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Stressforschung: Wofür ist Stress eigentlich gut?



Stress – in aller Mund, sozusagen der Bürofeind Nr. Dabei war Stress ursprünglich ein segensreicher Reflex, der heute allerdings durch den ständigen Dauerarlarm zur Gesundheitsgefahr mutierte und schließlich sogar bis zum Burnout führen kann.

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Kampf oder Flucht?

Ohne die spontanen Stressreaktionen unseres Körpers – schneller Herzschlag, erhöhte Atmung, angespannte Muskeln, hochwaches Hirn – würden wir manche Gefahren viel zu spät realisieren. Ein höchst nützlicher Mechanismus also. Unsere frühen Ahnen reagierten darauf in aller Regel mit Muskelarbeit: Kampf oder Flucht.

Unser heutiger Lebensstil aber gibt uns kaum noch die Möglichkeit, den Stress wie zu Urzeiten mit Bewegung zu kontern. Aus dem lebensrettenden Notfallprogramm ist dadurch ein gefährlicher Krankmacher geworden. So steht es in der Dezemberausgabe der Zeitschrift Apothekenumschau.

Problem chronischer Stress

Das eigentliche Problem ist chronischer Stress, der etwa durch Zeitnot, Informations- und Reizüberflutung oder ein Übermaß an Arbeit entsteht. Bei Dauerstress setzt der Körper das Hormon Kortisol frei. Selbst bei jahrelang anhaltendem Druck sinkt seine Produktion in der Nebennierenrinde nicht ab.

Die Folge: Der Botenstoff hält uns unter Daueralarm. Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sind ständig erhöht. Die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose und Infektionsanfälligkeit steigt. Je länger der Druck anhält, desto mehr schlägt er auf das Gemüt. Erschöpfung und Depressionen kommen hinzu.

Stress muss abgebaut werden

Wie entkommt man dem Dilemma? Beanspruchung und Erholung müssten im Gleichgewicht sein, dann hält der Mensch eine ganze Menge Stress aus.

Wer wie unsere Vorfahren mit körperlicher Aktivität reagieren kann, ist schon auf einem guten Weg, denn jede Form von Bewegung ist gut bei Stress.  Beispiel  Krafttraining. Je öfter man die Muskeln trainiert, desto mehr Muskelzellen bauen sich auf und desto schneller nimmt der Stresshormonpegel ab.

Frauen halten Stress besser aus

Frauen haben dem Stress gegenüber von Natur aus einen Vorteil: Sie halten Dauerstress besser aus als Männer. Das liege an ihrer Fähigkeit, sich sozial gut zu vernetzen – eine der wirkungsvollsten Methoden, um Stress abzubauen.

Ein guter Umgang mit stressauslösenden Belastungssituationen lasse sich aber auch lernen. Dazu solle man versuchen, seinen persönlichen Stress-Typ zu erkennen: Was löst konkret den Druck aus und mit welchem Handlungsmuster reagiert man darauf? Wer weiß, wozu er neigt und wofür er anfällig ist, kann gezielt gegenlenken.

Bewegung und Organisation

Neben viel Bewegung, deren Art jeder nach Temperament und Leistungsfähigkeit wählen kann, hat sich ein Achtsamkeitstraining als gut wirksam zur Stressbewältigung erwiesen. Viele Kliniken und niedergelassene Therapeuten bieten in Deutschland entsprechende Programme an. Das Ziel ist, sich selbst und die UmWelt bewusst wahrzunehmen und sich ganz auf den Moment zu konzentrieren.

Da Stress aber auch viel mit schlecht organisiertem Alltag oder Beruf zu tun hat, muss Abhilfe dort ebenfalls einsetzen: besseres Zeitmanagement und Struktur für die Arbeitsabläufe. Weniger Perfektionismus bei vielen Dingen, das heißt weniger hohe Ansprüche an uns selbst. Und regelmäßiges Ausmisten von überflüssigen Dingen – Simplify your life eben.



Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil
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