Berufseinsteiger, die frisch von der Uni kommen, müssen häufig erstmal ein paar Ideale über Bord werfen, wenn Sie im Arbeitsleben Fuß fassen wollen. So stellte ein Teilnehmerin in der von mir moderierten XING-Gruppe “Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft” unlängst fest:
Scheinbar muss ich wirklich daran arbeiten “effizienter” zu denken – auch wenn ich finde, dass dabei viel Idealismus verloren geht.
Mein Co-Moderator Oliver Krone hat darauf eine sehr schöne Antwort gegeben, die einige wesentliche Aspekte kurz auf den Punkt bringt, die sich aber auch auf andere Berufseinsteiger übertragen lässt. Sie zeigt, warum, der Verlust von Idealen nicht zwangsläufig im Frust enden muss.
Das ist, so glaube ich, eines der grossen Vorurteile, dass Geisteswissenschaftler(edit: kurz GeWis) gegenüber der Wirtschaft haben. Effizient zu denken und trotzdem den Idealismus zu behalten, ist ein Prozess den GeWis in ihrem ersten Jahre im Beruf durchlaufen. Dabei sagt doch gar keiner, dass GeWi nicht auch einen eigenen Begriff von Effiziens mitbringen. Dieser allerdings betrachtet nicht nur den ökonomischen Aufwand gegen den damit verbundenen Gewinn, sonder bezieht auch oft die sozialen Kosten ein die eine Entscheidung nach sich zieht. Und das sind antizipierte Kosten, die sie im Laufe der Zeit einzuschätzen lernen, um die aber keiner so unbedingt umher kommt. Auf die Dauer kommt mit dieser Denke Ihr Idealismus viel besser raus, wenn er auch in “ökonomischen Begriffen” versteckt ist. Sehen Sie es positiv: Denn Sie werden damit weniger verwundbar, und die Arbeit kann trotzdem Spass machen.
Die ganze Diskussion finden Sie übrigens hier