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Mein Essay bei changeX Genossenschaften als Rechtsform für das Internetzeitalter – Teil 5: Die leidige Bürokratie



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Eigentlich bestehen also ideale Voraussetzungen für Genossenschaftsgründungen in Deutschland. Selbige müssten also wie Polse aus dem Boden schießen. Warum tun sie es dann nicht? Weil die Genossenschaften auch einige Nachteile haben. staedte-karrierecheck Mein Essay bei changeX Genossenschaften als Rechtsform für das Internetzeitalter - Teil 5: Die leidige Bürokratie


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Schuld an dem nicht vorhandenen Boom trägt vor allem die Bürokratie. Schon die Gründung einer eG ist mit erheblichem Aufwand verbunden, der den Gründungsaufwand einer Kapitalgesellschaft noch übersteigt.

Zunächst muss eine Gründungsprüfung durchlaufen werden, die mehrere Wochen dauert und mehr als 3.000 Euro kosten kann. Außerdem muss die eG Mitglied eines genossenschaftlichen Prüfungsverbandes werden, was in der Regel einen Grundbeitrag von mehreren Hundert Euro pro Jahr kostet.

Weitere Pflichten

Danach muss sich die Genossenschaft alle zwei Jahre einer gesetzlichen Prüfung unterziehen, wofür 4.000 Euro oder auch mehr anfallen können. Und es geht weiter mit den Pflichten:

Die Genossenschaft muss sich als Formkaufmann, ganz egal wie groß sie ist, in das Handelsregister eintragen lassen. Das ist mit weiteren Kosten verbunden: Die eG muss Mitglied der Industrie- und Handelskammer werden und Körperschaftssteuer zahlen. Außerdem ist sie zur Bilanzierung verpflichtet.

Handelsregister & Buchhaltung nötig

Dafür wiederum benötigen die Genossenschafter Buchhaltungskenntnisse, die in kleinen Unternehmen oft nicht vorhanden sind. Also muss man auch einen Steuerberater beauftragen, der weitere Kosten verursacht. Dieser erhebliche Aufwand macht die Genossenschaft in Deutschland gerade für kleine Unternehmen, die ja eigentlich von der Rechtsform besonders profitieren sollten, unrentabel.

Und dennoch sind es gerade kleine, ambitionierte Unternehmen mit speziellen Nischenprodukten, die in letzter Zeit wieder öfter auf die Rechtsform der eG zurückkommen: „Die meisten unserer Mitglieds-Genossenschaften sind in den letzten fünf Jahren gegründet worden“, sagt Burchard Bösche vom Vorstand des Zentralverbandes deutscher Konsumgenossenschaften e.V.

Erfolgreiche Genossenschaften

Da ist etwa die Bremer Energiehaus-Genossenschaft eG, 2006 gegründet, um ihren Mitgliedern preiswert Strom und Gas zu liefern. In Aalen schlossen sich im gleichen Jahr 162 Cineasten zusammen, um in einem Programmkino Filme abseits des Mainstreams zu zeigen – mittlerweile hat die Programmkino Aalen eG über 520 Mitglieder. Und die Missing Link Versandbuchhandlung eG ist eine Importbuchhandlung, die sich auf das Besorgen englischsprachiger Titel spezialisiert hat.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen: In Deutschland gibt es rund 7.000 Genossenschaften mit rund 20 Millionen Mitgliedern, darunter Namen wie Edeka, Rewe, Coop, diverse Wohnungsbaugenossenschaften, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die verschiedensten Genossenschaftsarten im Dienstleistungsbereich.

Die eG steht & fällt mit dem Engagement ihrer Mitglieder

Dennoch hat eine Genossenschaft nicht nur bürokratische Nachteile: Zwar ist die Genossenschaft gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten auch deshalb attraktiv, weil bei fehlender Finanzierung durch die Banken die Einlagen der Mitglieder, also die Geschäftsanteile und das eventuell erhobene Eintrittsgeld, eine gute Alternative darstellen, das Kapital für das Unternehmen bereitzustellen.

Doch entsprechend gering ist dieses Kapital, wenn die Genossenschaft nur wenige Mitglieder hat. Wächst die Genossenschaft aber, indem immer mehr Mitglieder hinzu kommen, wächst auch der organisatorische Aufwand. Sprich, die Handlungsfähigkeit der eG steht und fällt mit dem Engagement ihrer Mitglieder, das häufig auch ehrenamtlich erbracht wird.

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