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Nur wenige leben ihren Traum(job): Sicherheitsdenken statt Leidenschaft?


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Der Traumjob: Eine Tätigkeit, die uns fordert und einfach immer(?) Spaß macht. Wie in der Rocky Horror Picture Show: Don’t dream it – be it!“ Die Realtität sieht leider anders aus: Offenbar verwirklichen in Deutschland gerade mal 8 Prozent ihre Träume im Job.


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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Das zumindest sagt eine aktuelle Umfrage des Karriereportals Monster. Demnach können die meisten vom Traumjob nur träumen. Die große Mehrheit, nämlich 92 Prozent der befragten Teilnehmer in Deutschland gehen nicht ihrem Traumberuf nach. Und die Gründe sind zum überwiegenden Teil finanzieller Natur – gut 49 Prozent der Teilnehmer geben an „Wenn ich es mir finanziell leisten könnte, würde ich sofort meinen Job aufgeben und meinen Traum verfolgen.“

Anderen fehlt schlichtweg die Zeit, um sich die für den Traumberuf notwendigen Kenntnisse anzueignen, wie es bei einem Drittel der Umfrageteilnehmer der Fall ist. Und Zehn Prozent der befragten Deutschen wünschen sich Unterstützung bei der Verwirklichung ihres Traums. Nur acht Prozent geben an, ihren Traumjob bereits auszuüben.

Ähnlich in Österreich und der Schweiz

In den Nachbarländern Österreich und Schweiz zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Nur sieben Prozent der österreichischen und zwölf Prozent der Schweizer Befragten haben ihren Traumjob bereits gefunden.

Auch den Schweizer Arbeitnehmern fehlt vor allem das Geld, um ihren Traumjob in Erfüllung zu bringen: 60 Prozent würden sofort den derzeitigen Beruf aufgeben und ihren Traum verfolgen, wenn sie es sich leisten könnten. 23 Prozent der Schweizer Umfrageteilnehmer fehlt die Zeit, um ihren Traum wahr werden zu lassen; nur fünf Prozent wünschen sich dafür Unterstützung.

Über die Hälfte der Österreicher sieht ebenso die finanzielle Hürde als größtes Hindernis auf dem Weg zum Traumberuf, gefolgt von Zeitmangel (31%) und fehlender Hilfestellung (11%). An der Umfrage nahmen vom 18. bis zum 31. Januar 3.580 Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.

Don’t Dream it – be it?

Pflichtergeben, sicherheitsbewusst – aber ohne Visionen. Klingt nachvollziehbar, gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, aber doch ein wenig – deprimierend. Oder? Man ist da im ersten moment versucht, der großen Masse der Teilnehmer ein „Don’t Dream it – be it“ zuzurufen – übrigens eine Liedzeile aus der Rocky Horror Picture Show.

Dass die Situaton so nicht optimal ist, hat längst auch der Weiterbildungsmarkt erkannt. Angebote gibt es genug: „Wer in seinem Job nicht zufrieden ist, muss sich zunächst dazu entscheiden, seine Situation selbst verbessern zu wollen“, sagt beispielsweise Bewerbungstrainer Dieter L. Schmich. „Im zweiten Schritt ist es wichtig, die persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu analysieren und anschließend festzustellen, welche Arbeitgeberzielgruppe für die Jobsuche relevant ist. Erst dann können vakante Positionen professionell gefunden und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen zielgerichtet erstellt werden.“

Das ist übrigens eine Methode, die im Life Work Planning schon seit Jahren erfolgreich angewendet wird: Hier analysieren die Teilnehmer zuerst ihre eigenen Fähigkeiten, machen sich dann Gedanken darüber, wie sie arbeiten wollen – und erkunden in einem Dritten Schritt durch gezielte Ansprache von Teilnehmern, wie sie an eine solche Stelle herankommen.

Ist der Traumjob wirklich immer so toll?

Mich hat an der Umfrage noch etwas anderes nachdenklich gestimmt – etwas, nach dem leider nicht gefragt wurde. Was ist für die meisten eigentlich der Traumjob? In der Regel ist es doch häufig, wenn man genauer nachfragt irgendeine Illusion, die man sich von einem bestimmten Job macht, die aber mit der Realität wenig gemein hat. Beispielsweise stellen sich die meisten Leuten unter Journalismus aufregende Recherche vor – und dabei ist es auch oft langweiliger Routineschreibkram.

Mit diesen falschen Vorstellungen im Kopf sind die Leute dann noch unzufriedener in ihrem Job – statt sich z.B. zu überlegen, was sie an ihrer Situation im Kleinen noch ändern könnten um etwas zufriedener zu werden. Denn häufig hat man sich ja seinen Job mit einer bestimmten Absicht ausgesucht und oft bedarf es nur kleiner Änderungen um viel mehr Freude an seiner Arbeit zu haben.

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  1. Pingback: Umfrage zum Thema Umzug für Traumjob: Sind die Deutschen phlegmatischer als Österreicher und Schweizer? | Berufebilder by Simone Janson

  2. Simone Janson

    Danke. Ich nehme auch an, dass die erschreckend hohe Zahl der – ja auch an sich nicht unbedingt repräsentativen Umfrage – genau aus dieser Grundunzufriedenheit resultiert. Ziemlich traurig.

  3. Ich finde die letzten beiden Absätze relativieren die Umfrage- zu recht. Was ist DER Traumjob? …letztendlich zählt oft was man daraus macht. Und nicht unbdedingt im Sinne von Weiterbildung, sondern im kleinen anzufangen: zu versuchen eine maximale Freude an den Tag zu legen und in dem individuell machbaren Rahmen Dinge zu gestalten.

    Ich behaupte es liegt viel an einer grundsätzlichen Unzufriedenheit einiger Menschen. Würde man diese danach fragen ob sie ihren Traumpartner/-wohnung/-kinder gefunden haben, im Endeffekt ihr Traumleben führen, würde auch das ein großer Teil verneinen.

  4. heikoditges

    Nur 8% leben ihren beruflichen Traum. 49% würden gern sofort Job aufgeben. via @SimoneJanson // Yippie gehöre zu den 8%

  5. RT @holger_moller: Studie: Nur 8% leben ihren beruflichen Traum. 49% würden gern sofort Job aufgeben. via @SimoneJans …

  6. Holger Moller

    Studie: Nur 8% leben ihren beruflichen Traum. 49% würden gern sofort Job aufgeben. via @SimoneJanson #arbeitsmarkt #ldt

  7. Martina Gruhn

    RT @SimoneJanson: Umfrage, die nachdenklich macht: Nur 8% leben ihren #Traumjob – wie siehts bei Euch aus? #fb

  8. bildung_news

    RT @SimoneJanson: Umfrage, die nachdenklich macht: Nur 8% leben ihren #Traumjob – wie siehts bei Euch aus? #fb

  9. Sandra Ruppert

    RT @SimoneJanson: Umfrage, die nachdenklich macht: Nur 8% leben ihren #Traumjob – wie siehts bei Euch aus? #fb

  10. Simone Janson

    Umfrage, die nachdenklich macht: Nur 8% leben ihren #Traumjob – wie siehts bei Euch aus?

  11. Simone Janson

    Umfrage, die nachdenklich macht: Nur 8% leben ihren #Traumjob – wie siehts bei Euch aus? #fb

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