Berufebilder by Simone Janson

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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Management, Motivation, Strategie

Freizeit muss nicht teuer sein

Kneipenbesuche, Kino, Urlaub, die durch die Benzinpreise enorm gestiegenen Fahrtkosten – schon hat man das monatliche Budget wieder überzogen. Schnell ist das monatliche “Freizeit-Budget” überzogen. Diese Situation habe ich in meiner Anfangszeit als Selbständige, in der mein monatliches Einkommen noch nicht so regelmäßig war, leider nur zu oft kennengelernt. Dann musste ich schauen, wo ich sparen konnte: Die Ausgaben für Beruf, Auto, Lebensmittel, Arzneimittel oder Versicherungen waren schließlich Pflicht. Sparen konnte ich lediglich bei den Ausgaben, die nicht zwingend notwendig sind, den Kosten für die Freizeit.

Das aber bedeutet, Lebensqualität einzuschränken – oder? Nein! Denn Sparen kann sogar Freude machen: Tatsächlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zu sparen, ohne dass man dabei Lebensqualität einbüßen muss.

Zugegeben: Als ich die Methode, die ich Ihnen hier vorstellen möchte, ausprobiert habe, war ich am Anfang auch ein wenig skeptisch: Sparen – ganz ohne Verzicht? Und ich fand es erstmal sehr gewöhnungsbedürftig, meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben mit einer Excel-Tabelle zu kalkulieren. Aber der Erfolg hat mir recht gegeben.

Und mehr noch: Meine monatlichen Ausgaben zu systematisch zu betrachten und kreativ nach alternativen Freizeitgestaltungen zu suchen, hat mir geholfen, bestehende Gewohnheiten zu überdenken und mir letztendlich sogar großen Spaß gemacht. Sparen bedeutet nicht zwingend Verzicht – aber es bedeutet Veränderung.

Die systematische Vorgehensweise erfordert ein gewisses Maß an Eigeninitiative. Die Techniken, die ich angewendet habe, sind Selbstmanagementtechniken aus dem beruflichen Bereich, ins Privatleben übertragen. Das, was viele Menschen im Job erfolgreich anwenden, kann auch dazu beitragen, die Freizeit zu verbessern.

Schritt für Schritt habe ich mit diesen Techniken meinen eigenen, persönlichen Sparplan erstellt. Und da das bei mir so gut geklappt hat, möchte ich Ihnen in den folgenden Abschnitten zeigen, wie ich das gemacht habe. Vielleicht finden Sie ja auch noch einige Anregungen zu einer alternativen Freizeitgestaltung. Daher habe ich diese kleine Reihe für meine Leser geschrieben. Denn: Freizeit muss nicht teuer sein!

Simone Janson

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Servicewüste

Wofür geben Sie Ihr Geld aus?

Der erste Schritt zum sparsameren Umgang mit Geld besteht darin, sich zu überlegen, wohin das Geld monatlich fließt – und zwar schriftlich. Dazu habe ich eine 49223_freizeitkosten vorbereitet, die ich Ihnen als Muster zum Download zur Verfügung stelle.

Sie können die Muster-Tabelle wahlweise auch mit 49223_freizeitkosten-beispiel herunterladen, die Sie dann durch Ihre eigenen Zahlen überschreiben: Freizeitkosten-Beispiel.xls

Ganz oben in das Blatt habe ich meine monatlichen Einnahmen (netto) eingetragen, um eine Berechungsgrundlage zu haben, darunter meine monatlichen Fixkosten.

Fixkosten:

Beispiel für monatliche FixkostenFixkosten sind die Kosten, die für mich notwendig und unverzichtbar sind und an denen ich absolut nicht sparen kann. Dazu gehören für mich z. B. alle Kosten für meine Wohnung, die Versicherungen und die Grundkosten für das Auto. Das sind natürlich nur Beispiele. Bei Ihnen kann die Liste ganz anders aussehen – löschen Sie ruhig meine Beispiele aus der Liste heraus oder ergänzen Sie weitere Felder. Aber: Je weniger Fixkosten Sie festlegen, desto mehr Möglichkeiten haben Sie hinterher zu sparen.

