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Hilfe, mein Gläubiger ist weg: Was tun bei Insolvenz


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Gläubiger, die sich ihren Forderungen entziehen, sind einer der Hauptgründe für Firmen-Insolvenzen. Falsche Adressen von Kunden und Schuldnern bedeuten für Unternehmen ein erhöhtes Risiko von Forderungsausfall, denn Rechnungen und Mahnungen können nicht zugestellt, Forderungen nicht durchgesetzt werden. Doch gerade Schuldner melden ihren Umzug nicht dem Einwohnermeldeamt, wodurch es für Unternehmen schwieriger wird, die neue Adresse herauszufinden.

Trend wird noch zunehmen

Und für 2009 wird dieser Trend wegen der Wirtschaftskrise noch zunehmen. Bei den Privatinsolvenzen zeigen sich nach einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Bürgel für das Jahr 2008 große regionale sowie alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede in Deutschland. Trotz des zeitweisen Rückgangs der Überschuldung von Verbrauchern erwartet Bürgel für 2009 eine deutliche Zunahme privater Pleiten.

Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 120.289 Bundesbürger Verbraucherinsolvenz an, das sind 146 je 100.000 Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 12,2 Prozent. Allerdings fällt die Zahl der Privatinsolvenzen je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus: Spitzenreiter ist Bremen mit 236 Pleiten auf 100.000 Einwohner. Am seltensten nahmen die Saarländer das Insolvenzgericht in Anspruch (93 je 100.000 Einwohner), gefolgt von Baden-Württemberg mit 109 und Bayern mit 111 Verbraucherinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Schuldenbarometer 2008“ der Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG Hamburg.

Wer ist betroffen?

Am stärksten sind die Altersgruppen der 36- bis 45-Jährigen (33,05 Prozent/39.751) sowie der 46- bis 60-Jährigen (32,16 Prozent/38.688) von Pleiten betroffen. Mit steigendem Alter sinkt das Risiko wieder. So waren 2008 nur 8,8 Prozent aller insolventen Bundesbürger älter als 60 Jahre. Knapp 60 Prozent aller Bundesbürger, die Verbraucherinsolvenz anmelden, sind männlich. 2009 muss nach Einschätzung von Bürgel in Deutschland mit einer Zunahme der Verbraucherinsolvenzen auf mehr als 140.000 Fälle (plus 17 Prozent) gerechnet werden. Diese Prognose basiert unter anderem auf dem Anstieg der Arbeitslosenquote der letzten Monate (November 2008: 7,1 %, Dezember 2008: 7,4 %, 1. Januar 2009: 8,3 %. Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Wirtschaftskrise wird mit Verzögerung auch auf die Privatinsolvenzen durchschlagen.

Wie vermeidet man Zahlungsausfälle

Da hilft Unternehmen nur, dass Sie bei Ihren Kunden genauer hinsehen, um solche Zahlungsausfälle zu vermeiden: Frühindikatoren für Verbraucherinsolvenzen sind vor allem die eidesstattliche Versicherung und die Haftanordnung. Auf Gesamtjahressicht waren auch diese 2008 rückläufig. So ging die Häufigkeit der eidesstattlichen Versicherung von 958.895 auf 826.475 zurück (minus 13,9 Prozent) und die Zahl der Haftanordnungen verringerte sich von 538.308 auf 504.674 (minus 6 Prozent). Für 2009 ist allerdings auch hier mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen.



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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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