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Mein Versicherungs-Artikel in der Financial Times: Feedback


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Gerade erst ist mein Artikel Volltreffer in der Finanacial Times erschienen – siehe mein Beitrag hier: – schon gibt es Leserbriefe, die neben einigem Lob auch Kritik am letzten Satz meines Artikels äußern. Dazu nehme ich hier sehr gerne Stellung nehme.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

seit 20 Jahren bin ich als Versicherungsmakler tätig. Die Aussagen im Beitrag „Volltreffer“ zu den einzelnen Versicherungssparten und Vertragsarten sind richtig und fundiert. Damit stellt der Artikel für alle Existenzgründer eine wertvolle Hilfe und Orientierung dar. Eine Aussage im letzten Absatz ist jedoch falsch! Sie schreiben:“Wer dafür Hilfe sucht: Versicherungsberater kosten zwar Geld, sind aber im Vergleich zu

Versicherungsmaklern unabhängig.“ Hier wird der Eindruck erweckt, Versicherungsmakler seien im Gegensatz zu Versicherungsberatern nicht unabhängig bei der Auswahl und Empfehlung von Versicherern und Versicherungslösungen. Dem Leser drängt sich der Gedanke auf, bei einem Versicherungsmakler bestehe die Gefahr, der Kunde wird über den brühmten „Leisten“ gezogen. Ungenauigkeit oder Unwissenheit? Beides wäre für die FTD, den Leser und für wirkliche Versicherungsmakler fatal!

Daher gestatten Sie diese Ergänzung: Der Rat eines echten Versicherungsmaklers ist unabhängig! Die Aufgabe ist es, den tatsächlichen Versicherungsbedarf des Klienten sachgerecht und möglichst günstig abzusichern. Der schriftlich geschlossene Versicherungsmaklervertrag dokumentiert dies. Das bereits Mitte der 80er Jahre gesprochene, höchstrichterliche Sachwalterurteil ist Leitlinie jedes ordentlichen Versicherungsmaklers. Danach ist der Versicherungsmakler als Sachwalter des Klienten ausschließlich den Interessen seines Auftraggebers, dem Klienten, verpflichtet. Per Gesetz und in der Praxis steht der Makler auf Seiten des Klienten (§ 93 HGB ff), nicht auf Seiten des Versicherers. Für Klarheit, Verlässlichkeit und Vertrauen sorgt zusätzlich die Informationspflicht gemäß des Versicherungsvermittlergesetzes, dass seit dem 2Mai dieses Jahres gilt. Danach hat der Versicherungsmakler den Interessenten bereits beim ersten Kontakt u. a. über seine rechtliche Stellung aufzuklären.

Die Information ist zu dokumentieren. Aus alldem ergibt sich die Unabhängigkeit des echten Maklers. Sollte der Klient einen Interessenkonflikt beim Makler aus der Art der Vergütung befürchten, da der Makler überlicherweise durch ein Courtage seitens des Versicherers für seine Tätigkeit entlohnt wird, kann alternativ ein angemessenes Honorar vereinbart werden. Wirklich faire und klientenorientierte Versicherungsmakler wie die FinanzInformationsZentrum GmbH in Essen besprechen dies bei der Bedarfsanalyse offen mit dem Klienten.

Ungenauigkeit oder Unwissenheit? Im Sinne einer guten Berichterstattung und Lebenshilfe der FTD sollte diese Frage zukünftig nicht mehr gestellt werden müssen.

Und hier ein zweiter Leser schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Artikel . Volltreffer – Gründer brauchen Versicherungen… endet mit dem Satz, Versicherungsberater sind im Gegensatz zum Versicherungsmakler unabhängig. Dies ist schlicht falsch. Der Versicherungsmakler ist gesellschaftsunabhängig und arbeitet per Sachwalterurteil im Auftrag des Mandanten. Die Tatsache, dass er sich mit Courtagen finanziert, bedeutet nicht seine Abhängigkeit. Ich nehme an, hier sollte der Versicherungsvertreter agesprochen werden.

Meine Stellungnahme

Dazu möchte ich sagen: Natürlich bemühen sich auch Versicherungsmakler um eine objektive und gute Beratung ihrer Kunden. Und natürlich sind sie meist selbständig und nicht bei den Versicherungen angestellt. Wäre das nicht der Fall, würden die Kunden wohl kaum wiederkommen.

Insofern ist es natürlich für die Versicherungsmakler wichtig, so unabhängig wie möglich zu beraten und seriös aufzutreten. Es bleibt jedoch das Faktum bestehen, das Versicherungsmakler eine Provision von der Versicherung erhalten und sich bei dem unüberschaubaren Angebot vermutlich auch häufig an den Angeboten bestimmer Gesesllschaften orientieren (müssen). Dafür ist die Beratung ja auch kostenlos.

Unterschied zwischen Maklern und Beratern

Die erwähnten Versicherungberater sind hingegen reichtig teuer, sie kosten die Kunden 100 Euro oder mehr die Stunde, festgelegt durch das Rechtsanwalts-Vergütungs-Gesetz. Die Praxis, dass der Kunde bei einem Interessenskonflikt eine angemessene Vergütung zahlt, war mir so neu, da verwischen sich offensichtlich die Grenzen zwischen Versicherungsberater und Versicherungsmakler.

Allerdings ist gesetzlich geregelt, dass sich Versicherungsmakler nicht Versicherungsberater nennen dürfen und dass diese dann keine Verträge vermitteln oder anderwertig auf Provisionsbasis für Versicherungen tätig sein dürfen – und das sicher mit gutem Grund, um so eine klare Trennung für den Kunden zu gewährleisten. Es gibt übrigens auch Fälle, in denen sich Versicherungsmakler illegalerweise Versicherungsberater nennen.

Abgrenzung und Transparenz

Ich wollte für meine Leser eine möglichst klare Abgrenzung schaffen, an wen er sich in welchem Fall wenden kann: Ich empfehle in meinem Buch auch ausdrücklich Versicherungsmakler, allerdings sollten m.E. Kunden die Sache mit der Provision immer im Hinterkopf haben. Zu einem teueren Versicherungsberater werden Existenzgründer, die wenig Geld haben, ohnehin oft nicht gehen.

Der letzte Satz in dem besagten FTD-Artikel klingt in seiner verkürzten Formulierung allerdings möglicherweise negativer, als ich ihn gemeint habe. Für die daraus entstandenen Missverständnisse bitte ich um Entschuldigung. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass ich einer solchen Zeitung oft nur ein begrenztes Zeilenbudget zur Verfügung steht.

In einem Buch hat man da mehr Platz. Die Aussage, Versicherungsberater seien wirklich unabhängig ist für mich zudem nur ein Hinweis darauf, dass man von Maklern auch eine gute Beratung bekommen könnte – sofern man die Sache mit der Provision im Hinterkopf hat.

berufebilder

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Jocelyn Gaw

    Great Post, Thank you for this!

  2. Diana Smum

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir wirklich sehr weitergeholfen hat, da ich gerade über eine Existenzgründung nachdenke!

  3. Scottkeeds

    An interesting discussion is worth commenting on. You should write more on this topic, it might not be a taboo subject but generally people are not enough to speak on such topics. To the next. Cheers

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