Vielleicht wundern Sie sich beispielsweise, dass ich hier keine Benzinkosten eingetragen habe. Tatsächlich glaube ich, dass man hier noch sparen kann: Zum Beispiel mit dem richtigen Fahrstil. Die Site www.neues-fahren.de bietet einige Informationen zu einem preisbewussteren Fahrstil sowie Kurse dazu. Oder indem ich bei längeren Strecken Mitfahrer mitnehme und den Benzinpreis teile. Über www.mitfahrzentrale.de kann man Mitfahrer finden. Benzin gehört für mich also zu den flexiblen Kosten.

Am Ende zeigt mir das Excel-Blatt an, wie viel mir von meinen monatlichen Einkünften noch für die Ausgaben in meiner Freizeit zur Verfügung steht.

Flexible Kosten:

Dann habe ich mir klargemacht, wofür ich mein Geld im vergangenen Monat sonst noch ausgegeben habe. Dazu habe ich im Brainstorming-Verfahren alles aufgeschrieben, was mir eingefallen ist. Und zwar erst einmal völlig unsortiert – ich habe auch noch nicht dazugeschrieben, wie viel ich ausgegeben habe und keine Wertung vorgenommen, ob die Ausgabe sinnvoll war oder nicht. Hier geht es zunächst einfach darum, die verschiedenen Posten aus dem vergangenen Monat zu sammeln.

Bei mir sieht diese Liste so aus:

  • Fitness-Studio
  • Kneipe jeden zweiten Tag
  • Freizeitpark mit der Familie
  • dreimal im Restaurant gewesen
  • Konzertbesuch
  • zwei neue Bücher gekauft

Erst jetzt habe ich durchgerechnet, wie viel Geld ich für die einzelnen Posten ausgegeben haben, auch wieder mit der Excel-Tabelle. Dazu habe ich in Spalte A unter Flexible Kosten alle meine Ausgaben eingetragen und dann in Spalte B die Kosten.

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Management, Motivation, Strategie

Wo liegen Ihre Sparpotentiale?

Je genauer man seine Ausgaben aufschlüsselt, desto einfacher lässt sich das Sparpotenzial hinterher erfassen. Es ist z. B. sinnvoll, Kneipen und Restaurantbesuche in getrennten Posten aufzuführen – in der Regel geht man öfter in die Kneipe und gibt dann kleinere Beträge aus, während man seltener ins Restaurant geht, dort dann aber pro Besuch mehr ausgibt. Später zeigt die Excel-Tabelle uns nämlich genau, wie viel Geld man bei den einzelnen Posten sparen muss, um das festgelegtes Sparziel zu erreichen.

Apropos Restaurant …

  • Als Alternative zu Restaurants habe ich einen kleinen, aber gepflegten Imbiss entdeckt: Das Essen ist gut – und der größte Gewinn: Das kleine Lokal ist ein echter kommunikativer Treffpunkt.
  • Bei Kneipen betreibe ich hingegen mittlerweile gerne Happy-Hour-Hopping: Ich informiere mich auf der Internet-Site meines Stadtmagazins nach den Happy-Hours verschiedener Lokale oder notiere mir bei Kneipen, die ich mag, direkt, wann Happy-Hour ist. Und danach richte ich mich dann, wenn ich Geld sparen, aber dennoch weggehen möchte.
  • Oder ich veranstalte im Sommer mit Freunden ein lustiges Picknick statt Biergarten. Jeder bringt was zum Trinken und zu knabbern mit. Das ist zwar für viele zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch: Es kommt immer darauf an, wie man solche Ideen verkauft.
  • Andererseits ist es in vielen Fällen genauso sinnvoll, bestimmte Posten zusammenzufassen, etwa den für Telekommunikation. Hier kann heutzutage ein erhebliches Sparpotenzial durch Flatrates erreicht werden.

Am Ende zählt die Excel-Tabelle automatisch zusammen, wie viel ich ausgegeben habe, und errechnet daraus, wie viel ich monatlich sparen muss, um die Summe, die mir monatlich zur Verfügung steht, nicht zu überschreiten. So kann ich mein Sparziel genau ermitteln und weiß, wie viel ich monatlich noch einsparen muss.

