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Wie Facebook seine Nutzungsbedingungen von 2005-2010 veränderte: Privatsphäre-Verlust in Raten


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Zur Zeit wird Facebook mit seinen Einstellungen zur Privatsphäre ja wieder heftig diskutiert. Doch wer Facebook verstehen will, muss wissen, wie die Plattform sich im Laufe der Zeit verändert hat. Mit der Zeit wurden diverse Justierungen an den Einstellungsmöglichkeiten, die der Nutzer vornehmen konnte, durchgeführt.facebook Wie Facebook seine Nutzungsbedingungen von 2005-2010 veränderte: Privatsphäre-Verlust in Raten


Hier schreibt für Sie:

 

60 Jeannine KochJeannine Koch (geb. Bahrke) ist diplomierte Medienberaterin.

Profil

Anfangs war es nämlich nicht jedermann möglich, der Plattform Facebook beizutreten. Nach und nach öffnete sich das Unternehmen einer breiteren Nutzerschaft und veränderte mit dieser Öffnung gleichzeitig auch das Verständnis von Privatsphäre auf der Plattform.

2005

No personal information that you submit to Thefacebook will be available to any user of the Web Site who does not belong to at least one of the groups specified by you in your privacy settings.

2005 agierte Facebook noch als „Thefeacebook“ und galt als Raum privater Kommunikation, zu der kein Dritter, der nicht durch den Nutzer selbst als einer Gruppe zugehörig authentifiziert wurde, Zugriff hatte.

2006

We understand you may not want everyone in the world to have the information you share on Facebook; that is why we give you control of your information. Our default privacy settings limit the information displayed in your profile to your school, your specified local area, and other reasonable community limitations that we tell you about.

Bereits 2006 wird deutlich, dass Facebook die Kontrolle darüber, welche Informationen für welche Nutzergruppe sichtbar sind, nicht mehr nur dem Nutzer überlassen möchte.

Deshalb erweitert Facebook die Voreinstellung derart, dass von da an Profilinformationen des Nutzers wie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schule, zu spezifizierten Orten und zu bestimm-ten Gemeinschaften öffentlich sichtbar sind.

2007

Profile information you submit to Facebook will be available to users of Facebook who belong to at least one of the networks you allow to access the information through your privacy settings (e.g., school, geography, friends of friends). Your name, school name, and profile picture thumbnail will be available in search results across the Fa- cebook network unless you alter your privacy settings.

2007 öffnete sich Facebook für Drittanbieter. Facebook Connect wird für alle verfügbar. Zudem sind nun Informationen wie Name, Schule und Profilbild des Nutzers innerhalb der Suche auf Facebook per Voreinstellung für jedermann sichtbar.

November 2009

Facebook is designed to make it easy for you to share your infor- mation with anyone you want. You decide how much information you feel comfortable sharing on Facebook and you control how it is distributed through your privacy settings. You should review the default privacy settings and change them if necessary to reflect your preferences.

You should also consider your settings whenever you share information. Information set to everyone is publicly available information, may be accessed by everyone on the Internet (including people not logged into Facebook), is subject to indexing by third party search engines, may be associated with you outside of Facebook (such as when you visit other sites on the internet), and maybe imported and exported by us and others without privacy limitations. The default privacy setting for certain types of information you post on Facebook is set to everyone Yo can review and change the default settings in your privacy settings.

Im November 2009 wird Facebooks Ziel, eine große Menge an Informationen möglichst einer großen Menge an Nutzern zugänglich zu machen, deutlich. Facebook weist den Nutzer auf die Kontrollmöglichkeiten hin, die dieser hat, um private Daten nur bestimmten Empfängern zur Verfügung zu stellen.

Zudem wird erläutert, dass nicht nur Facebook-Nutzer, sondern jeder, der im Internet surft, zugriff auf die Daten hat. Überdies wird der Nutzer darauf aufmerksam gemacht, dass Informationen, die mit der Einstellung „everyone“ geteilt werden, durch Suchmaschinen indiziert werden und somit ungehindert importiert und exportiert werden können, sowohl von Facebook als auch durch Dritte.

