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Serie Normen und Wissensaustausch – Probleme von Abteilungsübergreifender Kooperation: Wie Jekyll und Hyde



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Wir kennen das alle: Wenn Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen an einem Projekt zusammenarbeiten, ist das meist schwierig. Grund: Bestehende eingefahrene Routinen der Zusammenarbeit. Und wenn sich die Projektmitglieder dann endlich zur Zusammenarbeit aufraffen können, gibt es jede Menge Kommunikationshindernisse.


Geschrieben von:

 

40 Dr. Oliver KroneDr. Oliver Krone, MBA in International Business Management, ist internationaler Experte für Wissensintegration.

Profil

Dr. Cornelia Topf hat ja hier im Blog ja schon über Mixed Leadership geschrieben. Nun, ganz so optimistisch wie sie sehe ich die Zusammenarbeit von gemischen Teams leider nicht.

Sich wie Jekyll und Hyde verhalten

Denn: In der Projektarbeit wird an den Mitarbeiter die Anforderung gestellt sich wie Jekyll und Hyde zu verhalten – was bekanntlich nicht funktionieren kann. Jekyll ist dabei der individuelle Mensch, der sich darum bemüht mit seinen Projektkollegen einigermaßen auszukommen, und nicht als sozial kalt und egoistisch abgestempelt zu werden.

Auf der anderen Seite steht da Hyde. Er ist umtriebig und vehement dabei durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Abteilung deren Anforderungen 1:1 im Projekt umzusetzen. In diesem Konflikt zwischen Jekyll und Hyde muss der in Projekten arbeitende Mitarbeiter einen Balanceakt ausführen der es ihm erlaubt beide Bedürfnisse zu erfüllen.

Spagat zwischen Selbstbild und Fremdbestimmung

Aus diesem Spagat zwischen Selbstbild und „Fremdbestimmung“ wird im Verlaufe der Projektmitarbeit ein Potential an Änderungsbereitschaft bei Jekyll. Jekyll setzt sich ja bekanntlich Hyde nur als abgespaltenen Teil von sich selbst zu. Dabei lernt Jekyll im Laufe des Projektes, dass seine Bedürfnisse als sozial Arbeitsfähig zu gelten durch (kleinere) Verhaltensanpasssungen von Hyde erreicht werden können.

Durch ein eingehen auf die anderen Teilnehmer kann Jekyll sein Selbstbild erhalten, und wird nicht als egoistisch und sozialunfähig im Projekt abgeschrieben. Daher kommt übrigens das Vorurteil, dass ein Mitarbeiter nicht zur Projektarbeit fähig ist.

Der Chef zahlt den Bonus, nicht der Projektleiter

Dabei ist das Problem, dass Hyde’s Wohlbefinden für Jekyll auf Dauer wichtiger ist als sein eigenes. Und Hyde fühlt sich dann wohl, wenn die Wertschätzung vom Chef aus der Abteilung kommt und nicht vom Projektleiter, denn der Bonus wird ja auch von der Abteilung gezahlt.

Erfolgreiche Projektkommunikation und –wissensteilung setzt voraus, dass Hyde sein Verhalten auf die Gruppe einstellt, ohne dabei Jekyll „verbrennen“ zu lassen.

Hyde wird geächtet – Normen entstehen

Da aber alle Projektmitarbeiter in der Tendenz das gleiche Jekyll-und-Hyde-Problem erfahren, kommt es in der Projektgruppe auf Dauer zu einer gegenseitigen Ächtung von Hyde’s Verhalten. Ein produktives Arbeitsklima kann sich entwickeln- in der Projektgruppen Psychologie nennen das die Fachleute die Normierungs Phase.

Projektspezifische Normen die Vertrauen schaffen werden entwickelt. Auf Dauer führt das dann Idealerweise zu einem qualitativ verbesserten Informationsaustausch.

Vertrauen ist wichtig

Davon unbenommen ist das Verstehen des geäußerten „Wissen“ der anderen Projektmitarbeiter. Denn bei einer zu großen Abweichung der „Wissens“bestände – man könnte auch sagen die Sprachen die die einzelnen Mitarbeiter sprechen sind zu weit von einander entfernt- geht das mitgeteilte „Wissen“ verloren.

In der Realität steht die Entwicklung von sozialen Normen zu einem Ergebnisorientierten Verhalten in Projekten in einer „Feedback Schleife“ mit Wissensintegration. Wissens- und Informationsteilung sind davon abhängig sind, dass sich die einzelnen Projektmitglieder vertrauen.

Der nächste Schritt

Dieses Vertrauen entsteht unter anderem auch aus einem dem Projektziel förderlichen Verhalten. Im nächsten Schritt gilt es dann also zu klären, was Wissensintegration im Projektkontext ist und wie sie idealerweise von statten geht.

Nur eine Frage muss vor dieser Erklärung von Wissensintegration noch beantwortet werden, und auf diese Frage gibt es sehr viele Antworten die sich teilweise gegenseitig sehr stark ausschließen: Was ist denn nun Wissen?

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