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Während des Studiums arbeiten: Krankenversicherung & Nebenjob während des Studiums



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Grundsätzlich hat das Jobben während des Studiums keine Auswirkungen auf die studentische Kranken- und Rentenversicherung, wenn Sie unterhalb bestimmter Stundenzahlen bleiben. Der Krankenversicherung ist es dabei egal, wie viel Sie verdienen, so lang Sie genug Zeit haben, sich auf Ihr Studium zu konzentrieren – dann gelten Sie als ordentlicher Student.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Der Verdienst entscheidet

Beim Jobben während des Semesters entscheiden der Verdienst oder der zeitliche Umfang darüber, ob Beiträge zur regulären Krankenversicherung für Arbeitnehmer fällig sind oder nicht. Im Folgenden sind alle denkbaren Möglichkeiten aufgeführt:

  1. Sie gehen während der Vorlesungszeit einer Beschäftigung von nicht mehr als 20 Stunden in der Woche nach: Es besteht keine Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Jedoch werden Beiträge zur Rentenversicherung fällig, wenn der Verdienst 400,- Euro im Monat übersteigt. Die Beiträge werden jeweils grundsätzlich zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Liegt der Verdienst zwischen 400,01 Euro und 800,00 Euro (Gleitzone), wird der Arbeitnehmeranteil von einem linear abgesenkten Betrag berechnet. Innerhalb dieser Gleitzone werden die Beiträge zur Sozialversicherung mit einer Formel progressiv ermittelt. Dadurch zahlt der Arbeitnehmer weniger als seinen üblichen Anteil und erhält deshalb ein höheres Nettoentgelt. Die Besteuerung erfolgt individuell.
  2. Sie arbeiten während des laufenden Semesters an nicht mehr als 20 Wochenstunden und während der Semesterferien ohne Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit: Hier gilt das Gleiche wie oben.
  3. Sie üben während der Vorlesungszeit eine Beschäftigung von mehr als 20 Stunden wöchentlich aus: Jetzt werden auch Sozialversicherungsbeiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. Ausnahmen: Der Job ist von vorneherein auf maximal zwei Monate befristet oder aber so konzipiert, dass die Arbeit überwiegend an Wochenenden oder in den Abend- bzw. Nachtstunden gemacht wird.
  4. Sie haben im Laufe von 365 Tagen (Zeitjahr) mehrere Jobs mit einer Arbeitszeit von jeweils mehr als 20 Wochenstunden und sind insgesamt mehr als 26 Wochen beschäftigt: Jetzt sind Sie versicherungsrechtlich zum Arbeitnehmer geworden, der Studentenstatus tritt gewissermaßen zurück, an der Versicherungspflicht zu allen Zweigen der Sozialversicherung gibt es nichts mehr zu deuteln.
  5. Arbeitnehmer, die neben ihrem festen Beschäftigungsverhältnis ein Studium aufnehmen, bleiben grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Es sei denn, das Arbeitsentgelt wird auf monatlich nicht mehr als 400,- Euro reduziert. Versicherungspflicht besteht ebenfalls, wenn Sie als Arbeitnehmer für die Dauer eines Studiums unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt beurlaubt werden – allerdings nur, wenn diese monatlichen Bezüge 400,- Euro überschreiten.

Egal, wie viel Geld Sie verdienen und wie viele Stunden Sie arbeiten, Sie sind, abgesehen natürlich von der studentischen Krankenversicherung, in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei und brauchen keine Beiträge zu zahlen, wenn der Job auf die vorlesungsfreie Zeit befristet ist.

Bei der Rentenversicherung sieht es etwas anders aus. Hier gilt die Ausnahme, dass Sie nicht mehr als monatlich 400,- Euro verdienen dürfen. Dann gilt o.g. Regelung für geringfügig Beschäftigte.

Praktika:

Für Praktika, die in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschrieben sind, gibt es Sonderregelungen. Wer hingegen, wie die meisten, ein freiwilliges Praktikum ableistet, ist versicherungsfrei in der Rentenversicherung, und zwar unabhängig von der Höhe der Praktikumsvergütung. Hingegen bleibt er zum Studententarif krankenversichert (bzw. in der Familienversicherung), sofern für das Praktikum kein Entgelt gezahlt wird.

Bei Vollzeitpraktika während der Vorlesungszeit, die nicht vorgeschrieben sind, erlischt die studentische Krankenversicherung auch, wenn nichts gezahlt wird – dann wird ja nicht studiert! Dann gilt man steuer- und sozialversicherungsrechtlich als ganz normale Arbeitnehmer. Sofern eine Praktikumsvergütung vereinbart ist, muss der Arbeitgeber Sie beim Finanzamt melden und Lohnsteuer abführen, und bei der Krankenkasse Sozialversicherungsbeiträge abführen, Je nachdem wie hoch die Vergütung ist, greifen gegebenenfalls die Sonderregeln für Minijobs.

