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Nie etwas zu Ende bringen und trotzdem glücklich: Die Kunst des Un-Perfekten


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Heute geht es um ein Buch, das thematisch natürlich hervorragend zu diesem Blog und zum Thema Perfektionismus passt: Wabi Sabi geht davon aus, dass wir niemals mit irgendetwas fertig werden. Daher ist Perfektion und Stillstand nicht zu erreichen – und das wäre ja auch langweilig. Und: Diese Sichtweise entspannt ungemein!

Nur wo Schrammen und Kratzer sind, ist auch Leben

Es sind die Kratzer, die Beulen und Schrammen, die Persönlichkeit verleihen. Den Menschen genauso wie den Dingen. Einzigartig ist, was lebendig ist und die Vergänglichkeit akzeptiert.

Das Perfekte, das Fertige ist dagegen leblos. Auf diesen Grundannahmen der japanischen Kultur des Wabi Sabi entwickelt Christopher A. Weidner die Perspektive für ein entspanntes und bewusstes Leben in der modernen Welt.

Sich an der Vergänglichkeit des Augenblicks erfreuen

Der Blick von außen ermöglicht immer wieder neue Sichtweisen auf scheinbar Altbekanntes. Sehr gut gelingt dies Christopher A. Weidner mit dem Rückgriff auf die in Japan heute noch präsente Kultur des Wabi Sabi.

Entstanden als Gegenbewegung gegen die prunkvollen Teezeremonien Chinas, entwickelte Sen no Rikyu im 16. Jahrhundert eine ästhetisch auf das Wesentliche reduzierte Kultur. Im Zentrum steht die Achtsamkeit auf den Augenblick. Das bedeutet das bewusste Wahrnehmen des Vergänglichen. Berühmtestes Beispiel dafür sind die abgefallenen Kirschblüten auf dem sauber gerechten Kieselweg.

Gegen die Illusion, irgendwann einmal mit etwas „fertig“ zu sein

Wabi Sabi gibt uns auch Hinweise für das ganz alltägliche Leben. So stellt Christopher A. Weidner dem klassischen Zeitmanagement einen scheinbar provokanten Wabi-Sabi-Satz entgegen: „Wabi Sabi geht davon aus, dass wir niemals mit etwas fertig werden … es geht darum, das, was wir tun, aus ganzem Herzen zu tun und es zu genießen.“

Aus dieser Perspektive erschließt sich das Potenzial dieser sehr alten japanischen Kultur. Sie setzt ein Gegengewicht zum materialistischen Primat der Quantität, indem sie den Fokus auf die Qualität setzt. Als Beispiel dient ein schönes Abendessen mit Freunden.

Die Kunst des Lebens

Lebensfreude und Lebenszufriedenheit wird nur finden, wer den Augenblick und damit auch die Vergänglichkeit des Augenblicks wahrnehmen und genießen kann. Wer dagegen gleich an eine Wiederholung (und damit Vervielfachung) des Essens und der Stimmung denkt, wird immer einer Schimäre hinterherjagen.

„Nicht perfekt und trotzdem glücklich“ heißt das Buch im Untertitel. Das Versprechen löst der Autor Christopher A. Weidner ein, indem er seine Leser durch viele Fragen und Anregungen dazu anleitet, die wahren Motive und Werte zu erkennen.

Fazit

Dazu führt er auch in einem Schnelltest durch die 16 Lebensmotive des amerikanischen Psychologen Steven Reiss. Ziel ist es, aufgrund des individuellen Persönlichkeitsprofils eine eigene Lebenskultur zu entwickeln, die auf den Prinzipien des Wabi Sabi beruht.

Fazit: Eine gute Hinführung zur japanischen Wabi-Sabi-Kultur und eine Einladung, die Welt aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Hier schreibt für Sie:

 

38 Wolfgang HanfsteinWolfgang Hanfstein ist u.a. Mitbegründer und Chefredakteur von Managementbuch.de, der führenden Buchhandlung für Führungskräfte, Unternehmer und Selbständige.

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  1. Tanja Handl

    Eine wunderbare Buchempfehlung. Nur der Titel macht mich stutzig. Ich selbst halte es lieber mit „Nicht perfekt und deshalb glücklich“.

  2. KompetenzPartner

    Nie etwas zu Ende bringen und trotzdem glücklich: Die Kunst des Un-Perfekten: Vergrößern Sie das…

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