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Ermutigend, witzig, aber nichts wirklich Neues: Von sturen Reitern und toten Pferden!


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Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Ein Pferd liegt tot am Boden. Es sieht nicht so aus, als sei es gerade erst zusammengebrochen; es scheint schon eine Weile nicht mehr am Leben zu sein. Auf dem Pferd sitzt ein Mensch, der sich mich großer Anstrengung und um jeden Preis im Sattel halten will.

Natürlich nicht gerade einfach, wenn das Viech tot am Boden liegt. Das sieht absurd aus, aber noch absurder ist, dass der Reiter das nichtmal seltsam findet – so als sei alles ganz normal. Hört sich absurd an? Jeder vernünftige Mensch würde doch absteigen! Denken Sie!

Festhalten am Gewohnten!

Im Leben passiert aber allzuoft das Gegenteil, denn unsere Psyche tickt leider anders. Denn das menschliche Gehirn ist so ausgelegt, dass wir gerne an Vertrautem und Bewährtem festhalten, uns Neues aber Angst macht. Und daher steigen wir allzuoft eben nicht ab, wenn unser Pferd bereits tot am Boden liegt, sondern klammern uns wie verrückt am Sattel fest.

Zum Beispiel im Job: Wir machen eine Ausbildung oder absolvieren ein Studium, am besten eines das direkt auf den Beruf vorbereitet – und den entsprechenden Beruf sollen wir dann bis zur Rente ausüben. So jedenfalls ist der gängige Weg.

Schiefe Blicke und andere Ängste

Wer von diesem Ideal abweicht, muss schlecht in seinem Job sein – oder er ist einfach ein unzuverlässiger Mitarbeiter. Und auch ohne die schiefen Blicke hängt man oft lieber am Gewohnten fest, auch wenn man längst eingesehen hat, dass es eigentlich falsch ist. Denn das neue, unbekannte erscheint unsererm Gehirn als unkalkulierbares Risiko!

Daher behalten wir lieber einen sicheren Job, als etwas Neues auszuprobieren. Doch genau dazu will Autor Tom Diesbrock, der selbst ein Medizinstudium abgebrochen hat und heute als Psychologe und Coach arbeitet, seine Leser bringen: „Das Gehirn wird heute als lebenslang lernfähig angesehen. Wenn Sie sich mit 70 noch entscheiden, japanisch zu lernenm haben Sie dafür also die ausreichende Hardware.“

Regisseur oder Komparse

Denn man muss sich entscheiden, ob man in seinem eigenen Leben lieber Regisseur oder Komparse sein will: Erstere sind die mutigen Entscheider, die sich hohe Ziele setzen und diese auch erreichen. Komparsen sind hingegen diejenigen, die sich hilflos in ihr Schicksal ergeben.

Nun glaube ich selbst, dass eine positive Grundhaltung im Leben wichtig ist, um voranzukommen. Allerdings halte ich selbst nicht viel von NLP-Methoden alla „Du kannst alles erreichen, wenn du nur willst“. Es ist Dierbrocks Verdienst, dass er dieses schwierige und umstrittene Thema differenziert, mit Verve und viel Witz anpackt.

Er entgeht der Gefahr, Menschen in verallgemeinernde Schubladen zu stecken und zeigt, dass Mut zur Veränderung sich lohnt – und das mit zahlreichen unterhaltsamen Anekdoten und Metaphern Oder hat man im Märchen je von einem Prinzen gehört, der sich lieber am Schloss-Pool langweilt, als Drachen zu töten oder Prinzessinnen zu retten – weil er ja nicht wusste ob es sich lohnt? Eben!

Ja, aber, oder?

Die „Ja-Aber-Sager“, die bei so einem Buch zuhauf auf den Plan treten („Ich würde ja gerne etwas ändern, aber ich brauche Geld/mehr Zeit/habe Kinder usw.“) entlarvt er mit 10 guten Gründen, ein totes Pferd zu reiten – die er alle nicht gelten lässt.

Kurz: Ein ermutigendes Buch mit einem optimistischen Menschenbild, das auch auch noch angenehm und unterhaltsam zu lesen ist und ohne nervigen erhobenen Zeigefinger daherkommt. Im Gegenteil, Diesbrock will seinen Lesern auf keinen Fall Schuldgefühle einreden.

Mein Fazit

Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen, wenn nicht gar aus der Seele gesprochen. Ich kenne haufenweise Leute, denen ich es mal in die Hand drücken würde, nach dem Motto „Lies das mal!“. Eine hervorragende Hilfestellung für Leute, die Angst haben, etwas neues auszuprobieren.

Wer allerdings konkrete Tipps zur Jobsuche möchte, sucht hier vergeblich: Es geht in erster Linie um Selbsterkenntnis. Das macht der Autor dafür Hervorragend. Und auch bahnbrechend neue Inhalte sollte man hier nicht erwarten: Eher wird altbekanntes in neuem Gewand präsentiert. Das dafür aber umso unterhaltsamer. Vielleicht macht genau das das Buch so interessant.

Übrigens: Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch Svenja Hofert, die es ebenfalls besprochen hat!

Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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