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Netbook im Langzeit-Test: Zugfahren mit dem Nokia Booklet 3G



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Offenlegung: Der Mobilfunkprovider o2 Business hat diverse Testgeräte wie das HTC Desire S Smartphone und das Nokia Bookle 3 G unbegrenzt zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt – zusammen mit einer kostenlosen mobilen Internet- bzw. Handyflatrate. 

Zugfahren – das war der Hauptgrund, warum ich ein Netbook wollte. Denn wenn man schon Koffer und Handtasche dabei hat, mark man sich nicht noch mit einer Notebooktasche belasten. Außerdem ist in einem überfüllten Zug, wo man sich öfter mal durch den halben Zug drängeln muss, um einen freien Sitzplatz zu finden, jedes Gepäckstück einfach zu viel.

Die Lösung konnte nur ein Netbook sein, das neben einigem anderen Kram auch in meine Handtasche passt.

Beim Umsteigen schnell mal kurz anmachen

Schon vor Fahrantritt der erste Vorteil des Handtaschen-PCs: Zum Bahnhof gehetzt – und der Zug ist mir vor der Nase weggefahren. Da sitze ich nun – 15 Minuten sind zu wenig Zeit, um noch etwas vernünftiges zu erledigen, aber zu viel um Löcher in die Luft zu staren. Also flott das Netbook aufgeklappt, um den ersten Artikel einzutippen. Diesen Vorteil konnte ich nun schon ein paar mal nutzen. Zum Glück ging das Hochfahren mit 2 Minuten recht fix.

Mittlerweile, nach Installation der ersten Programme, braucht das Gerät, typisch Windows, allerdings schon deutlich länger – gute 5 Minuten. Vielleicht liegt das auch an der Art der Software. Um es also mal kurz zwischen zwei Zügen anzuwerfen, schon zu lange. Für die Fahrt im Regionalzug gerade noch angängig. Allerdings hat Windows einen eingebauten Festplattenschutz: Sprich, wenn das Gerät in angeschaltetem Zustand bewegt wird, wird die Festplatte aus Sicherheitsgründen einfach gesperrt. Man kann das Netbook also auch in angeschaltetem Zustand mal kurz in die Handtasche stecken, mal kurz Ein- oder Umsteigen und es dann wieder herausholen. Praktisch! Nokia_Booklet_3G04 Netbook im Langzeit-Test: Zugfahren mit dem Nokia Booklet 3G

Akku als Glücksfall fürs Zugfahren

Tatsächlich erweist sich das Nokia-Netbook fürs Zugfahren als ausgemachter Glücksfall. Beispiel meine Fahrt zu meiner ersten Fernsehaufzeichnung nach Baden Baden. Aus zeitlichen Gründen und weil der Zug eben durchfährt musste ich hier den Eurocity nehmen. Wer ab und zu mal mit dem Eurocity fährt, der weiß: Schweizer Wägen, schlecht beheizt – und keine Steckdosen. Vor den Steckdosen für die Reinigungsgeräte werde ich von der DB-Bediensteten nachdrücklich gewarnt. Aber, das ist das große Glück, selbst der halbaufgeladene Akku trägt mich noch die über zwei Stunden Zugfahrt bis Baden Baden.

Merke: Wer ab und zu mal Eurocity fährt, sollte auf einen langlebigen Akku achten.

Auch Weihnachten als es schwierig war, einen Sitzplatz zu bekommen, war der gut laufende Akku ein wahrer Segen, weil ich mich eben nicht bis zu einem Netbooksitzplatz (diesmal im IC) Durchkämpfen musste. Man muss auch nicht, wie kürzlich bei einem Mitreisenden erlebt, andere Reisende um einen freien Steckdosenplatz anbetteln. Arbeiten im Zug wird dadurch deutlich entspannter. Ganz zu Schweigen von langwierigen Fahrten mit Regionalzügen oder U- und S-Bahnen, die man auf diese Weise viel effketiver nutzen kann.

