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Zum „14. Tag gegen Lärm“: Schwerhörigkeit häufigste Berufskrankheit


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Heute ist der internationale „Tag gegen Lärm“. Er rückt eine oft unterschätzte Gefahr ins Bewusstsein: Millionen Berufstätige leiden unter Lärmbelastungen – nicht nur im Bau- oder Industriegewerbe bekommen Deutschlands Arbeitnehmer gewaltig etwas auf die Ohren.

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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Schwerhörigkeit häufigste Berufskrankheit

Rund fünf Millionen Erwerbstätige hierzulande sind starken Lärmbelastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Mit gefährlichen Folgen für die Gesundheit, warnen Experten anlässlich des 1„Tag gegen Lärm“ am 27. April.

So ist die Schwerhörigkeit aufgrund von dauerhaftem Schalldruck über 80 Dezibel, dB(A), die zurzeit am häufigsten anerkannte Berufskrankheit mit jährlich rund 5000 Neuerkrankten. Deshalb sollten Arbeitnehmer unbedingt auf die ihnen gesetzlich zustehende Einhaltung der betrieblichen Schutzmaßnahmen pochen, empfehlen die Experten.

„Dabei ist es mit der Bereitstellung von Gehörschutz allein nicht getan, wie manche Unternehmen irrtümlicherweise meinen. Sie haben eine umfassendere Fürsorgepflicht gegenüber ihrem Personal“, betont Martin Zeiml, der als Innhaber der A.U.S UmWeltberatungsgesellschaft Unternehmen verschiedenster Branchen zu Arbeitssicherheit und UmWeltschutz berät.

14 Millionen Betroffene

Aktuell klagen etwa 14 Millionen Bundesbürger über auf Lärmbelastungen zurückführbare Störungen wie Schwerhörigkeit, Tinnitus oder Hörsturz. Doch chronischer Lärm schlägt nicht nur aufs Gehör. Er kann als konstanter Stressfaktor auch zahlreiche andere Krankheiten nach sich ziehen.

Etwa Schlafstörungen, Depressionen, Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem steigt die Unfallgefahr am Arbeitsplatz erheblich, weil die Konzentration der Mitarbeiter nachlässt. Das macht anfällig für Fehler.

Was sagt das Gesetz?

Die für Arbeitskräfte aller Branchen wichtigsten Regelungen zum Lärmschutz enthält die sogenannte Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (2007). Demnach muss den Beschäftigten ab 80 dB(A) Lärmbelästigung (entspricht lauter Rockmusik) nicht nur unaufgefordert ein Gehörschutz ausgehändigt werden, sondern die Mitarbeiter sind auch ausdrücklich über eine mögliche Gehörschädigung zu informieren.

Außerdem haben sie Anspruch auf entsprechende arbeitsmedizinische Betreuung. „Liegt der Geräuschpegel über 85 dB(A), ist der betreffende Bereich durch ein Warnschild zu kennzeichnen, in dem Gehörschutz getragen werden muss. Darüber hinaus sind neben regelmäßigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen dezidierte Lärmschutzmaßnahmen Pflicht, durch die der Schalldruck nachhaltig gemindert wird“, so Arbeitssicherheitsfachberater Martin Zeiml.

Welche Branchen sind betroffen?

Beschäftigte aus den Branchen Bau, Handwerk, metallverabeitende Industrie und Logistik (insbesondere Flughafenaußenbereiche und Dockanlagen) sind ganz besonders hohen Lärmbelas­tungen ausgesetzt. Diese liegen im Schnitt zwischen 95 und 130 Dezibel – in etwa die Lautstärke einer viel befahrenen Autobahn beziehungsweise eines startenden Düsenjets.

Aber auch mit dem Einzug der Großraumraumbüros, Officepersonal und Call-Center-Mitarbeiter. „Früher galten für Büros noch Grenzwerte von 55 beziehungsweise 70 Dezibel, was mit entferntem Fluglärm vergleichbar ist. Darauf wurde bei der neuen Verordnung leider verzichtet.

Lärmgrenze für Büroarbeiten

Arbeitnehmer aus dem Officebereich können sich aber auf die Grenzwerte nach DIN EN ISO 11690-1 berufen: Sie liegen bei 45 dB(A) für Tätigkeiten mit besonderer Konzentration und bei 55 dB(A) für normale Bürotätigkeiten”, sagt Qualitätsmanager Martin Zeiml.

Das entspricht dem Brummen eines Kühlschranks – ist also nicht die Rückkehr der Stille, macht aber konzentriertes Arbeiten möglich.

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