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Selbständige und Arbeitslosengeld nach Qualifikationsgruppe: Wie viel ALG I gibt es?



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Sollten Selbständige, die die Bedingungen erfüllen (welche das genau sind, steht ausführlich in meinem Buch „Von Anfang an richtig versichert“, das im August bei Redline Wirtschaft erscheint) eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen?


Hier schreibt für Sie:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Die Bedingungen klingen erstmal gut: Man zahlt monatlich einen festen Beitrag von 25,73 (West) bzw. 22,05 € (Ost) und bekommt dafür bei Arbeitlosigkeit einige Monate Arbeitslosengeld (je nachdem wie lange man arbeitslos war, ab 6 Monate), und zwar je nachdem, in welche Qualifikationsgruppe man eingestuft wird. Das sind: * bei Hochschul-/Fachhochschul-Ausbildung 2.940 / 2.520 € (Ost) * bei Fachschulabschluss, Meister oder vergleichbar 2.450 / 2.100 € (Ost) * bei einem Ausbildungsberuf 1.960 / 1.680 € (Ost) * wenn keine Ausbildung erforderlich ist, 1.470 / 1.260 € (Ost)

Also Freude für die höher gestellten Qualifikationsgruppen, weil sie automatisch mehr bekommen? Mitnichten. Denn entscheidend ist nicht, in welche Qualifikationsgruppe man laut Werdegang gehört, sondern in welche Qualifikationsgruppe einen die Arbeitsagentur zur vermittlung einstuft. Es kann also durchaus sein, dass die Arbeitsagentur einen Hochschulabsolventen in die Gruppe ohne Ausbildung steckt, wenn sie einen sonst nicht anders vermitteln kann.

Und schlimmer noch: Karrierecoach Svenja Hofert berichtet in Ihrem Karrierblog von Frau Müller, Führungskraft, die, arbeitslos nach der Elternzeit, offenbar völlig wahllos in die niedrigste Qualifikationsgruppe eingestuft wurde und deshalb auch nur ein entsprechend niedriges Arbeitslosengeld erhielt. Offenbar hatte die Arbeitsagentur weder die Zeugnisse von Frau Müller begutachtet noch anderwertig die Qualifikationen abgefragt. Für Hofert legt das die Vermutung nahe „dass oft einfach so und aufs Blaue hinein eingestuft wird“, denn sie hat noch mehr solcher Fälle recherchiert, deren „Opfer“ meist Frauen sind.

Selbständige, die eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen wollen, weil die Konditionen auf zugegeben auf den ersten Blick recht gut erscheinen, sollten nochmals durchrechnen, ob das wirklich sinnvoll ist. Und bedenken: Arbeitslosengeld gibt es überhaupt erst, wenn man die Selbständigkeit beendet bzw. das Gewerbe abgemeldet hat – und nicht schon bei jeder kleineren und größeren Auftragsflaute.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Karin fischer

    Sehr geehrte Frau Janson,
    meine prikäre selbständige Arbeitssituation bedarf ein längeres Anschreiben, deshalb auch meine Frage, ob Sie auch telefonisch zu erreichen sind?
    Ich würde Sie gerne anrufen, damit meine momentane schwierige Lage telefonisch ich vorweg erst einmal plausibel für Sie schildern kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karin Fischer

    • Simone Janson

      Liebe Frau Fischer,
      danke für Ihr Vertrauen, dieses Blog versteht sich jedoch als kostenloses Informationsmedium, eine kostrnlose Beratungsleistung bieten wir nicht an, dürfen auch in Einzelfällen gar nicht rechtlich beraten – per Gesetz. Sie können gerne mal unter unseren Autoren schauen, ob Sie jemanden passenden für Ihr Thema als coach finden, bei rechtlichen Problemen ergibt sich hier jedoch das selbe Bild, darüber hinaus ist ein Coaching oder eine Beratung natürlich in der Regel kostenpflichtig.

  2. Simone Janson

    Hallo Herr Töpfer,
    da solche Fragen immer wieder kommen und ich dafür extra ein Forum geschaffen habe, habe ich Ihren Beitrag ins Forum verschoben.
    Ich kann allerdings nur Hinweise auf Informationsmaterial geben, keine Rechtsberatung machen, darauf kann ich nicht oft genug hinweisen.
    Simone Janson

  3. Wolfgang Töpfer

    Hallo,

    ich, Handwerksmeister, war einige Jahre Bezieher von ALG II und in dieser Zeit immer noch Selbständig. Jetzt habe ich, auf Betreiben der AG meine GbR abgemeldet.
    Steht mi jetzt ebenfalls das ALG I zu, da ich ja immernoch, wenn auch nur mit 15 Wochenstunden berufstätig war.

    MfG
    Wolfgang

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