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Fragwürdige Strategie: Microsoft will mit allen Mitteln sein Monopol sichern


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Microsoft versucht mit allen Mitteln, seine Schäfchen ins trockene zu bringen. Derweil werden die Anhänger von Apple auf der einen und OpenSource auf der anderen Site immer mehr. Das Vorgehen von Microsoft ist verständlich – aber ob diese Strategie auch aufgeht?


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Was mach Microsoft da?

Auf der eigens ins Leben gerufenen Domain „informiert“ Microsoft ausgiebig über den Handel mit gebrauchter Software. Heißt im Klartext: Microsoft zeigt an zahlreichen Beispielen, dass der (professionelle) Handel mit unlezensierter gebrauchter Software eigentlich verboten ist.

Rückendeckung durch Bitkom und FAZ

Rückendeckung erhält MS durch den Branchenverband Bitkom, der in einer Stellungnahme erklärt, bzw. eigentlich nur aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München zitiert (die eigentlich Stellnungnahme der Bitkom habe ich in dem Text vergeblich gesucht)

Die urheberrechtlichen Nutzungsrechte eines Softwareherstellers seien wegen ihrer besonderen Verletzlichkeit besonders schutzbedürftig.

Auch ein Beitrag der FAZ wird da zitiert – das ist übrigens kein Wunder, die FAZ vertritt urheberrechtlich eine ganz ähnliche Politik (siehe hier!) – und ich hoffe doch sehr, Microsoft hat für die Rechte bezahlt. Was darin steht, wage ich jedenfalls nicht zu zitieren, aus Angst vor Ärger mit der FAZ (weil ich für die Nutzung nicht bezahlen will) – also bitte hier nachlesen:

Außerdem gibt es gleich mehrere einschlägige Gerichtsurteile gegen den Verkauf gebrauchter Software.

Was dahinter steckt

Rechtliche Begründung hin, Urheberrecht her: Was dahinter steckt, ist offensichtlich! Microsoft will verhindern, dass gebrauchte Software verkauft wird, an der MS nichts verdient. Und das unter dem Deckmäntelchen des armen Urhebers.

Das ist verständlich, aber ich bin nicht überzeugt, dass diese restrektive Vermarkungspolitik in einer Zeit, da kostenlose Alternativen immer besser werden, aufgeht. Die Zeiten sind vorbei.

Wie sich Microsoft ins eigene Fleisch schneidet

Die Google-Strategie , Software kostenlos zu verteilen und sich dadurch zu vernetzen, erscheint mir langfristig gesehen für den heutigen Markt sinnvoller. Aber Microsoft will das offenbar nicht verstehen.

Es ist schon nervig genug, dass man Microsoft-Produkte eigentlich nur mit anderen Microsoft-Produkten nutzen kann und OpenSource Ergänzungen nur schwer möglich sind (z.B. MS Office unter Linux).

Wenn den Kunden jetzt aber durch die Eindämmung des gerade aufblühenden Gebrauchtandels die Möglichkeit genommen wird, günstig an MS-Software zu kommen, werden sich immer mehr den günstigeren Alternativen zuwenden.

Neue Perspektiven auch für andere Urheber

Wobei die Urteile gegen gebrauchte Software mir persönlich ganz neue Perspektiven eröffnen: Ich möchte gegen den Handel mit meinen gebrauchten Büchern bei Amazon rechtlich vorgehen. Schließlich habe ich auch finanziell nichts davon, wenn meine Werke umsonst weiterverscherbelt werden.

Für Bestsellerlisten und Amazon-Verkaufsrang ist das auch Kontraproduktiv. Nur mein Bekanntheitsgrad steigt vielleicht. Aber da müsste man doch eigentlich… Ich muss gleich mal an Freischreiber (http://www.freischreiber.de/) schreiben… 🙂

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