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Aktuelle Nachhaltigkeitsstudie Teil 1: Deutsche sind keine ÖkoWeltmeister



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Unternehmen, die am Markt erfolgreich sein wollen, müssen wissen, welche Trends die Menschen gerade bewegen. Unternehmen, die zukünftig nicht nachhaltig und ökologisch handeln, werden zukünftig keine Chance mehr auf dem Markt haben.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Zukunftstrend Nachhaltigkeit?

Einer der wichtigsten Zukunftrends ist, glaubt man Experten wie dem Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel, Ökologie und Nachhaltigkeit. Doch wie stehen euopäische Verbraucher wirklich zu diesen Themen – und wie verantwortungsbewusst handeln die Unternehmen ihrer Meinung nach?

Das hat eine europäische Studie von GlobeScan und Havas Media im Auftrag von KELLOGG untersucht. Dabei wurden über 10.000 jeweils repräsentativ ausgewählte Bürger ab 18 Jahren in Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Schweden zu Themen der Nachhaltigkeit und Verantwortung befragt.

Sorge um Arbeitsplatz und Angst vor Armut bei Deutschen am geringsten

Europäische Verbraucher zeigen sich demnach „sehr besorgt“, wenn es um Fragen nachhaltiger Entwicklung in Europa geht. Am meisten sorgen sich die befragten Europäer über die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen und den daraus resultierenden Unsicherheiten für den eigenen Arbeitsplatz: Insgesamt 37 Prozent gaben an, darüber „sehr besorgt“ zu sein. Dazu gaben sie auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht besorgt) bis 7 (sehr besorgt) ihre Wertungen ab.

Es lassen sich jedoch deutliche länderspezifische Unterschiede feststellen:Im Vergleich zu den Franzosen, von denen ganze 91 Prozent der Befragten angaben „besorgt“ (5, 6 und 7 auf der Skala) zu sein, oder zu den Schweden (85 Prozent), ist die Sorge der Deutschen um ihren Arbeitsplatz geringer: 69 Prozent gaben an, sie seien „besorgt“.

Angst vor Armut

Ein Drittel aller Befragten hat Angst vor wachsender Armut in Europa. Aber auch hier sorgen sich die Deutschen am wenigstens von allen befragten Nationen. Während in Frankreich, Spanien,

England und Schweden jeweils ungefähr ein Drittel sehr besorgt ist, sind es in Deutschland nur 18 Prozent. Umgekehrt verhält es sich bei der Energiepreisentwicklung, denn hier waren ungefähr ein Drittel der deutschen Befragten sehr besorgt, während nur ein Viertel der Engländer oder Spanier sich große Sorgen über Energiepreise macht.

Angst vor Kriminalität

28 Prozent aller Befragten gaben an, sie sorgten sich sehr über steigende Gewalt und Verbrechen in Europa. Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen findet ein Viertel der internationalen Befragten sehr besorgniserregend. Damit einher geht die Angst vor wachsender UmWeltverschmutzung.

Fragen wie Klimawechsel und die Erderwärmung, aber auch Trockenperioden, Dürren und Wasserknappheit, wie sie bereits in einigen Regionen Südeuropas zum Alltag gehören, findet jeder fünfte Befrage sehr besorgniserregend.

UmWeltthemen für Schweden und Franzosen wichtiger als für Deutsche

Die Befragung zeigt insgesamt deutlich, dass wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Themen die Verbraucher beschäftigen, allerdings auch unterschiedlich stark, je nach Land. So ist das Thema Klimawandel vor allem für schwedische, spanische und französische Verbraucher wichtig, denn jeweils drei Viertel der Befragten machen sich große Sorgen über den Klimawandel und seine Auswirkungen, während in Deutschland nur etwa die Hälfte besorgt ist.

Auch bei den weiteren UmWelt-Themen wie Artensterben und Waldsterben sind mehr als ein Viertel der Franzosen und Schweden „sehr besorgt“, jedoch nur ein Sechstel der deutschen Verbraucher. Über 80 Prozent der befragten Franzosen und Schweden sind der Ansicht, dass „wir alle unser Leben anpassen müssen, um dem Klimawechsel erfolgreich begegnen zu können.“ In Deutschland sind nur etwa 70 Prozent dieser Meinung.

Unternehmen sollen sich engagieren

„Große Unternehmen sollten sich aktiv daran beteiligen, gesellschaftliche und ökologische Probleme zu lösen“. Dieser Aussage stimmten 77 Prozent aller europäischen Befragten voll zu. 76 Prozent gaben an, sie respektierten Unternehmen, die sich gesellschaftlich und ökologisch engagierten.

