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Karriere machen trotz Perfektionismus – Teil 10: Auf den richtigen Draht zum Chef kommt es an!



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Was Vorgesetzte hingegen wahrnehmen, sind die negativen Seiten des Perfektionismus, denn die sind leider viel offensichtlicher. Perfektionisten haben nämlich häufig nicht nur an sich selbst sondern auch an andere hohe Ansprüche und sind extrem Wahrheitsliebend.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Der gute Draht ist wichtig!

Daher halten mit ihrer Meinung nur ungern hinterm Berg, selbst wenn es weh tut. Außerdem befinden sich ehrgeizige Menschen praktisch in einem ständigen Konkurrenzkampf mit anderen fallen schon deshalb unangenehm auf.

Wer aber zum Beispiel im Meeting ständig Kollegen und sogar den Chef offen kritisiert und zeigt, dass er alles besser weiß, braucht sich nicht zu wundern, wenn er bald als rechthaberisch und unbequem verschrien ist und seine Sympathiepunkte aufbraucht. Statt solcherart den Finger auf brennende Wunden zu legen, wäre es manchmal viel bequemer, das Spiel um den schönen Schein einfach mitzuspielen.

Denn häufig steigt eben auf der Karriereleiter schneller nach oben, wer einen guten Draht zu den richtigen Leuten hat. Das hängt damit zusammen, dass der Mensch von Natur aus weniger auf Konkurrenzverhalten als auf Kooperationen ausgelegt ist.

Warum wir lieber kooperieren sollten

Der Neurobiologe und Arzt Joachim Bauer hat das in seinem Buch „Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren“ sehr einleuchtend begründet. Demnach ist die menschliche Grundmotivation, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben – und nicht etwa nach dem Motto survival of the fittest die Konkurrenz auszuschalten.

Und auch das Verhältnis zum Chef wird gleich besser, wenn man sich, statt ständig Kritik zu üben, mit ihm kooperiert. Das bedeutet nicht, dass man sich ständig für ihn aufopfert: Viel mehr geht es darum, den Chef und das Unternehmen bei seinen Zielen zu unterstützen, indem man sich in seine Lage versetzt und weiß was er will, bevor er es ausspricht.

Es geht darum, über die Abläufe im Unternehmen stets informiert zu sein, um bei Bedarf richtig agieren zu können. Und es geht darum, die eigenen Kompetenzen dahingehend zu erweitern, dass sie für das Unternehmen nützlich sind. Wer so handelt, macht seinem Chef das Leben leichter und sich selbst unentbehrlich – Karriere garantiert!

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  2. Simone Janson

    Hallo Herr Hagemann,
    danke für den anregenden Diskussionsbeitrag. Ich nehme an, Sie sind Profi? Leider haben Sie keine Website angegeben, auf der ich Sie finden könnte. Anregend ist Ihr Beitrag deshalb, weil er sehr schön zeigt, wie meine Thesen missverstanden werden können (oder wollen?). Und sehr schön auch Ihre polemischen Übertreibungen.

    Die Antwort auf Ihre im ersten Absatz geäußerte rhetorische Frage geben Sie sich ja schon selbst: „Er hat zwar eine Priorisierung der Arbeit gefordert, aber dennoch wollte er, dass alle Kunden (also 100 %) bedient werden, jeder Cent Umsatz mitgenommen wird, jede Minute der täglichen Arbeit auch genutzt wird, wie es einem Unternehmen gut tut.“

    Genau das ist ja der Punkt, den gerade Perfektionisten häufig missverstehen: 80 Prozent Leistung bedeuten eben nicht, das am Ende auch nur 80 Prozent Ergebnis herauskommen. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns keine Mühe mehr geben und rumschlampen, sondern es meint lediglich, ein gesundes Maß zu finden. Andersherum kann aber ein Pilot mit einer noch so hundertprozentigen Leistung leider nicht ausschließen, dass das Flugzeug dennoch abstürzt, auch wenn sich gerade Perfektionisten das gerne einreden, um sich zu beruhigen. Genau aber das führt gemeinhin zu Verunsicherung.