FreizeitBeispielhaft habe ich schon einige Posten in die Vorlage eingetragen, etwa die Benzinkosten, das Fitness-Studio oder Ausflüge. Sie können natürlich jederzeit die einzelnen Posten abändern, die Tabelle um neue Felder erweitern bzw. bestehende Felder umbenennen und die Tabelle so ihren Bedürfnissen anpassen. Außerdem habe ich Ihnen Platz für eigene Position in den Feldern Weitere Kosten gelassen. Damit Ihnen klar wird, was Sie in die Felder genau eintragen sollten, wurden die einzelnen Posten durch Erläuterungen ergänzt, die Sie abrufen können, wenn Sie in dem jeweiligen Feld auf das kleine Quadrat klicken. Sie können, wenn Sie mehr Felder brauchen, die bestehenden Felder auch kopieren – denken Sie dabei aber daran, die Formel mitzukopieren!
Für mich gehören auch Kleidung und Schuhe zu den flexiblen Kosten. Das sind zwar Grundbedürfnisse, andererseits ist Kleidung nicht gleich Kleidung, auch hier lässt sich sparen.
Apropos: Bonusprogramme und Kundenkarten

Gerade auch Schuh- und Bekleidungsgeschäfte werben mittlerweile mit Bonusprogrammen und Kundenkarten. Das klingt erst einmal günstig, doch oft ist Vorsicht geboten: Die Teilnahme lohnt sich in der Regel nur, wenn man wirklich häufig dort einkauft. Bei genauem Hinsehen ist ein anderes Geschäft häufig noch günstiger als der versprochene Rabatt. Außerdem werden durch solche Kundenkarten persönliche Daten erhoben und weitergegeben – achten Sie darauf, welche Daten angegeben werden müssen. Und prüfen Sie auf die Geschäftsbedingungen: Was passiert bei Verlust der Karte? Was passiert, wenn Sie die Karte als Zahlungsmittel nutzen, aber im Rückstand sind?

So eine Übersicht für die privaten Kosten kann man übrigens auch für das ganze Jahr erstellen, dafür müssen Sie das Monatsblatt einfach nur mehrfach kopieren. Das ist sinnvoll, denn dadurch wird der Überblick objektiver. Größere, aber seltene Ausgaben, etwa für den Urlaub, sollten Sie durch die Anzahl der Monate teilen. Dann behalten Sie einen besseren Gesamtüberblick.

…Apropos Urlaub

  • Ich mache zum Beispiel einmal im Jahr über meine Krankenkasse eine Art Wellness- und Erholungsurlaub, den die Kasse teilweise übernimmt.
  • Und nachdem ich mich darüber geärgert habe, dass es in manche europäische Länder dann doch keine Billigflieger gibt, verreise ich manchmal mit dem Bus: Unternehmen wie Eurolines bedienen ganz Europa.
  • Noch ein Extra-Tipp: Wer aus Kostengründen nicht alleine reisen möchte, sollte bei Google einmal den Begriff “Reisepartner” eingeben – hier findet man ein breites, ständig wechselndes Angebot an Möglichkeiten bis hin zu Mitbahnern und Mitfliegern.
  • Einen günstigen Flug und auch noch einen kostenlosen Reiseführer zum Download bietet Germanwings.
  • Wenn Sie nicht nur für Ihr Freizeitverhalten, sondern generell einmal ermitteln wollen, wofür Sie so alles Geld ausgeben, wo Ihr Geld also bleibt, dann benutzen Sie können Sie dafür eines der vielen Haushaltsbücher, einen Haushaltskalender oder “Budgetplaner” benutzen. Muster dafür werden von Behörden, Ministerien und Kreditinstituten angeboten.
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Zeitmanagement & Organisation

So setzten Sie beim sparen Prioritäten

Sparen bedeutet nicht zwingend Verzicht, aber es bedeutet auf jeden Fall Veränderung. Ich wollte sparen. In Stress ausarten sollte es aber auch nicht, es ging ja um die Freizeit und die sollte immer noch Spaß machen. Wo sollte ich also anfangen, etwas zu ändern?

