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Pech, wenn das Kundenmatching nicht stimmt: Dumme Marketing-Strategien


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Adresslisten von der IHK zu Werbezwecken abzutelefonieren, ist einfach keine gute Marketing-Strategie. Möglicherweise fällt es auch noch unter unlautere Werbung.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Achtung  vor der Geschäftsanbahnung

Als ich auf der Anmeldung zur Industrie- und Handelskammer mein Kreuzchen bei „Wir dürfen Ihre Informationen zur Geschäftsanbahnung weitergeben“ machte, ahnte ich noch nicht, was ich mir damit einbrockte. Genau: Werbung!

Denn tatsächlich kann jedes andere Mitglied der Industrie und Handelskammer nun meinen Unternehmensnamen und meine Kontaktdaten sowie mein Tätigkeitsfeld erfragen, wenn es Geschäfte anbahnen will.

Standardsprüche, gewollt überfreundlich

Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft wollte offenbar: Heute ereilte mich deren Geschäftsanbahnungsversuch in Form eines Telefonanrufs. Gewollt überfreundlich drang mir das auswendig gelernte Sprüchlein der etwas zu netten Dame in der Verkaufsabteilung ins Ohr.

Was ich an solchen Anrufen wirklich hasse: Die Verschleierungstaktik, die den angerufenen nicht merken lassen soll, dass ihm etwas aufgeschwatzt werden soll. Von wegen, man würde mir gerne etwas zuschicken und ich hätte dann die Möglichkeit, es weiter zu beziehen… blblbla.. spulte die Dame betont fröhlich ihr Sprüchlein herunter. Daher brauchte es geschlagene fünf Minuten, bis ich kapiert hatte, dass man mir etwas andrehen wollte.

Wenn das Zielgruppen-Matching nicht stimmt

Der Grund dafür war aber auch, dass ich beim besten Willen nicht darauf gekommen wäre, was für ein Produkt man mir verkaufen wollte: Einen Selbständigen-Brief, eine offenbar monatlich erscheinende Publikation für Existenzgründer. Zu dieser Erkenntnis kam die Dame dann aber auch selbst, als ich ihr offenbarte, zu diesem Thema mehrere Bücher geschrieben zu haben.

„Oh“ stotterte sie entschuldigend, offenbar völlig aus dem Tritt gekommen „Dann brauchen sie das wohl nicht…“ „Nein“ sagte ich freundlich und legte auf.

Adressliste durchtelefonieren – echt sinnlos

Wenigstens hat sie gleich kapiert, dass das echt peinlich war. Es macht eben wenig Sinn, einfach eine Adressliste durchzutelefonieren. Und es zeugt nicht gerade von gutem Kundenservice, wenn ich mich nicht vorab ein wenig über die potentiellen Kunden informiere – wozu gibt es schließlich google?

Denn wer einen Job sucht, sollte ja schließlich auch nicht unvorbereitet ins Bewerbungsgespräch gehen oder Standardbewerbungen verschicken. Außerdem fragt man sich da unweigerlich: Was steht wohl in den Publikationen, wenn die Marketingstrategie des Unternehmens so ist? Auch nur Mist?

Im Zeitalter von Communeties, Web 2.0 und viralem Marketing ist diese Masche jedenfalls mehr als altertümlich.

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