Im Überblick:

ArbeitszeitEntgeltKranken-, Pflege- und ArbeitslosenversicherungRentenversicherung
unter 20 Stunden wöchentlichbis 400 Euro monatlichversicherungsfreiversicherungsfrei
unter 20 Stunden wöchentlichab 400,01 Euroversicherungsfreiversicherungspflichtig (reduzierte Beiträge)
unter 20 Stunden wöchentlichüber 800 Euro monatlichversicherungsfreiversicherungspflichtig
über 20 Stunden wöchentlichunter 800 Euro monatlichversicherungspflichtig (reduzierte Beiträge)versicherungspflichtig (reduzierte Beiträge)
über 20 Stunden wöchentlichüber 800 Euro monatlichversicherungspflichtigversicherungspflichtig
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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Andreas Enns

    Also ich werde immer noch nicht ganz schlau daraus. Ich studiere und habe nebenbei nun eine Stelle bei der ich maximal 20 Std. in der Woche arbeite und 800€ brutto verdiene. Nun hat mein Arbeitgeber die AOK benachrichtigt, und die schrieben mir ich müsse mich nun für knapp 86€/Monat selber krankenversichern. Bevor ich das jetzt abschliesse wollte ich mich genauer informieren, klar das die AOK mir sagt ich müsse das so abschliessen. Ich habe nun aber öfter gelesen, dass ich nicht versicherungspflichtig in der Krankenkasse bin, wenn ich hauptberuflich weiter Student bin, sprich maximal 20 Std. die Woche arbeite. Kann mir da jemand weiterhelfen?

    • Simone Janson

      Hallo Herr Enns, dann sollte eigentlich Punkt 1 o. 2 greifen. Leider dürfen wir im Einzelfall keine Rechtsberatung geben. Vielleicht gibt es hier bei Ihrem Studentenwerk eine Beratungsstelle, die Ihnen weiterhilft.

  2. Eine kleine Anmerkungbe unter 20 Std pro Woche gearbeitet und zwischen 400 und 800 Euro verdinet. Konnte mich aber von der Rentenversicherung befreien lassen. Ansonsten aber ein sehr schöner Artikel mit Informationen, die ich „damals“ lange gesucht habe.

  3. Simone Janson

    Hallo Jenna,
    das steht eigentlich alles im Text: Es hängt vor allem davon ab, ob das Praktikum vorgeschrieben ist oder nicht. Wenn nicht, wird es wie ein Vollzeitjob gewertet und die studentische Krankenversicherung sowie die Rentenversicherungsfreiheit fallen weg. Daher bitte Fragen immer präzise stellen!

  4. Hallo 🙂
    Ich bin im 6. Semester meines Studiums und habe im nächsten Semester neben einem Seminar noch vor, ein 6 monatiges Praktikum zu machen. Dieses wird mit 800 Euro vergütet (38 Stunden/Woche). Ich bin bereits in einer Studentenversicherung, muss ich noch irgendwas anderes beachten? Vielen Dank!

  5. Holger Froese

    Frage von Beamtenkind, beihilfeberechtigt: Als Student 20 Wochenstunden arbeiten #Bildung

  6. Simone Janson

    Hallo Stefanie,
    zum Thema Jobben und Krankenversicherung während des Studiums hilft der oben stehende Text weiter!

    Simone Janson

  7. Meine Tochter ist als Beamtenkind seit Geburt beihilfeberechtigt.

    Sie ist Studentin und will bis Studienende (wird im März 2012 exmatrikuliert) an 20 Stunden in der Woche für ca. 1.000 Euro netto arbeiten.

    Frage: Kann sie weiterhin über die Beihilfe krankenversichert bleiben, damit sie bis Studienende die private Krankenversicherung weiter nutzen kann?

    Danke
    Stefanie

  8. wenn ich ein Mann einstelle auf 400 € basis ab wann wirklich ist der Krankenversichert?
    A ab 401 €
    B ab 410 €

  9. Simone Janson

    Hallo Hanni,
    danke für den Hinweis. Ich nehme an, dass sie noch unter 25 und damit in der Familienversicherung sind. Dann ist es tatsächlich so wie Sie sagen, bzw. wenn Sie keinen Minijob haben, dürfen Sie sogar nur 365 Euro monatlich verdienen. Näheres dazu hier:

    Der Beitrag oben gilt aber für Leute, die bereits in der studentischen Krankenversicherung sind. Wenn die oben genannten Grenzen überschritten werden, bedeutet das, das man aus der vergleichsweise günstigen studentischen Krankenversicherung rausfällt. Überdies richtet sich die ganze Artikelserie, wie neben dem Beitrag rechts angezeigt wird, an Leute, die ein Aufbaustudium planen.

    Ich geben zu, dass der Ausdruck versicherungsfrei für studentische Krankenversicherung da etwas missverständlich ist – ist aber ein Fachbegriff. Ich habe jetzt etwas ergänzt, um das etwas klarer zu machen.
    Gruß
    Simone Janson

  10. das stimmt so nicht, der krankenversicherung ist es egal wie viele stunden man arbeitet, sobald man mehr als 400 euro (4800 euro im jahr) verdient, muss man sich studentisch versichern.

  11. Simone Janson

    Hallo Lucas,
    danke für Ihre Frage. Aufgrund des Rechtsdienstleistungsgesetzes darf ich leider keine Rechtsfragen im Einzelfall beantworten.
    Aber finden Sie die Antwort auf Ihre Frage nicht gleich zu Anfang des Artikels?
    Gruß
    Simone Janson

  12. Ich bin 27 Jahre alt und Vollzeitstudent (ca. 30 SWS) . Neben meinem Studium bin ich nebenberuflich selbständig tätig, dafür wende ich pro Woche etwa 7 Stunden auf. Durch die Nebentätigkeit habe ich pro Monat Einkünfte von durchschnittlich etwa 200 Euro.
    Kann ich mich trotzdem als Student krankenversichern lassen?
    Vielen Dank für die Information.

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