Ich habe ganz einfach Prioritäten gesetzt: Ich habe bei den flexiblen Kosten überlegt, welche Aktivitäten mir wichtig sind. Das sind zum Beispiel diejenigen, die mir besonders viel Spaß machen. Und dann habe ich auch analysiert, welche meiner Freizeitaktivitäten weniger wichtig sind, etwa weil sie weniger Spaß machen.

Die Methode dazu stammt aus dem Zeitmanagement und wird Eisenhower-Prinzip (nach dem US-General Dwight Eisenhower) genannt. Eisenhower hatte ursprünglich seine Aufgaben je als “wichtig/nicht wichtig” und “dringlich/nicht dringlich” unterteilt. Diese einfache Technik hilft sonst vor allem im Berufsalltag, Prioritäten zu setzen. Das Eisenhower-Prinzip lässt sich aber auch ganz einfach auf die Freizeit übertragen, um Geld zu sparen! Es hilft Ihnen nämlich auch dort dabei, relativ schnell Ihre Prioritäten zu setzen.

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Zeitmanagement & Organisation

So wenden Sie das Eisenhower-Prinzip an

EisenhowerWenn Sie Ihre Freizeit mit anderen zusammen planen, etwa mit der Familie, sollte jeder für sich die folgende Methode durchspielen und man sollte dann gemeinsam das Ergebnis diskutieren.

  • Nehmen Sie ein Blatt und unterteilen Sie es in vier Felder. Diese nummerieren Sie von rechts nach links gehend und in der oberen Reihe beginnend mit A, B, C und D. Bemessen Sie dabei die Felder ausreichend groß, damit Sie Ihre gesamten Aktivitäten eintragen können.
  • Nun schauen Sie sich all Ihre Freizeitaktivitäten an, die Sie unter “flexible Kosten” in Ihr Excel-Tabellenblatt eingetragen haben. Übertragen Sie diese Kosten in die Felder des Eisenhower-Schemas.
  • Die oberen beiden Felder sind für Freizeitaktivitäten gedacht, die Ihnen viel Freude bereiten (etwa das Essen bei Freunden).
    • In Feld A tragen Sie alle Aktivitäten mit hohem Spaßfaktor ein, die gleichzeitig preiswert sind.
    • In Feld B tragen Sie jene Aktivitäten mit hohem Spaßfaktor ein, die jedoch viel Geld kosten – zum Beispiel den Familienbesuch im Freizeitpark.
  • Die unteren beiden Felder nehmen hingegen jene Aktivitäten auf, die wenig Spaß machen. Auch wenn es auf den ersten Blick erstaunlich erscheint, verbringen Sie möglicherweise aus Gewohnheit oder anderen Gründen Ihre Freizeit durchaus auch mit Tätigkeiten, die wenig Freude bereiten.
    • In Feld C tragen Sie diejenigen Aktivitäten ein, die zwar wenig kosten, aber Ihnen auch wenig Freude bereiten – z. B. wenn Sie beim Einkaufen stets auf der Suche nach billigen Schnäppchen zwar Geld sparen, davon aber völlig gestresst sind.
    • Feld D schließlich enthält jene Tätigkeiten mit niedrigem Spaßfaktor, die gleichzeitig auch noch teuer sind. Vielleicht zahlen Sie Monat für Monat Geld für das Fitness-Studio, gehen aber nie hin?
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Zeitmanagement & Organisation

So werten Sie das Eisenhower-Fenster aus

  • An den Tätigkeiten in Feld A brauche ich nichts zu ändern, denn diese Freizeitaktivitäten kosten nicht viel. Was hier steht, kann so bleiben, wie es ist. Vielleicht lassen sich diese Aktivitäten sogar noch etwas ausweiten?
  • Feld B hingegen ist persönliches “Problemfeld”: Diese Freizeitaktivitäten mache ich zwar gerne, aber sie kosten auch das meiste Geld. Hier muss ich also Alternativen finden. Ich könnte zum Beispiel Ausflüge organisieren, statt in den Freizeitpark zu gehen. Oder den Freizeitpark an meinem Geburtstag besuchen – viele Freizeitparks, manche Schwimmbäder und viele andere Einrichtungen gewähren Geburtstagskindern Rabatt oder gar freien Eintritt…

Apropos…

Eine Übersicht über solche Geburtstags-Rabatte findet sich auf www.gebura.de.

