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Berufe in Geistes- und Sozialwissenschaftlen: Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt



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Welche konkreten Perspektiven haben Geistes- und Sozialwissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt? Wo haben Sie Chancen? Und in welchen Bereichen fällt der Einstieg besonders leicht?

sozialwissenschaften Berufe in Geistes- und Sozialwissenschaftlen: Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt


Hier schreibt für Sie:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Geistes- und Sozialwissenschaftler: Nicht Weltfremd

Fakt ist: Geistes- und Sozialwissenschaftler sind keinesfalls so Weltfremd, wie ihnen gemeinhin unterstellt wird. Vielmehr besitzen sie häufig durchaus Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und die studienbegleitend erworben wurden.

Dazu gehören u.a. Schlüsselqualifikationen wie Zeit- Projektmanagement, soziale Kompetenzen, Organisationstalent und Selbstorganisation, die Fähigkeit, sich immer wieder auch kurzfristig in neue Themenbereiche einzuarbeiten, das Beherschen von Recherchetools, Erfahrungen in Lektorat, PR und Journalismus, Dolmetschen und Übersetzen, Kultur- und Eventmanagement und der sichere Umgang mit den neuen Medien.

Warum fällt der Einstieg so schwer?

An den Kenntnissen kann es also nicht liegen, dass Geistes- und Sozialwissenschaftler gewisse Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben. Tatsächlich liegt das Problem an anderer Stelle: Im Gegensatz zu Medizinern oder Juristen studieren sie häufig nicht auf ein konkretes Berufsziel hin.

Dadurch haben Sie unter Arbeitgebern den Ruf, von allem ein bisschen, aber nichts richtig zu können. Mit anderen Worten: Es fehlt ihnen meist ein klares Profil, das potentielle Arbeitgeber auf einen Blick erkennen lässt, was der Absolvent kann und was nicht!

Perspektiven für Geistes- & Sozialwissenschaftler

Einige Möglichkeiten, die sich Geistes- und Sozialwissenschaftlern auf dem Arbeitsmarkt bieten, haben wir hier aufgelistet.

Wie aber sind die Gründe dafür, dass es Geistes- und Sozialwissenschaftlern so schwer fällt, einen Job zu finden? Das haben wir nachfolgend analysiert:

Nicht ins Raster passen?

Ein absolut passendes Profil besitzen Geisteswissenschaftler in der Regel nur für die traditionell geisteswissenschaftlichen Institutionen, etwa Hochschulen, Museen oder Bildungseinrichtungen. Hier jedoch fehlen Gelder, werden Stellen gekürzt daher können diese Bereiche nicht mehr viele Absolventen aufnehmen.

Und auch in anderen geisteswissenschaftsafinen Bereichen, wie in den Medien oder der Öffentlichkeitsarbeit sieht es nicht gerade rosig aus.

Neue Perspektiven

Doch Geistes- und Sozialwissenschaftler haben längst nicht mehr nur in der Weiterbildung oder Öffentlichkeitsarbeit gute Karten, sondern auch in Berufen, an die sie während ihres Studiums wahrscheinlich nicht einmal im Traum gedacht haben: Viele von ihnen finden mittlerweile auch im Personalwesen, in Werbung und Marketing, bei der Kundenbetreuung, im Sales- oder Call-Center-Management einen Job.

Einige arbeiten sogar in Bereichen, die vom Studium sehr weit entfernt sind, etwa in der Verwaltung, im Vertrieb, als Assistenz der Geschäftsleitung, als Unternehmensberater, bei Banken, in der Netzwerkadministration, als Programmierer bzw. Webdesigner oder Internetscout im EDV-Bereich.

In Nischen erfolgreich

Immer wieder berichten die Medien über Beispiele einzelner Geistes- und Sozialwissenschaftler, die solche Nischen erfolgreich finden konnten: Etwa Rüdiger Booz, Personalchef bei Renault und studierter Historiker, oder Peter Stuckenberger, Redenschreiber bei Siemens und promovierter Kunsthistoriker.

Immer häufiger liest man zudem von Patchworkkarrieren, bei denen Absolventen im Lauf ihres Berufslebens in mehreren ganz unterschiedlichen Branchen und Aufgabenfeldern tätig sind. Solche Beispiele zeigen: Die Berufsfelder für Geistes- und Sozialwissenschaftler sind vielfältiger geworden. Und daher gibt es auch die eine Strategie, die zum erfolgreichen Berufseinstieg führt, nicht, sondern stattdessen zahlreiche, individuelle Optionen.

Gezielt Unternehmen suchen, die Geistes- und Sozialwissenschaftler einstellen

Wer einen Job sucht, sollte gezielt nach Unternehmen Ausschau halten, die auch Geistes- und Sozialwissenschaftler einstellen. Auskunft darüber geben in der Regel die Unternehmen selbst bzw. ihre Website. Dabei sollte man ganz bewusst auch nach Unternehmen außerhalb des Kultursektors suchen, die auch Geistes- und Sozialwissenschaftler einstellen.

