein Buch "So würde Hitchcock präsentieren". Danke! (Beitrag via Twitter) 5jXJI

  2. KompetenzPartner

    Präsentieren Sie noch oder überzeugen Sie schon? Spannend präsentieren wie Hitchcock: Vergrößern…

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