    Interessant ist Ihre Argumentationskette vom Piloten über den Mitarbeiter eines Wasserwerks bis zum Manager: Sie argumentieren nämlich ausschließlich vom Ergebnis her, implizieren damit also schon, das automatisch immer auch nur 80 Prozent Leistung herauskommen. Da gibt es aber zahlreiche Studien, die das Gegenteil belegen und sogar zeigen, dass der Hang, es um jeden Preis richtig machen zu wollen, erst recht zu Fehlern führt, weil man sich dadurch nur unnötig stresst. Stellen sie sich nur einen Mitarbeiter vor, der eine neue Maschine bedienen soll: Vielleicht hat er nächtelang die Handbücher dafür gewälzt, macht dafür aber jetzt aus Schlafmangel Fehler?

    Diesbezüglich plädiere ich mit meinen Thesen für ein Umdenken, weil der vor allem in Deutschland herrschende Perfektionismus auch innovationsfeindlich ist. Ich freue mich daher auf weitere angeregte Diskussionen und Rückmeldungen aus der Praxis.

    Simone Janson

  3. B. Hagemann

    Schöne Ratschläge geben Sie hier Frau Janson. Der Manager soll nur 80 Prozent geben, statt der möglichen 100 %. dann hat er – so Ihr letzter Satz in dem Artikel im Magazin „Managerseminare“ – einen perfekten Job gemacht.
    Mal ganz unter uns: Diesen Quatsch meinen Sie doch nicht ernst. Oder?

    Denn was wäre, wenn der Kapitän eines Flugzeugs, der Lokführer im ICE oder ganz einfach der Mitarbeiter der Leitstelle des städtischen Wasserwerkes oder vielleicht sogar ein Manager Ihren Ratschlag wirklich befolgen würde? Was wäre das Resultat? Flüge, die nach 80 % der Strecke abstürzen? Züge, die nach 80 % der Strecke einfach stehen bleiben? Sie bekommen nur an 80 % des Tages (also an rund 19 Stunden) Wasser zum Duschen, Essen kochen usw..? Eine Abteilung eines Unternehmens geschlossen wird, nur weil ein Manager, das – für ihn – nicht so wichtige Gespräch mit dem Personalrat „vergisst“.
    Das will – außer Ihnen – wohl kaum jemand!

    Wenn Sie Pareto schon zitieren, dann versuchen Sie ihn bitte auch zu verstehen. Er hat zwar eine Priorisierung der Arbeit gefordert, aber dennoch wollte er, dass alle Kunden (also 100 %) bedient werden, jeder Cent Umsatz mitgenommen wird, jede Minute der täglichen Arbeit auch genutzt wird, wie es einem Unternehmen gut tut.

    Natürlich will niemand die Perfektionisten, die für einen Job anstelle der beispielsweise geplanten zwei Tage eine Woche benötigen. Doch die Überflieger, die schon nach 1,5 Tagen zu 80 Prozent fertig sind, will auch keiner! (Von diesen „Nieten in Nadelstreifen“ gibt es schon genug.) Und wenn diese Pragmatiker dann auch noch herumstehen und blöd quatschen wie einfach doch alles ist, dann bauen sie damit ganz bestimmt kein funktionierendes Netzwerk auf. Das Gegenteil ist der Fall.

    Die von Ihnen ins Spiel gebrachte IBM ist sicher (für Außenstehende) ein gutes Beispiel für die IT-Branche, aber ansonsten eher unbrauchbar. (Angesichts der vielen Fehler, die Big Blue in den vergangenen 30 Jahren gemacht hat, ist IBM in der IT-Branche eher ein gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte!)

    Meine Bitte: Tun Sie sich selbst und Ihren Lesern einen Gefallen: Schreiben Sie nur über Themen, von denen Sie zumindest eine Idee haben, was damit gemeint sein könnte. Und alle anderen Themen überlassen Sie lieber den Profis!

    B.Hagemann

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