  • Die Aktivitäten in Feld C kosten zwar kein Geld, aber Zeit. Hier musste ich überlegen, ob ich meine Zeit wirklich so verschwenden will. Auf meinen Geldbeutel wird sich das allerdings weniger auswirken.
  • Und – man glaubt es kaum – in Feld D habe ich tatsächlich Aktivitäten gefunden, die teuer sind und mir dazu noch nicht einmal Spaß machen: Bei mir war es das Fitness-Studio. Klar ist Sport wichtig. Aber ursprünglich hatte ich mich angemeldet, weil alle anderen auch hingingen. Und dann gemerkt, dass es mir dort einfach keinen Spaß macht und ich deshalb nie hingehe. Statt das Geld ins Fitness-Studio zu tragen, habe ich angefangen, mir meine regelmäßigen Sportstunden selbst zu organisieren und mir zum Joggen, Walken, Inline-Skaten oder Radfahren einfach Gleichgesinnte zur gegenseitigen Motivation gesucht.Apropos…
    Und auch die Krankenkasse finanziert regelmäßigen Sport: Für spezielle Präventionssportarten finanzieren bestimmte Krankenkassen bis zu 90 % der Kursgebühr. Manche Krankenkassen übernehmen zum Teil auch die Kosten für das Fitness-Studio. Auch für das Sportabzeichen oder die Mitgliedschaft im Verein kann man bei manchen Kassen etwas bekommen. Einfach mal nachfragen – und ggf. die Kasse wechseln.
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Management, Motivation, Strategie

Typische Sparhindernisse

Wenn sparen so einfach wäre, hätte ich mein Vorhaben, sparsamer mit meinem Geld umzugehen, wahrscheinlich schon viel früher und ohne Planung in die Tat umgesetzt. Wahrscheinlich kennen Sie das jedoch auch: Fast immer gibt es Faktoren, die einen in irgendeiner Weise am Sparen hindern. Vielleicht ist man zu genervt, um etwas Neues auszuprobieren. Oder man hat keine Lust zu organisieren. Oder die Freunde und Bekannten ziehen nicht mit …

Ohne Eigeninitiative geht es nicht. Das habe ich gemerkt, als ich einen regelmäßigen Lauftreff organisieren wollte. Gefunden hatte ich Laufpartner über das Regionalforum von www.xing.com (eigentlich ein Businessforum, aber man kann sich hier über alle möglichen Themen austauschen. Neuerdings erfreut sich auch www.facebook.de steigender Beliebtheit).

Apropos…

Sportpartner kann man aber auch über Sportcommunities wie www.sportalis.de finden. Und ein Aushang im Supermarkt oder eine Anzeige in der örtlichen Zeitung erfüllen auch ihren Zweck.

Wir hatten einen regelmäßigen Termin vereinbart. Und dann ging drei Tage vorher die “Mailerei” los: Der eine konnte gar nicht, der andere nur etwas später, “kann überhaupt jemand?”, “wir treffen uns mal woanders” usw. Ich merkte schnell : Weil ich die Idee hatte, blieb auch die Organisation an mir hängen. Und wenn ich nicht jede Woche brav wieder gemailt hätte, wäre die Sache bald eingeschlafen. Doch allmählich ist daraus eine liebe Gewohnheit geworden.

Man muss den Gruppenzwang überwinden: Viele gestehen nicht gerne ein, dass sie sich etwas nicht leisten können oder wollen. Als ich zum Beispiel auf die Idee kam, im Sommer Picknicks zu veranstalten, weil das doch ein wenig günstiger sei als der Besuch im Biergarten, wurde ich irritiert angeguckt. Ich habe dann die Argumentation geändert, die preiswerte Freizeitalternative statt dessen als neuen Trend und besonders geniale Idee verkauft – und plötzlich waren alle begeistert

In der Freizeit solche Managementqualitäten zu entwickeln, statt vor dem Fernseher zu sitzen, zahlt sich aus: Es fördert Kreativität, Entscheidungsfreude, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und das Selbstbewusstsein, selbst etwas auf die Beine gestellt zu haben. Und abgesehen davon, dass diese Eigenschaften auch im Berufsleben von Vorteil sind, stellt sich nach einiger Hartnäckigkeit meist der Erfolg ein. Also heißt es, Geduld aufzubringen.

