Berufebilder by Simone Janson

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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Hochschule & Studium

IT-Ausbildung zu sehr auf Großunternehmen ausgerichtet:
Fachkräftemangel im Mittelstand?

Im Frühjahr 2008 wurden 100 IT-Fachkräfte im Rahmen einer Studie des Netzwerkspezialisten T & A Systeme in persönlichen Gesprächen zu Qualität der IT-Ausbildung befragt. 72 Prozent von ihnen der Meinung, dass der IT-Fachkräftemangel in Deutschland seine Hauptursache in der Ausbildung an Universitäten und Fachhochschulen hat. Oft wird dies mit der angeblich zu theoretischen Ausbildung begründet, die am Berufsalltag vorbeigeht. Diese Sichtweise ist allerdings zu undifferenziert, zumal so auch der klare Auftrag an die Bildungsträger lautet. Das Hauptproblem liegt vielmehr darin, dass die Studenten überwiegend Methoden vermittelt bekommen, die in großen Strukturen Sinn machen. Dabei wird vernachlässigt, dass die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland kleine Strukturen haben

16 Prozent der Befragten sagten aus, das dringlichste Problem in diesem Zusammenhang sei, dass die Unternehmen zu wenige Praktika anbieten. Nicht zum Kern des Problems gehört offensichtlich die Annahme, dass die Studenten heutzutage selbst zu lange nicht wissen, wo sie ihr beruflicher Weg hinführen soll. Nur zwölf Prozent der Befragten entschied sich für diese Antwortmöglichkeit.

T & A Systeme wollte in der Befragung außerdem in Erfahrung bringen, warum es so viele Kandidaten zu großen und namhaften Unternehmen zieht und sich deshalb insbesondere der deutsche Mittelstand Sorgen um seinen Nachwuchs machen muss. Für 38 Prozent der Branchenkenner steht dabei die Aussicht auf ein hohes Gehalt an erster Stelle. Immerhin 22 Prozent sagen aus, dass alleine der hohe Bekanntheitsgrad dieser Unternehmen für den positiven Zuspruch auf Kandidatenseite sorgt. Jeweils 18 Prozent entschieden sich in der Umfrage für die “Aussicht auf eine große Karriere” beziehungsweise die “gefühlte Sicherheit des Arbeitsplatzes”.

Aber: Gerade bei mittelständischen Unternehmen finden Absolventen sehr gute Ausgangspositionen, weil sie Auszubildende und Absolventen viel früher und gezielter in die praktische Arbeit beim Kunden einbeziehen können. Auch das finanzielle Argument hinkt etwas, weil überall dort, wo Kundenprojekte zufriedenstellend abgewickelt werden, auch die Auftragslage stimme und entsprechend gut bezahlt werde. Kaum eine Rolle in diesen Überlegungen spielt die Annahme, dass Professoren an den Universitäten zu einseitig Empfehlungen für die bekannten Großunternehmen aussprechen: Nur vier Prozent entschieden sich für diese Antwortmöglichkeit.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Absolventen & Praktika

IT-Branche sucht Wirtschaftswissenschaftler

68 Prozent der Ausschreibungen für berufserfahrene IT-Fachleute fordern von den Bewerbern ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Damit ist der Bedarf an Wirtschaftsingenieuren, Wirtschaftsinformatikern und Wirtschaftswissenschaftlern zusammengenommen sogar größer als an Absolventen eines klassischen Informatikstudiums (61 Prozent). In den einzelnen Ausrichtungen der wirtschaftlichen Studiengänge gibt es jedoch hinsichtlich der Jobaussichten in der IT-Branche deutliche Unterschiede. Während Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsinformatiker jeweils in rund jeder dritten Stellenausschreibung gesucht werden, bleibt die Nachfrage nach Wirtschaftsingenieuren dahinter deutlich zurück. Nur sechs Prozent der Stellenanzeigen sind auf dieses Studienfach fokussiert. Das sind Ergebnisse aus der Studie “IT-Jobscout 2008″ des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG.

Wirtschaftswissenschaften sind Aussichtsreich

Für die IT-Beratung und den IT-Vertrieb ist das Studium der Wirtschaftswissenschaften eine aussichtsreiche Visitenkarte. Knapp jede zweite Stellenanzeige aus diesen IT-Bereichen richtet sich an berufserfahrene Absolventen des Studiengangs. Damit sind die Wirtschaftswissenschaftler in der IT-Beratung (47,5 Prozent) fast ebenso gesucht wie studierte Informatiker (48 Prozent). Und auch im IT-Vertrieb (46,9 Prozent) rangieren die Wirtschaftswissenschaftler nur knapp hinter berufserfahrenen Bewerbern mit Informatikstudium (50 Prozent).

Wirtschaftsinformatiker schaffen es dagegen zwar in fünf verschiedenen IT-Bereichen unter die Top 3 der gesuchten Akademiker mit Berufserfahrung. Jedoch stoßen sie in allen Arbeitsfeldern auf Wettbewerber, deren Qualifikationen von den Personalmanagern noch deutlich häufiger gesucht werden. Besonders stark ist der Unterschied beim Qualitätsmanagement ausgeprägt. So richtet sich zwar jede dritte Stellenausschreibung für das Qualitätsmanagement an Wirtschaftsinformatiker (33,3 Prozent).

Auch Informatiker gesucht!

Berufserfahrene Absolventen eines Informatikstudiums werden allerdings in 83 Prozent der Fälle gesucht. In der IT-Architektur (40,6 Prozent) und der Hardwareentwicklung (50 Prozent) hat die Informatik mit einem Anteil von gut 70 Prozent ebenfalls die Nase vorn. Im Projektmanagement und beim IT-Vertrieb liegen die Informatiker knapp zehn Prozentpunkte vor den Wirtschaftsinformatikern.

Das Wirtschaftsingenieurwesen schafft es in keinem der abgefragten IT-Bereiche unter die vorderen Drei der gesuchten akademischen Abschlüsse. Im Gesamtranking der besten Studienfächer für eine IT-Karriere rangieren die Wirtschaftsingenieure mit Berufserfahrung hinter den Ingenieurwissenschaften und den Naturwissenschaften auf dem sechsten Platz. Wirtschaftsingenieure können jedoch zumindest teilweise von ihren betriebswirtschaftlichen Kenntnissen profitieren. Denn 60 Prozent der Stellenangebote, die sich an berufserfahrene Absolventen richten, sehen betriebswirtschaftliches Know-how vor.

Für den IT-Jobscout 2008 wurden die Online-Stellenangebote der 100 größten IT-Unternehmen untersucht. Im 1. Januar 2008 wurden dafür insgesamt 602 Stellenanzeigen ausgewertet.