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Best Ager und Jungspunte: Wenn alt und jung gemeinsam arbeiten…


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… dann gibt es oft Probleme: Dabei könnte alles so einfach sein: Alte Hasen und ambitioniert Newcomer könnten sich im Büro eigentlich optimal ergänzen. Die Realität sieht leider oft anders aus: Kompetenzgerangel, unterschiedliche Denkweisen und und kommunikative Missverständnissen führen zu großen Problemen. Doch wie lässt sich das vermeiden?

Leider kein Einzelfall: Gerda ist 63 und arbeitet seit 45 Jahren in der Firma: Stets zu jedem höflich, was der Chef sagt ist Gesetz und wehe jemand kommt ihrem sorgsam aufgeräumten Schreibtisch zu nahe. Vor allem aber ist sie so etwas wie die heimliche Informationsbroker des Unternehmens: Wer irgendetwas wissen will, fragt Gerda!

Hilfe, die Neue ist jünger!

Und dann das: Die neue Kollegin Beate, 29 und frisch von der Uni, ruft ständig laut durchs Büro, bietet jedem Kollegen gleich das Du an und will sich beim Meeting profilieren, indem sie jedem ins Wort fällt. Gerda ist extrem genervt. Besonders schlimm findet sie es jedoch, dass Beate sie plötzlich auf Fehler aufmerksam macht: „Hier stimmt die Kalkulation nicht, sehen Sie…?“, „Haben Sie das Angebot des Lieferanten schon eingeholt – der Chef will es doch noch heute haben?“ Oder gar: „Ihre Präsentation war ja wirklich schauderhaft, ich könnte ihnen aber gerne Zeigen,wie man so etwas macht.“

Doch auch umgekehrt hat Beate grosse Probleme mit Gerdas autoritärem Gehabe, dem distanzierten Verhalten und ihrem ständigen Genörgel. Vor allem aber stört es sie, dass Gerda ihr wichtige Informationen vorenthält und sie bei Beschwerden auflaufen lässt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Keine Wunder, dass die Zusammenarbeit der beiden Kolleginnen problematisch ist: Gerda und Beate gehören zwei Generationen an, die unterschiedlicher kaum ticken könnten. Der Zündstoff ist praktisch vorprogrammiert. Das Forschungsinstitut IPSOS befragte für eine Studie mehr als 2400 Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden aus vier Generationen zu ihren Vorlieben und Arbeitsgewohnheiten. Ergebnis:

61 Prozent der älteren Mitarbeiter um die 60 sind eher Traditionalisten, legen großen Wert auf klare Hierarchien und einen persönlichen, klar abgegrenzten Arbeitsraum. Die jungen Kollegen bis 35 bevorzugen hingegen eher flache Hierachien und legen auf den eigenen Arbeitsplatz keinen Wert: Sie arbeiten eher informell und an wechselnden Orte mit informellem: Lediglich 27 Prozent aus dieser Altersgruppe wünscht sich einen persönlichen Schreibtisch.

Eigenheiten

Aber auch die „mittleren“ Generationen haben ihre Eigenheiten: Insgesamt 50 Prozent der 45-50jährigen fühlt sich am Arbeitsplatz massiv durch Lärm aller Art belästigt. Ein Drittel der jüngere Kollegen zwischen 35 und 45 stört sich dagegen an ungeeigneten Raumtemperaturen, während Geräusche oder Ergonomie keine Rolle spielen. Und jeder Dritte Kollege aus dieser Generation kann sich wegen mangelnder Rückzugsmöglichkeiten schlecht konzentrieren.

Neben diesen verschiedenen Einstellungen führen häufig aber auch einfach kommunikative Missverständnisse zu Diskrepanzen: Ältere Kollegen sind zum Beispiel oft weniger überschwänglich als jüngere und werden daher von diesen oft als weniger freundlich wahrgenommen. Hingegen ist gerade bei den Jüngeren ist das Wettbewerbsdenken stark ausgeprägt: Bei den älteren Kollegen sind sie als ehrgeizig und opportunistisch verschrieen, außerdem verstärkt gerade in Krisenzeiten dieses Verhalten noch die Angst um den Arbeitsplatz.

Diskrepanzen – und wie man sie überbrückt

Aufgrund solcher Unterschiede bleibt jede Altersgruppe bei der Pflege sozialer Kontakte gerne unter sich. Grundsätzlich sieht sich jede Generation eher zu den jüngeren als zu den älteren Generationen in Konkurrenz, glaubt aber gleichzeitig, von der jungen Generation nichts lernen zu können.

Dagegen wird die Altersgruppe bis 45 in den Augen der anderen Altersgruppen als besonders freundlich, koWoperativ und effizient wahrgenommen. Die etwas älteren gelten zwar als autoritär, aber auch als vorbildhaft und erfahren. Sie geben ihr Know-how an die anderen weiter. Denn alteingesessenen Traditionalisten haftet ein recht vages Image im Sinne von „weniger freundlich bzw. kooperativ“ und „weniger ehrgeizig“ an.

Was können Arbeitnehmer aber tun, um diese Diskrepanzen zu überbrücken? Die häufigste Antwort, die Experten auf die Frage geben: Miteinander reden. Denn häufig sind die Probleme einfach darin begründet, dass man den anderen einfach nicht versteht, bzw. sich nicht in den Kollegen hineinversetzen kann. Wer aber offen über Ängste und Probleme redet, hat die Chance, diese auch zu lösen.

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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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