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Die Kehrseite der Medallie vom Unternehmertum deutscher Angestellter: Frei, freier, am freiesten


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Gerne fordern Unternehmen, dass Mitarbeiter sich verhalten sollen, als seien sie selbst Unternehmer: Auf Gewinn ausgerichtet arbeiten und dabei die Freiheit z.B. flexibler Arbeitszeiten schätzen lernen. Und am liebsten würden viele Unternehmen Arbeitnehmer entlassen und als Selbständige wieder einstellen.


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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Dabei lassen sie gerne aus, dass mit der Freiheit eigentlich gemeint ist, dass die unternehmerischen Angestellten an den Gewinn Ihres Arbeitgebers beteiligt sein sollen, und das flexible Arbeitszeiten eigentlich nichts anderes heißt, als dass man für den Arbeitgeber auf Abruf bereit steht.

Das Gejammere der Gewerkschaften hierzu wird jedoch Arbeitgeber kaum davon überzeugen, dass dies Politik auch ihre Nachteile hat. Die Nakten Tatsachen hingegen schon:

Geringe Mitarbeiterbindung hemmt Innovation, Wirtschaftswachstum und betriebliche Zukunftschancen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des IFAK Instituts unter 1978 Arbeitnehmern in Deutschland. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragtem fühlen sich demnach ihrem Arbeitgeber nur mäßig verbunden; gut ein Fünftel (22 Prozent) hat keine Bindung, das heißt, hat innerlich bereits gekündigt, und ein Siebtel (15 Prozent) bekundet eine hohe Verbundenheit mit dem Arbeitgeber.

Das bedeutet: rund 7 Millionen Erwerbstätige haben gar keine und knapp 20 Millionen eine mäßige Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Das schlägt sich nicht nur in der Produktivität des Unternehmens, sondern bereits ganz konkret in Fehlzeiten nieder: Beschäftigte, die nur eine geringe Bindung zu ihrem Unternehmen aufweisen, fehlen durchschnittlich 9,3 Tage pro Jahr; bei jenen mit hoher Bindung sind es nur 5,9 Tage. Auch verbringen „Ungebundene“ am Arbeitsplatz mehr Zeit mit arbeitsfernen Dingen wie dem Surfen im Netz. Umgekehrt: Eine hohe Mitarbeiterbindung steigert laut Befragung durchaus die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens. Erwerbstätige mit hoher Bindung zum Arbeitgeber bringen im Durchschnitt 19,6 Ideen und Verbesserungsvorschläge im Jahr ein. Zum Vergleich: bei Erwerbstätigen ohne Bindung sind es nur 8,9 Vorschläge.

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