Dezember 2009

Certain categories of information such as your name, profile photo, list of friends and pages you are a fan of, gender, geographic re- gion, and networks you belong to are considered publicly available to everyone, including Facebook-enhanced applications, and there- fore do not have privacy settings. You can, however, limit the ability of others to find this information through search using your search privacy settings.

Im Dezember 2009 fand die bisher massivste Einschränkung der Kont-rollmöglichkeiten der Nutzer über die Freigabe ihrer privaten Daten statt. Seitdem waren Name, Profilfoto, die Liste der Freunde und die der Facebook-Seiten von denen man Fan war, Geschlecht, regionale Zugehörigkeit und Netzwerke, zu denen man gehörte, offen im Internet sichtbar.

Der Nutzer hatte seither nicht mehr die Möglichkeit, diese Einstellungen seinen Wünschen nach anzupassen. Einzig die Einstellung, ob man durch Suchmaschinen auffindbar sein wollte oder nicht, konnte manuell verändert werden.

April 2010

When you connect with an application or website it will have access to General Information about you. The term General Information includes your and your friends names, pofile pictures, gender, user IDs, connections, and any content shared using the Everyone privacy setting. … The default privacy setting for certain types of information you post on Facebook is set to „everyone“

… Because it takes two to connect, your privacy settings only control who can see the connection on your profile page. If you are uncomfortable with the connection being publicly available, you should consider removing (or not making) the connection.

Die im April 2010 getätigte Anpassung der Privatsphäreneinstellung zielte auf die Öffnung des Nutzers gegenüber Applikationen und externen Webseiten ab. Nimmt der Nutzer keine Veränderung an der Voreinstellung „everyone“ vor, übermittelt er alle allgemeinen Informationen über sich.

Diese beinhalten den Namen des Nutzers und die Namen seiner Freunde, das Profilbild, das Geschlecht, Verbindungen jeglicher Art und Inhalte, die unter der Voreinstellung „everyone“ geteilt werden.

2004-2010 im Überblick

Betrachtet man die Entwicklung der Privatsphäre auf Facebook von 2004-2010, ist eine gravierende Verände- rung in der Grundauffassung dieser Plattform zu beobachten. Galt Facebook anfangs noch als privat, ist es heute offener und freier zugänglich denn je.

Noch im Jahr 2008 sagte Zuckerberg in einem Interview, dass die Kontrolle über die eigene Privatsphäre der Vektor sei, um den Facebook herum betrieben werde. Die Ende 2009 erfolgten fundamentalen Veränderungen der Privatsphäreneinstellungen führten jedoch dazu, dass diese 2008 getätigte Aussage nicht mehr der aktuellen Version und Ausrichtung von Facebook entsprachen.

Sind die Menschen offenber geworden?

Im Dezember 2009 begründete Barry Schnitt, Facebooks Direktor für Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die veränderten Voreinstellungen der Privatsphäre auf Facebook mit dem Wandel der Welt und dem veränderten Nutzerverhalten. Sie seien inzwischen bereit Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die ehemals als privat erachtet wurden.

Er führt weiter an, dass es inzwischen öffentliche Blogs, statt Tagebücher gäbe und es derzeit eine höhere Anzahl an Kommentaren auf den Internetseiten von Zeitungen gibt, als es jemals Leserbriefe gab.

Facebook als Bindeglied?

Zudem hebt Schnitt hervor, dass die Nutzer Facebook einen höheren Wert beimessen, wenn es ihnen Auskunft darüber gibt, wie die Welt der Menschen aussieht mit denen sie auf Facebook verbunden sind. Dadurch sieht sich Facebook in der Rolle des Bindeglieds, welches versucht das gegenseitige Verständnis der Facebook-Nutzer zu stärken.

By making the world more open and connected, we’re expanding understanding between people and making the world a more em- phathetic place. And we know that when users find their friends, are found by their friends and learn more about the world around them – they find more value on the site.

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