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Datenschützer Peter Schaar und die Neugier von Personal-Managern im Internet: Wenn Jobsuche zum Politikum wird!


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Interessant wird es ab Minute 8.35: Peter Schaar, Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, spricht im obigen Video beim Netzpolitischen Kongress von Bündnis 90/Die Grünen am 1November 2010 über das Thema „Welches Update braucht der Datenschutz?“. Das hat auf den ersten Blick erstmal wenig mit Recruiting & Jobsuche zu tun.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Google-Streetview als Hindernis bei der Jobsuche?

Allerdings kommt Herr Schaar sehr schnell auf das Skandal-Thema Google-Streetview zu sprechen – und dann wirds auch für Personaler und Jobsucher interessant. Sein Antibeispiel gegen Streetview, das man eben ab 8.35 findet: Ein Personal-Manager der Deutschen Bahn, der eine Stelle bestzen will und nun via Google Streetview im Fenster ein Anti-s21-Plakat findet.

Man hört an dem Gemurre im Saal, dass das Beispiel für einige der Anwesenden ziemlich weit hergeholt erscheint – für mich übrigens auch. Für andere Jobsucher, die sich weniger mit der Materie befasst haben, mag das aber durchaus eine sehr reale Angst sein.

Angst machen mit falschen Argumenten!

Da kann man nun beruhigen: Das Argument ist nicht nur weit hergeholt – es ist, schlicht ergreifend falsch und zeigt, dass Schaar die Realität in Deutschen Personalabteilungen nicht kennt.

Zum Thema Datenschutz, Social Media und die Verzahnung von Beruf & Privatleben habe ich Robindro Ullah, Personalmanager bei der DB-Services, interviewt.

Weder Zeit noch Interesse

Personaler haben nach einer Einschätzung überhaupt keine Zeit, Bewerber zu googeln. Darüber hinaus hat sich die Deutsche Bahn gerade selbst verpflichtet, nur noch Material zu verwenden, dass die Bewerber selbst zur Verfügung stellen und Recherchen auf Plattformen wie Facebook und Xing untersagt. Schaars Argument ist, gerade betreffend die Deutschen Bahn, schlicht und einfach falsch.

Ich kenne übrigens auch andere Personaler, die die Dinge, die da bei Facebook usw. passieren, dem Privatbereich zuordnen – und unberücksichtigt lassen, weil es ihnen vor allem um die Fachqualifikationen geht.

Fehlender Datenschutz als Imageproblem?

Klar, nun werden wieder die üblichen Verschwörungstheoretiker auf den Plan treten, die sagen, dass die Deutsche Bahn doch nur aus Imagegründen so tut als ob und in Wirklichkeit… oder dass es da bestimmt einzelne Mitarbeiter gibt, die dennoch googeln… klar Restrisiken kann man nie ganz ausschließen.

Es geht aber hier um etwas ganz anderes: Fehlender Datenschutz kann für ein Unternehmen ein großes Imageproblem bedeutet – und zwar ein derartiges, dass man sogar als Negativ-Beispiel Eingang in die politische Argumentation findet. Und so einen Image-Schaden kann kein Unternehmen wollen.

Fazit: Selbstverpflichtung ist der richtige Weg

Die Deutsche Bahn, die schon öfter mal wegen Datenschutzverletzungen in der Kritik stand, hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit ihrer Selbstverpflichtung das richtige Zeichen gesetzt. Wahrscheinlich kannte Sie Schaars Rede noch nicht einmal 😉

Jetzt ist die Frage, ob andere Unternehmen nachziehen und ein Zeichen für einen Vertrauensvollen Umgang mit ihren Mitarbeitern setzten und sich so, im Zuge des Employer Brandings, als seriöses Unternehmen präsentieren.

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