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Der Karriere-Führerschein: In 7 Schritten eine Folienpräsentation erstellen (Teil 1)


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Michael Moesslang hat ja gerade hier im Blog vorgestellt, wie man spannend präsentiert. Mir geht es eher um die allgemeineren Fragen: Wie sollte eine gute Präsentation überhaupt strukturiert sein? Wie sieht die Realität aus? Und wie vermeidet man die häufigsten Fehler?


Hier schreibt für Sie:

 

mn-daefler-2014-03-17-farbig Professor Dr. Martin-Niels DäflerProf. Dr. Martin-Niels Däfler lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main.

Profil

Ein kritisches Wort vorab: Bereits im Jahr 2004 gelangte eine Studiengruppe an der University of New South Wales (Australien) zu der Erkenntnis, dass uns Folienpräsentationen überfordern.

Erkenntnisse der Wissenschaft

Es sei kontraproduktiv, Informationen in einer Mischung aus akustischer, visueller und eventuell sogar noch bewegter Form zu vermitteln. Informationen würden besser verstanden, wenn man sie entweder akustisch oder visuell überbringe. Der Grund: Wenn Text und Sprache parallel laufen, dominiert das Geschriebene. Das gesprochene Wort verhallt und wird vergessen.

Aber: Folien sind nicht per se schlecht; denn sie kommen den Gewohnheiten des Menschen entgegen: der Mensch ist ein Augentier und nimmt visuelle Informationen besonders effizient auf.

Realitätscheck

Aber wie sieht die Realität aus? Folienpräsentationen sind oft von miserabler Qualität.

Noch immer scheint sich das Vorurteil zu halten, dass die Anzahl an Folien und Informationen mit der Kompetenz des Referenten korreliert. Außerdem sind die meisten Folienpräsentationen mit viel zu viel Text und Details gefüllt. Das Gegenteil ist aber der Fall, sowohl, was die Menge an Folien als auch deren Inhalt betrifft: Weniger ist mehr.

Fehler vermeiden

Was also ist zu tun? Zunächst gilt es, den am häufigsten begangenen und schlimmsten Fehler bei Folienpräsentationen zu vermeiden: Folien dürfen nicht gleichzeitig als Handouts für die Teilnehmer genutzt werden.

Machen Sie sich die Mühe und erstellen Sie zwei Arten von Dokumenten: Folien gemäß der folgenden Anleitung und Teilnehmerunterlagen, in denen Sie alle Details, Zahlen oder Grafiken unterbringen.

Schritt 1: Klären Sie, was Ihr Ziel ist

Nur, wer sein Ziel kennt, kann den Weg finden. Also: Machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie eigentlich erreichen wollen. Halten Sie inne und fragen Sie sich: „Wenn sich mein Publikum nur einen einzigen Satz merken könnte, welcher wäre das?“ Die Antwort ist Ihr Ziel beziehungsweise Ihre Kernbotschaft.

Schritt 2: Klären Sie die Rahmenbedingungen

 

  • Wie viel Zeit steht zur Verfügung?
  • Wie viele Zuhörer werden erwartet?
  • Welche Technik steht zur Verfügung (Beamer, Notebook, Mikrofon)?
  • Wo findet der Vortrag statt?

Schritt 3: Klären Sie, wer Ihr Publikum ist

Wie bei allen Kommunikationsformaten und -arten ist es auch beim Erstellen von Präsentationen wichtig, sich zunächst einmal Gedanken über die Empfänger, also das Publikum, zu machen. Das ist gar nicht so einfach, wie es zunächst erscheinen mag, denn wir alle unterliegen dem sogenannten „Fluch des Wissens“:

Wir wissen einfach zu viel über unser Fachgebiet und können uns nicht (mehr) vorstellen, dass andere weniger wissen. Nähern Sie sich also Ihren Zuhörern an, indem Sie möglichst viel über sie herausfinden:

  • Alter
  • Geschlechtsverteilung
  • hierarchische Stellung,
  • Verhältnis von Theoretikern zu Praktikern
  • Fachbereich
  • Aufgeschlossenheit gegenüber Ihrem Thema (Vorurteile, Einwände, Empfindlichkeiten, Widerstände)
  • Vorwissen und Erfahrungen
  • Motive für die Teilnahme (freiwillig, gezwungen)
  • Interessenskonflikte zwischen Teilnehmern
berufebilder

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