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Geld vom Staat: Der Bildungsgutschein



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Für alle Weiterbildungen (allerdings nicht für die Trainingsmaßnahmen!) gibt die Arbeitsagentur Bildungsgutscheine aus, die Sie nur nach eingehender Beratung beim Arbeitsberater bekommen können – wenn Sie die Bedingungen erfüllen und der Berater zustimmt. Dafür gibt es natürlich Vorgaben.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Was wird bezahlt?

Die Arbeitsagentur übernimmt im Rahmen eines Bildungsgutscheins vor allem die Kosten des Lehrgangs. Dazu gehören Lernmittel und Arbeitskleidung ebenso wie Prüfungsstücke und Prüfungsgebühren. Zusätzlich bezahlt Ihnen die Arbeitsagentur pauschal die Fahrtkosten zur Bildungsstätte. Es ist also vorteilhaft, wenn die Weiterbildung möglichst nah an Ihrem Wohnort stattfindet, denn das kostet die BA weniger Geld – und Ihre Förderung wird wahrscheinlicher.

Wenn in der Nähe keine geeignete Maßnahme stattfindet, erstattet man auch die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Dabei ist es unwichtig, ob die Maßnahme in einem anderen Bundesland stattfindet; in manchen Fällen ist das gar nicht anders möglich, denn bestimmte Maßnahmen werden deutschlandweit nur an wenigen Orten durchgeführt. Wenn Sie Arbeitslosengeld erhalten, wird das während der Weiterbildungszeit weiter bezahlt.

Wie läuft das mit dem Bildungsgutschein?

Arbeiten Sie neben der Weiterbildung, verringern sich die Ansprüche entsprechend. Während der Weiterbildungszeit sind Sie automatisch in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichert. Falls Sie im letzten Jahr vor Beginn der Weiterbildung rentenversichert waren, bleiben Sie das auch weiterhin, wenn nicht können einen entsprechenden Antrag stellen.

Die BA übernimmt ggf. alle Versicherungen. Während der Weiterbildung und der Fahrt dorthin sind Sie in jedem Fall auch unfallversichert. Wird die Weiterbildung während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses durchgeführt, kann Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zu Ihrem Lohn erhalten.

Wer die Wahl hat

Die Arbeitsagentur überlässt beim Bildungsgutschein mittlerweile Ihnen die Qual der Wahl, die richtige Weiterbildung herauszufinden – natürlich im Rahmen bestimmter Grenzen, denn der Bildungsgutschein legt das Bildungsziel der Maßnahme genau fest. Sie können damit eine Bildungsmaßnahme finden, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und Ihnen nicht einfach übergestülpt wird.

Allerdings sind Sie bei der Suche nach einer geeigneten Weiterbildung auf sich gestellt. Auf den Gutscheinen sind, um zu verhindern, dass Sie das Falsche auswählen, Dauer und Lernziel genau definiert.

Gründe

Zwar bieten die Gutscheine eine gewisse Freiheit bei der Auswahl, doch hat dieses System einen großen Nachteil: Wurden früher Kurse vom Arbeitsamt fest gebucht und besetzt, was natürlich dazu führte, dass man mitunter in ungeeignete Maßnahmen gesteckt wurde, haben die Weiterbildungsanbieter nun kaum die Möglichkeit, richtig zu planen.

Da kann es dann schon vorkommen, dass Kurse wegen mangelnder Auslastung kurz vor Beginn abgesagt werden – und das kann Sie teuer zu stehen kommen, wenn der Bildungsgutschein dann abläuft.

Tipp: Gültigkeitsdauer

Ein Bildungsgutschein hat grundsätzlich nur eine Gültigkeitsdauer von höchstens drei Monaten. Wenn er in dieser Zeit nicht bei einem passenden Weiterbildungsträger eingelöst wird (egal aus welchem Grund), verfällt er. Kümmern Sie sich also rechtzeitig um Alternativen, falls eine Weiterbildung mal ausfällt.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Sie schreiben, der Bildungsgutschein sei nur nach einer Beratung beim Arbeitsberater zu erhalten. Ich bin mit meinem (schriftlichen) Antrag auf einen Bildungsgutschein allerdings gar nicht bis zum Arbeitsberater vorgedrungen, sondern der liegt auf dem Tisch der Arbeitsvermittlerin, die natürlich ein größeres Interesse daran hat, mich in Arbeit zu vermitteln (trotz fehlenden Berufsabschlusses, den ich gern per Bildungsgutschein nachholen würde). Was tun? Ist die Berufsberatung des Arbeitsamtes gleichzusetzen mit dem Arbeitsberater? Oder vereinigt inzwischen der Arbeitsvermittler alle Funktionen in Personalunion? Stichhaltige Informationen habe ich von der AfA dazu leider noch nicht erhalten.

    • Simone Janson

      Ursprünglich war vorgesehen, dass die Arbeitsberater sich um Weiterbildungen kümmern, die Arbeitsvermittler sich um die Jobvermittlung. Es mag sein, dass diese Abgrenzung je nach Arbeitsagentur aufweicht oder dass zwischenzeitlich umstrukturiert wurde. Berufsberater sind nur für den Berufseinstieg junger Menschen zuständig. Was helfen kann, sind gute Argumente, warum das Nachholen eines Abschlusses sinnvoll ist – z.B. weil Sie sonst bald wieder auf der Straße sitzen. Ggf. kann man auch den Vermittler wechseln. Mehr Infos dazu hier:

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