Der “innere Schweinhund”

Doch wo liegt der “innere Schweinehund” denn eigentlich genau begraben? Was genau hindert mich daran, einfach weniger Geld auszugeben? Warum fällt mir Sparen so schwer? Das wollte ich noch einmal ausführlich und schriftlich analysieren. Zu diesem Zweck schaute ich mir nochmals mein Prioritätenfenster genau an: Warum hatte ich bisher so lange an den Tätigkeiten in Feld D festgehalten, die zwar wenig Freude machen, aber teuer sind? Gerade diese D-Aktivitäten sind ein guter Indikator dafür, wo die Sparhindernisse tatsächlich liegen.

Ich merkte, dass ein wichtiges Sparhindernis bei mir darin lag, dass ich mich sehr an anderen orientierte. Und überlegte, aus welchen Gründen es mir noch so schwer fiel zu sparen. Am Ende erstellte ich eine Liste meiner persönlichen Sparhindernisse, die mir übersichtlich zeigte, warum mir das Sparen so viel Mühe machte. Ich beließ es jedoch nicht bei einer puren Auflistung, sondern notierte daneben auch gleich die mögliche Lösung. Das war wichtig, denn ich wollte mich ja nicht nur kritisieren, sondern produktiv etwas verändern! Meine Liste sah am Ende so aus:

Checkliste: meine persönlichen Sparhindernisse

Persönliche Sparhindernisse Das kann ich dagegen tun
Überangebot an Möglichkeiten Ich setze Prioritäten und finde heraus (Eisenhowerprinzip), was mir wirklich wichtig ist und worauf ich verzichten kann.
Vorbildfunktion von Freunden und Bekannten Ich mache mir klar, dass ich bestimmte Dinge nur tue, weil Freunde und Bekannte mir das vorleben.
Andere nicht von der Notwendigkeit des Sparens überzeugen können Ich verkaufe meine alternative Ideen anders: Ich sage nicht “wir müssen sparen” sondern “ich habe eine neue, originelle Idee.”
Freunde und Familie freuen sich über die Ideen, aber die Umsetzung hakt. Auch andere sind bequem. Ich muss andere Leute nicht nur von alternativen Ideen überzeugen, sondern auch für die Umsetzung sorgen. Und das bedeutet in der Regel, dass ich selbst etwas organisieren muss – die anderen ziehen dann meist mit.
Ich gebe Geld aus, um soziale Kontakte zu bekommen und zu erhalten Zu Hause herum zu sitzen, weil man zu wenig Geld hat, um neue Leute zu treffen, muss nicht sein: Ich suche in Internetportalen, per Anzeige oder Aushang gezielt nach Kontakten mit gleichen Interessen.
Ich verliere Geld durch Sparfallen, z. B. Lockangebote Ich gehe in den 1-Euro-Shop, weil es so schön billig ist und hinterher haben ich doch viel zu viel Geld ausgegeben. Deshalb: Nicht von den angeblich niedrigen Preisen verführen lassen, nur das kaufen, was ich wirklich brauche.
Bequemlichkeit Ich raffe mich einfach mal auf. Es lohnt sich!
Angst, etwas anders zu machen Was kann passieren? Wenn ich einfach mal etwas Neues wage, werde ich überrascht feststellen: Es läuft viel besser als gedacht!
Mangel an neuen Ideen Ich nutze Kreativitätstechniken, um auf neue Ideen zu kommen.
Simone Janson

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Management, Motivation, Strategie

Alternativen finden

Schließlich schaue ich mir Feld B noch mal an, denn da sind die Tätigkeiten versammelt, die mir das Sparen so richtig schwer machen: Sie sind teuer, aber sie machen mir Spaß. Da hilft nur Nachdenken: Welche Alternativen gibt es, die mir genau so viel Freude bereiten?

