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PR-Debakel: Eigentor für SMAVA


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Offenlegung: SMAVA hat uns finanziell unterstützt. 

Die Internetplattform SMAVA wollte PR machen. Aber ist das ein wenige schief gegangen. Schuld daran war eine wochenlang nicht beantwortete E-Mail, die bei mir den Eindruck erweckte, man wolle unliebsame Fragen nich beantworten. Ein schlichtes Missverständnis. Was war geschehen?


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Vor einiger Zeit erhielt ich ein Interviewangebot der Internetplattform http://www.smava.de, die Privatpersonen, die Geld als Anlage verleihen wollen und Kreditnehmer zusammenführt. Ich fand die Idee eigentlich ganz interessant. Sabine Maerzbach, bei SMAVA für die Pressarbeit zuständig, bot mir darin ein Interview mit dem Geschäftsführer der smava-GmbH, Alexander Artopé, an. Wie das aussah und was dabei herauskam, können sie hier nachlesen:

Nicht zuletzt die Finanzkrise hat ihren Teil dazu beigetragen, dass in den letzten Wochen und Monaten eine ganze Flut an Interview-Anfragen von etablierten Medien z.B. ARD Tagesthemen an smava herangetragen kam.

Ok, eben reine PR: Mal abgesehen davon, dass eine Flut von Interviewanfragen schon rein gramatikalisch nicht herangetragen kommt, höchstens wird 🙂 Was hat eigentlich eine Internetplattform, die Kreditgeber und -abnehmer zusammen bringt, also keine Bank, mit der Finanzkrise zu tun? Und besteht die Flut an Anfragen nur aus den ARD-Tagesthemen oder gibt es noch weitere Beispiele etablierter Medien? Aber wie dem auch sei, SMAVA hat offenbar ein Herz für Blogger:

Wir möchten aber nicht nur den bekannten TV- und Print-Medien einen direkten Zugang zu Informationen aus erster Hand über smava ermöglichen, sondern auch (Hobby-) Journalisten, die sich in der Finanz-Blogosphäre bewegen.

Ich freue mich als Autorin der Financial Times und nach etwa 10 Büchern, wovon das letzte gerade in der Frankfurter Allgemeinen besprochen wurde, mit Hobby-Journalisten in einen Topf geworfen zu werden. Offenbar hat SMAVA den Stellenwert von Blogs noch nicht ganz verstanden, aber nun gut.

Aus diesem Grund hat sich Alexander Artopé, Gründer und Geschäftsführer der smava GmbH, bereit erklärt, interessierten Finanz-Bloggern im Rahmen eines kurzen Interviews Rede und Antwort zu stehen.

Na immerhin bin ich jetzt schon Finanz-Blogger, Freu.

Dabei haben Sie die Chance, individuelle Fragen zu stellen, die in bisherigen Presseberichten vielleicht noch gar nicht gestellt wurden, und das Interview in Ihrem Blog exklusiv zu veröffentlichen.

Super. Aber offenbar, so mein erster Eindruck, hat man bei SMAVA genaue Vorstellungen davon, wie individuell und innovativ diese Fragen sein dürfen. Und passenderweise sind es gleich fünf Fragen, die als Beispiel genannt wurden. Wie praktisch!

Sollten Sie Interesse haben, dann schicken Sie mir doch bitte 5 kurze Fragen zu, die Alexander Artopé gerne beantworten wird. Mögliche Fragen könnten beispielsweise sein: „Wie wirkt sich die Finanzkrise Ihrer Meinung nach auf die FinanzWelt aus? Könnten aus der Finanzkrise möglicherweise auch Vorteile für den Online-Bereich resultieren? Welche Aufgaben fallen den Finanz- Blogs in schwierigen Wirtschaftszeiten zu? Wie wirkt sich die Finanzkrise auf den smava Kredit-Marktplatz aus?

Ich muss gestehen, dass ich weniger an Herrn Artopés Meinung darüber, wie sich die Finanzkrise auf die FinanzWelt auswirkte, interessiert war. Eher wollte ich ein paar andere Sachen wissen, die sich mir sofort aufdrängen, wenn es darum geht, das Privatpersonen Geld verleihen, etwa was Privatpersonen dazu bringt, trotz Bankenkrise anderen Menschen Geld zu leihen? Oder welche Sicherheiten die Geldgeber haben und ob SMAVA selbst irgendwelche Sicherheiten/Garantien stellt? Und schließlich, was im Ernstfall, wenn das Geld wirklich nicht zurückgezahlt werden kann – ist Smava dann haftbar? Auf der Website findet man allerlei Sicherheitshinweise, aber nichts zur Haftung.

Schade, dass SMAVA auf meine am 26. März versendeten Fragen bis gestern nicht geantwortet hat. Das verstärkte den negativen Eindruck noch. Des Rätsels Lösung: Die PR-Chefin war offenbar länger krank und keiner hatte ihre Mails beantwortet. Ein schlichtes Missverständnis also und eigentlich schon fast wieder komisch.

Meine Antworten trudelten jedenfalls heute beantwortet ein und werden kommende Woche hier veröffentlicht.

berufebilder

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