Dazu gehören Beispielsweise in der Finanzbranche die Credit Suisse, JP Morgan, Union Investment, die Deutsche Bank oder die Citigroup oder im Consultingbereich die Boston Consulting, Roland Berger, Kienbaum oder McKinsey. Aber auch international bekannte Marken wie Coca Cola, Nestle oder Procter & Gamble suchen gezielt nach Geisteswissenschaftlern, weil sie sich von ihnen frischen Wind und Informationen erhoffen.

Ab ins Ausland?

Apropos International: Eine Alternative zum deutschsprachigen Arbeitsmarkt sind ausländische Firmen, besonders in den angelsächsischen Ländern, denn diese stehen aufgrund ihrer liberaleren Unternehmenskultur, die Quereinsteiger in die Wirtschaft gezielt anspricht, Geistes- und Sozialwissenschaftler offener gegenüber.

Das gilt übrigens auch für Niederlassungen dieser Firmen hierzulande. So erklärt sich beispielsweise der Berufsweg einer Philologin, die aufgrund ihrer hervorragenden Kenntnisse in drei Sprachen bei einer renommierten britischen Bank im Bereich Aktienhandel einsteigen konnte. Das im deutschsprachigen Raum so häufig geschätzte kaufmännische Wissen, das eine Hürde für viele Geisteswissenschaftler darstellt. wurde berufsbegleitend vermittelt.

Alternative Existenzgründung

Eine immer populärer werdende Alternative zur langwierigen und oft frustrierenden Jobsuche ist die Existenzgründung: Geistes- und Sozialwissenschaftler machen sich vor allem in den Dienstleistungssektoren Kultur, Medien, Beratung, IT, Übersetzung, Bildung oder Wissenschaft selbständig.

Die Motive für Gründungen sind unterschiedlich: Bei den einen ist die Entscheidung langsam gewachsen, bei anderen ist die Selbständigkeit nur eine Notlösung in Ermangelung anderer Alternativen. Als Selbständiger muss man sich um rechtliche Dinge sowie die Versicherungen selbst kümmern und hat in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Die Honorare müssen manchmal in langwierigen Mahnverfahrens beim Amtsgericht eingetrieben werden.

Persönliche Kompetenzen wichtig

Persönliche Kompetenzen sind für eine erfolgreiche Gründung besonders wichtig: Dabei spielt das an der Hochschule erworbene Fachwissen nur eine untergeordnete Rolle. Wichtige Schlüsselqualifikationen sind viel eher Verhandlungsgeschick, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstdisziplin und Sorgfalt .

Ebenso wichtig, um den stressigen Arbeitsalltag eines Existenzgründers zu bestehen, sind aber auch einige Fähigkeiten, auf die ein eigenverantwortlich durchgeführtes geisteswissenschaftliches Studium hervorragend vorbereitet:

Am Anfang steht der Businessplan

Eine Existenzgründung beginnt in der Regel mit der Geschäftsidee, die man am besten in einem Businessplan niederlegt. Erst danach folgen alle rechtlichen Schritte. Das ist am Anfang, wenn man klein anfängt, nicht weiter kompliziert. Die wirkliche Schwierigkeit besteht darin, die ersten Jahre, in denen sich das neue Unternehmen am Markt durchsetzen muss, durchzustehen.

Dabei ist es wichtig, trotz Rückschlägen hartnäckig weiterzumachen und die eigenen Fehler als Chance zu begreifen, etwas dazuzulernen. Wer dabei immer noch die Hoffnung auf eine Festanstellung im Hinterkopf hat, sollte sich lieber gleich einen entsprechenden Job suchen. Motivierend ist es viel mehr, sich immer wieder vor Augen zu führen, warum man selbständig ist und welche Vorteile dieser Status bringt.

Eigene Ideen verwirklichen

Viele Existenzgründer schätzen es etwa, eigene Ideen verwirklichen und sich selbst organisieren zu können. Dafür nehmen sie dann auch den höheren Arbeitsaufwand in Kauf. Denn: Wer sich selbständig macht, muss ständig und aufs Neue dazu bereit sein, seine Dienstleistung zu verkaufen. Jede Zurückhaltung ist da fehl am Platze, denn die beste Arbeit bringt nichts, wenn sie nicht entsprechend präsentiert wird!

Den gesamten Beitrag finden Sie unter

Der Beitrag erschien auch am 29.08.2009 unter dem Titel „Wie aus der Flaute frischer Wind weht“ im Rhein-Main-Markt, Beilage zu Frankfurter Neuen Presse und zur Rhein-Main-Zeitung, dem Lokalteil der FAZ, auf Seite 3.

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