Es gibt aber auch findige Mitreisende, die nach eigenem Bekunden öfter fahren und das leidige Steckdosenproblem mit einem Mehrfackstecker und einem Verlängerungskabel lösen. Es ist allerdings die Frage, ob man so etwas immer mitschleppen will 🙂

Manko UMTS-Verbindung

Jetzt wo das Akku-Problem gelöst ist, könnte dem professionellen Arbeiten unterwegs nichts mehr im Wege stehen. Tut es aber leider doch. Zwar habe ich testweise eine UMTS-Flatrate von o2 – aber die funktioniert mal und mal nicht. Im Regelfall funktioniert UMTs gut, wenn man sich innerhalb einer Stadt befindet, z.B. im Bahnhof, oder eben mit den örtlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend gurkt. Außerhalb der Städte allerdings ist UMTS eine ziemliche Katastrophe. Was gut funktioniert, ist zwischen zwei Bahnhöfen mal kurz einen Blogpost zu schreiben und diesen dann einzustellen. Auch seinen Facebook und Twitterstatus kann man auf diese Weise ganz gut von unterwegs aus updaten.

Was man jedoch vergessen kann sind Überarbeitungen der Website. Mal abgesehen davon, dass solche Frickelarbeiten auch mit dem kleinen Display zum Problem werden, schafft man es in den UMTS-Zonen kaum, nennenswert etwas im Layout zu ändern, weil die Verbindung immer wieder abbricht. Ich hab es dann nach mehrmaligen hartnäckigen Versuchen dennoch geschafft, weil mir die Fehler auf meiner Website unterwegs plötzlich aufgefallen waren und ich so etwas kaum mehrere Tage liegen lassen kann. Aber: Efffektiv arbeiten ist anders. Fazit: Blogtexte unterwegs schreiben ja – Website updaten nein.

Hier schreibt für Sie:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Simone Janson

    Hallo Boris, die fehlende Tastatur ist genau der Punkt, der mich an Tablett PCs auch stört. Allerdings wäre es manchmal zum Drauschauen bei einem 10Zoll-Display besser, wenn die Tastatur nicht im Wege wäre. Mein Traum: Netbook mit schwankbarem Display, bei dem sich die Tastatur unter das Dispplay drunterschieben lässt….
    Zu Windows habe ich ja hier noch einen ganzen Blogbeitrag geschrieben:
    Das Nokia hat tatsächlich nur 1GB Ram – das ist mir persönlich einfach zu langsam für Windwos.
    Mittlerweile habe ich tatsächlich Ubuntu 10.04 auf dem kleinen Netbook. Vorteile:
    – deutlich schneller
    – frei einstellbare Schriftgröße + Icongröße, auch in den Menüs – da kann man dann trotz großer Bildschirmauflösung schön arbeiten
    – Panels lassen sich wegklicken, daher kein Problem mit der Fenstergröße
    – sieht in der Netbookedition einfach super aus, der Bildschirmhintergrund lässt sich im Gegensatz zur Windows-7-Starter-Version auch austauschen
    – startet natürlich auch schneller..

    Leider gibt es auch einige Nachteile, die zum Teil offenbar dem Nokia-Netbook geschuldet sind:
    – Probleme bei der Installation der Graffikkarte – sprich, wie ich Videos abspiele, habe ich noch nicht so ganz raus…
    – Ruhemodus funktioniert nicht (bekannter Bug bei Ubuntu-Netbook-Edition)
    – Shortcuts funktionieren nicht
    – Batterianzeige scheint auch nicht 100% zu funktionieren

    Finde Ubuntu dennoch besser, Videos und Shortcuts brauche ich nicht unbedingt. Ubuntu 9.10 und 10.10 habe ich übrigens gar nicht hinbekommen zu installieren – bei ersterem funktionierte der Grafiktreiber nicht, bei zweiterem Unitiy…

    Übrigens ist man bei Nokia sofort auf 180, wenn man Ubuntu auf dem Netbook installieren will, weil man sich, O-Ton, wünscht, dass das Gerät mit Windows läuft…

    Zum Thema noch ein paar links:

    http://s60blog.com/2010/01/ubuntu-9-10-running-on-nokia-booklet-3g-video/ (hat bei mir nicht geklappt..)
    http://openattitude.com/2010/01/29/nokias-booklet-3g-hates-linux/

    Gruß
    Simone

  2. Den Segen mit der langen Laufzeit der Akkus bei den gängigen Netbooks kann ich persönlich nur zu gut nachvollziehen. Für mich war es einer der wichtigsten Entscheidungskriterien für den Kauf meines Netbooks. Während in der letzten Zeit zwar immer mehr Leute im ICE mit einem Tablet-PC anzutreffen sind, war dies für mich keine Alternative, da ich auch im Zug meistens am Arbeiten bin – da fehlt den Tablets leider eine anständige QWERTZ-Tastatur. Für das Verfassen längerer Texte im Zug ist da ein Netbook doch deutlich vorteilhafter!

