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10 Methoden für mehr Schlagfertigkeit - 5: Fragen & Gegenfragen



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Die Frage als rhetorische Form wird seit den Philosophen des klassischen Altertums als ›Königin der Rhetorik‹ bezeichnet. Wahre Meister waren nicht die, die antworten konnten, sondern diejenigen, die großartig fragten und eine Antwort fast unmöglich machten.

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Hier schreibt für Sie: Peter Kensok ist Peter Kensok ist Kommunikationstrainer, Coach und Psychotherapeut.  Profil

Hier schreibt für Sie: Petra Schächtele-Philipp ist Schlagfertigkeitstrainerin & Rhetorikerin. Profil

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Fragen als elegante Form der Rhetorik

Eine gute Frage ist auch in der Schlagfertigkeit immer eleganter als eine schlechte Antwort. Fragen wirken souverän und konstruktiv. Sie lösen beim Anderen den inzwischen bekannten Antwortreflex aus und zwingen ihn, die Arbeit selbst zu tun, die er uns gerade aufladen wollte. Wirklich kunstvolle Fragen sind sachlich, konstruktiv – und kurz.

Lautet die korrekte Antwort auf eine Frage eher ›ja‹ oder ›nein‹, sprechen wir von geschlossenen Fragen. Offene Fragen dagegen erfordern ausführliche Antworten und beginnen meistens mit W-Fragewörtern: wer, wie, wann, was, wo, wozu … Statistisch gesehen sind 90 Prozent aller Fragen geschlossen. Nur 10 Prozent sind offene Fragen und damit die Favoriten der wirklich elegant schlagfertigen Frager!

Geschlossene vs. offene Fragen

  • »Du hast ja überhaupt keine Erfahrung!«
  • »Meinst du das ernst?«, wäre hier eine geschlossene Frage, die wie ein Bumerang den Frager selbst trifft: »Ja, klar!«

Fragen Sie stattdessen offen: »Welches Wissen fehlt mir deiner Ansicht nach genau?«

Um diese offene Frage beantworten zu können, muss Ihr Gegenüber darüber nachdenken und von Emotion auf Logik umschalten. Sie haben seinen Impuls unterbrochen und umgeleitet! Während er nachdenkt, können Sie durchatmen und Ihr weiteres Vorgehen planen.

Jedes Argument ist angreifbar

Jedes Argument ist angreifbar und kann infrage gestellt werden:

  • »Was genau meinen Sie mit/spricht gegen XY …?«
  • »Was konkret verstehen Sie unter …?«
  • »Womit vergleichen Sie …?«
  • »Was müsste sein, damit YX nicht zutrifft?«
  • »Was müsste ich tun, ändern …?«
  • »Was ist denn für dich …?«
  • »Was verstehen Sie unter …?«

Fragen nehmen den anderen ernst. Das kann so weit gehen, dass sie ihm unangenehm werden und er erkennen muss, dass seine Einwände weder Hand noch Fuß haben.

Fragen zu stellen empfehlen wir als Schlagfertigkeitsmethode besonders eher introvertierten Menschen. Eine ihrer typischen Eigenschaften ist ohnehin, dass sie alles hinterfragen und gründlich durchdenken. Fragen gut zu formulieren fällt ihnen wesentlich leichter als extrovertierten Charakteren. Mit der Methode ›Fragen‹ können Sie aus ihrer scheinbaren Schwäche eine wunderbare Stärke machen.

Mittel gegen Gegenfragen

Setzt Ihr Gegenüber ebenfalls Gegenfragen ein, decken Sie seine Strategie zum eigenen Schutz am besten auf:

  • »Was hätten Sie in meiner Situation getan?«
  • »Darum geht es nicht!«

Sinnvolle Reaktionen auf die Aussage:

  • »Ich hab zuerst gefragt!« können sein:
  • »Das sage ich Ihnen gerne, nachdem Sie meine Frage beantwortet haben.«
  • »Ich will Ihre Frage gerne beantworten. Und Sie sind bitte so freundlich und erklären mir, worauf Sie hinaus wollen.«
  • »Um Ihre Frage korrekt beantworten zu können, benötige ich noch Zusatzinformationen.«

Achten Sie besonders auf Verallgemeinerungen und Vergleiche ohne Bezug wie: immer, nie, alle, keiner, besser, schlechter. Fragen Sie in solch einem Fall zum Beispiel:

  • »Schlechter im Vergleich wozu?«

Manchmal erhalten Sie die Antwort:

  • »Das ist eine schwierige Frage.«

Achten Sie darauf, nicht nachzubessern. Aber merken Sie sich diesen Mechanismus für Ihr Gegenüber. Warten Sie dann geduldig auf eine Antwort. Ihr Gegenüber wird möglicherweise mit Überzeugungen aufwarten, auf die es sich dann wirklich einzugehen lohnt.

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