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Die etwas bessere Sklaverei: Arbeitsbedingungen eines Honorarlehrers



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Damit Sie sich ein besseres Bild von meinem Job machen können: Im Monat verdiene ich durchschnittlich 1538,125 brutto. Für eine Akademikerin ist das schon wenig, aber ich habe dann monatlich noch einige Abzüge.


Hier schreibt für Sie:

Susanne Hausner ist Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache.

Profil

Z.B. muss ich davon noch meine Rentenversicherung (19,9%), meine Krankenversicherung (14,9%) und meine Pflegeversicherung (2,2%) komplett selbst bezahlen und so komme ich dann auf ein monatliches Durchschnittseinkommen von 1051,50 Euro.

Dazu kommt, dass ich nicht monatlich bezahlt werde; ich bekomme nur Geld wenn ich einen Vertrag erfüllt habe. In der Regel ist das alle 8-10 Wochen. Auf mein Geld muss ich dann noch ungefähr 2 Wochen warten. Die Abgaben an den Staat zu denen ich gezwungen bin, muss ich trotzdem monatlich bezahlen.

Übrigens: Ob ich wirklich durchschnittlich 882,50 Euro monatlich zur Verfügung habe, weiß ich nicht mit Sicherheit. Melden sich für einen meiner Kurse weniger als 10 Schüler an, findet er nicht satt und ich bekomme kein Geld.

Sollte ich krank werden und nicht mehr unterrichten können, ist das ebenfalls mein persönliches Pech. Für einen krankheitsbedingten Ausfall von Stunden bekomme ich kein Geld. Ich freue mich wirklich über solche Arbeitsbedingungen!

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Bildungsschubse

    Hallo Fr. Hauser,
    ich arbeite in der BVBO(“Vertiefte Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler“) und ich kann Ihnen sagen: Es geht noch schlimmer.(womit ich Ihre Beiträge nicht schmäler!!)
    Ich nehme nicht mal 1000 Euro (vor allen Abzügen) ein(in den Ferien habe ich KEINE Einnahmen!), darum bin ich seit diesem Jahr sogar auf Hilfe vom Staat angewiesen OBWOHL ich „schufte wie ein Bauarbeiter“. So verbringe ich neben den ganzen Arbeiten um den Unterricht(die ja bekanntlich nicht bezahlt werden) noch Zeit dem „Amt genüge zu tragen“. Weil ich zB. einen sehr kurzfristigen Auftrag(noch) annahm und ich somit einen Termin(den ich selbst gewünscht hatte mit der Premisse ihn verschieben zu können, in solch Fall) verschob wird mir nun 10% der kläglichen Hilfe von 195 Euro(also 19,50 weniger) gekürzt weil ich Geld vom Staat beziehe und meiner Pflicht nicht nachkam!! (Polemik: ja sicher, ich habe nur gearbeitet um dem Staat weniger auf der Tasche liegen zu wollen) Zudem will der Staat mir nach einem Jahr Zuschuss das Arbeiten in der Bildung nehmen(mir es verbieten) und mich zu Bewerbungstrainings(die gebe ich auch selbst) und einem sozialpflichtigen Job DERER Wahl zwingen. Natürlich nur wenn ich es nicht schaffe selbst aus der so schlecht bezahlten Situation, durch mehr Engagement, herauskomme. Man unterstellt mir sozusagen dass ICH an dieser ganzen Situation selbst Schuld sei, dass ich davon nicht leben kann. Ich musste erklären wie ich diese Situation selbst verändern, verbessern kann. Da ich sowieso schon so wenig Geld verdiene, habe ich eine OP abgesagt da ich sonst ganz am Ende gewesen wäre. Zudem hätte ich das Amt fragen müssen BEVOR ich mich operieren lassen. (sozusagen genehmigungspflichtig krank zu sein) Mittlerweile bin ich zum Tagelöhner „abgerutscht“ und nehme wirklich sogar einen Auftrag für einen Tag(6Std) an um dann ca 90 Euro eingenommen zu haben(verdient ist etwas anderes) Ich bin hochausgebildete Fachkraft! Aber egal wo ich akquiriere, ich bekomme nicht genug Aufträge um zu überleben. Zudem auch nicht genug pro Std um davon zu überleben. Der Staat „setzt sich drauf“ und wenn ich Hilfe brauche „hab ICH auch noch Schuld“ an der Situation. Behandelt werde ich dort(beim Amt) als würde ich Millionen vom Staat bekommen und nicht arbeiten wollen. Formulare über Formulare. Ich schlafe im Durchschnitt 5 Std in der Nacht. Im Kino war ich das Letzte Mal vor 6 Jahren. Für kulturelles Leben fehlt Zeit UND Geld. Ich könnte das unendlich fortführen…….
    Ich bin eine Fastfoodessende, wenig schlafende, zuviel arbeitende, soziallebenbefreite, fast mittellose, ….., Bildungsschubse die für die Gesellschaft einen wichtigen Job erledigt den keiner fair bezahlen und anerkennen will. So, wie unendlich viele, andere auch.
    Danke für’s Lesen und LG die „Bildungsschubse“

    • Simone Janson

      Hallo Bildungsschubse,
      danke für den Beitrag, das ist ja wirklich schlimm. Ich werde das an Frau Hauser weiterleiten.
      Gruß
      Simone Janson

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