    Die lange Ladezeit für Windows kann ich persönlich jedoch nicht bestätigen. Hier bietet es sich an, einen Großteil der von Haus aus installierten Programme wieder zu entfernen – die meisten sind in der Regel eh völlig unnötig. Eine andere Option wäre es, statt des Windows OS einfach eine Linuxdistribution zu installieren. Dank OpenOffice kann man auch mit diesen Betriebssystemen hervorragend von Unterwegs arbeiten.

  3. Ich habe den Netbook Typen test gemacht und bei mir ist tatsächlich das Nokia 3 G rausgekommen – der Test ist ganz unterhaltsam, ob er eine echte Hilfe bei der Kaufentscheidung ist – ich weiss nicht?

  4. Simone Janson

    Lieber Herr Dr. Frank,
    danke für den interessanten Einwand und die Buchidee… das wäre tatsächlich mal eine Überlegung wert…
    Ich lese meine Zeitung tatsächlich auch lieber online – schon alleine weil ich das normale Zeitungsformat ausgesprochen unpraktisch finde. Das ist eben Geschmackssache… Bliebe noch ein Buch – aber das möchte ich nicht auch noch mitschleppen. Tatsächlich finde ich für Unterwegs E-Texte, z.B. auch im PDF-Format, die praktischste Leseform, einfach weil man bei geringerem Gewicht eine ganze Bibliothek mitnehmen kann. Dafür muss man dann auch nicht die ganze Online sein – das ist ja, wie ich auch geschrieben habe, technisch auch gar nicht möglich.
    Und: Ich sehe es ein wenig umgekehrt wie Sie: Die Möglichkeit mobil zu arbeiten spart mir Zeit, z.B. um schnelle E-Mails oder Kommentare zu schreiben, dafür kann ich dann wieder andere Dinge tun.
    Gruß Simone Janson

  5. Dr. Matthias Frank

    Liebe Frau Janson,

    besten Dank für Ihre Erfahrungen mit dem Nokia Netbook.
    Keine Frage, diese kleinen Geräte finde auch ich sehr praktisch. Lese ich aber Ihren Beitrag, drängen sich mir mehrere Fragen auf. Sie schreiben, dass Sie nicht „15 Minuten Löcher in die Luft starren wollen“, 15 Minuten aber auch zu wenig Zeit seien, um noch etwas vernünftiges zu erledigen. Es ist schade, dass hier der Eindruck vermittelt wird, „offline-Zeit“ sei für Sie offensichtlich vergeudete Zeit. Auf mich macht der Beitrag den Eindruck, dass offensichtlich immer mehr Menschen damit beschäftigt sind, mehr oder weniger sinnvolle Informationen (ich hoffe, Sie sind mir nicht böse) in Internetangebote wie Facebook, Twitter, Blogs etc. einzustellen, und damit ihre Zeit verbringen (vergeuden?). Was nicht gebloggt wurde, ist nicht passiert. Aus meiner Sicht erreichen die neuen Geräte genau das, was sie sollen, nämlich dem Nutzer die Notwendigkeit des permaneneten „online-seins“ zu verdeutlichen.
    Auch ich arbeite oft und sehr gerne im Zug, für die Zeit dazwischen kaufe ich mir eine Zeitung und genieße die Zeit am Bahnhof, sie lesen zu können.
    Mein Vorschlag für eines Ihrer nächsten Bücher: wie wäre es mit einem Coaching-Buch „Die Kunst, offline zu sein-vom sinnvollen Umgang mit der gewonnenen Zeit“. Ich wette, auch dieser Trend wird kommen.

    Beste Grüße

    Dr. Matthias Frank

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