Allerdings glauben nur 8 Prozent der deutschen Befragten voll und ganz, dass sie Einfluss auf das Nachhaltigkeitsengagement von Unternehmen haben.Immerhin noch mehr als ein Drittel aller befragten Verbraucher in den fünf Ländern bestätigte, sie würden bis zu 10 Prozent mehr für ein Produkt zahlen, das sozial oder ökologisch verantwortungsvoll hergestellt wurde. Aber auch hier zeigen sich die deutschen Verbraucher am zurückhaltendsten und kritischsten, denn nur etwa 25 Prozent bejahten diese Frage, während es in Frankreich und Schweden etwa 40 Prozent taten.

Über 90 Prozent aller Befragten kennen Begriff „Nachhaltigkeit“

Der Gummibegriff „Nachhaltigkeit“ wird von vielen Parteien gern als unverständlich, sperrig und wenig hilfreich abgetan. Doch für viele Verbraucher gehört er fast schon zum Alltag. Immerhin 92 Prozent der über 10.000 Befragten haben ihn schon gelegentlich vernommen, und etwa die Hälfte nimmt ihn sogar oft wahr. 96 Prozent der Franzosen gaben an, Nachhaltigkeit als Begriff wahrzunehmen, 61 Prozent von ihnen sogar oft.

In Spanien sind es 94 Prozent, die schon von Nachhaltigkeit gehört haben und 49 Prozent, denen der Begriff oft begegnet. In Deutschland hörten 90 Prozent bereits von Nachhaltigkeit, nur 39 Prozent davon oft. In Schweden haben 88 Prozent den Begriff schon wahrgenommen, 41 Prozent sogar oft. England bildet das Schlusslicht – mit 87 Prozent der Befragten, denen Nachhaltigkeit als Begriff schon begegnet ist, 40 Prozent davon oft. Doch was verbinden Verbraucher mit „Nachhaltigkeit“? Für 82 Prozent der Befragten in den fünf Ländern ist Nachhaltigkeit vor allem mit UmWeltthemen verbunden. 81 Prozent assoziieren es mit Zukunft und Zukunftsfähigkeit. Zwei Drittel der Befragten verknüpfen damit auch ein „ausgewogenes Handeln“ oder „Gesundheit“ sowie „Gemeinde- und Gemeinschaftsthemen“.

Öl- und Autoindustie gelten als Ökokiller Nr. 1

Auf die Frage, welche Industrien der UmWelt besonderen Schaden zufügten, antworteten 86 Prozent die Ölindustrie, 80 Prozent die Automobilindustrie, 77 Prozent die Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie.

Die Strom- und Gaserzeuger und -lieferanten schaden der UmWelt besonders, sagten 73 Prozent der Befragten. Mit großem Abstand folgt die Lebensmittelindustrie: Auf sie entfallen 53 Prozent. Die Telekommunikationsindustrie benannten 45 Prozent und den Handel 44 Prozent.

Wer tut am meisten?

Auf die Frage, welche Industrien aus Sicht der Verbraucher am meisten tun, um negative Folgen für die UmWelt zu verringern, setzten die europäischen Verbraucher die Automobilindustrie an die Spitze, gefolgt von den Strom- und Gaserzeugern und -lieferanten. Auf Platz drei folgte die Lebensmittelindustrie vor dem Handel. Die Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie landet auf Platz 5, die Ölindustrie und Telekommunikationsindustrie auf den Plätzen 6 und 7, und Banken und Versicherungen teilen sich den 8. Rang. Letztere wurden aber auch als nicht besonders schädlich für die UmWelt ausgemacht.

Banken und Versicherungen mit schlechtem Image

Auf die Frage, inwieweit diese Industrien der Gesellschaft Schaden zufügen, wurden Banken und Versicherungen deutlich öfter genannt. 36 Prozent aller Befragten finden, sie schaden den Menschen und der Gesellschaft beträchtlich. In Deutschland sagten dies sogar 43 Prozent.

Den meisten gesellschaftlichen Schaden richtet nach Meinung der europäischen Verbraucher die Ölindustrie an. 72 Prozent der Befragten befanden sie für sehr schädlich, in Deutschland 63 Prozent. Auf Platz 2 liegt international gesehen auch hier die Automobilindustrie, mit 61 Prozent, gefolgt von der Strom- und Gasindustrie mit 58 Prozent. In Deutschland sahen die Befragten allerdings letztere mit 59 Prozent als gesellschaftsschädlicher an als die Automobilindustrie (55 Prozent).

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