Das lässt sich natürlich nur von Fall zu Fall entscheiden. Ein paar Beispiele, die für mich funktioniert haben:

  • Theater und Oper: Ich gehe gerne ins Theater oder in die Oper. Tatsächlich bieten viele Theater- und Opernhäuser Last-Minute-Angebote. Außerdem erhält man bei Theatergemeinden durch ein Abonnement für einen geringen Monatsbeitrag bis zu 20 Prozent Nachlass auf den regulären Eintrittspreis.
  • Kino: An speziellen Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten ist der Eintritt günstiger, an Geburtstagen oft sogar kostenlos. Die gesamte Kinobranche in Deutschland hat sich darauf verständigt, zukünftig den Dienstag als einheitlichen Kinotag anzubieten.
  • Konzerte: Wenn ich Lust auf Live-Musik habe, gehe ich in die Kirche. Viele Kirchen bieten kostenlose Orgelkonzerte an. Und im Sommer gibt es zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen.
  • Bücher: Auch Bücher müssen nicht teuer sein. Sie können Bücher in der Stadtbibliothek ausleihen, im Freundeskreis tauschen – oder auf Sites wie www.abebooks.de und www.zvab.com günstig gebraucht kaufen – und nach dem Lesen auch wieder verkaufen. Auf www.bookbutler.de werden die Preise neuer und gebrauchter Bücher in verschiedenen Online-Shops verglichen.Kostenlose eBooks bietet das Project Gutenberg (englisch); das deutschsprachige Projekt Gutenberg-DE bietet klassische Texte im Volltext.Auf www.bookcrossing.com registrieren die Mitglieder Bücher, die sie dann “freilassen” (Read, Register, Release), “to travel the world and find new readers”. Jedes Buch erhält eine eigene BookCrossingIDentnumber, anhand derer man seinen Weg nachvollziehen kann. Die deutschen Support-Seiten finden Sie unter www.bookcrossers.de.Auf vorleser.net finden Sie zur Zeit ca. 450 Hörbücher im mp3-Format, kostenlos zum Download.

Es lohnt sich, neue Ideen zu entwickeln. Nur kommen die eben nicht angeflogen. Aber ich kann ein wenig nachhelfen und schaue mir dazu die Liste meiner Freizeitaktivitäten noch einmal an. Besonders die Tätigkeiten in Feld B sollen mich zu Ideen inspirieren. Dazu kann man ganz hervorragen Kreativitätstechniken wie Brainstorming oder MindMapp verwenden.

Simone Janson

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Management, Motivation, Strategie

Sparziele erreicht?

Tragen Sie Ihre Alternativen in die Spalte C des Excel-Blattes ein und in Spalte D, was sie kosten. freizeit(In die habe ich schon einige Werte eingetragen, aber die können Sie natürlich durch eigene Zahlen ersetzen.)

Die Vorlage kalkuliert dann am Ende automatisch, wie viel Sie insgesamt gespart haben. In Zeile 39 wird angezeigt, ob Sie Ihr Sparziel erreicht haben. Liegt der Wert bei 0, haben Sie das Sparziel erreicht. Wenn er negativ ist, haben Sie es sogar noch unterschritten. Ist er jedoch positiv, sollten Sie diese Summe noch einsparen.

Ich kann mich beglückwünschen: Ich habe meine Sparziel sogar um 38 Euro unterschritten.

Zum Schluss noch ein Tipp: Sparen beim Bahnfahren

Auch wenn die Bahn den Ruf hat, teuer zu sein, bietet sie doch erhebliches Sparpotential: Günstig ist es etwa momentan, für 29 Euro einfache Strecke von A nach B zu fahren. Die Plätze sind jedoch nur begrenzt vorhanden.

Aber es geht noch billiger: Wenn man drei Tage im Voraus bucht und eine Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen Hin- und Rückreise liegt oder wenn man über ein Wochenende oder am Wochenende verreist (sogenannte Wochenendbindung), spart man 50 % des Fahrpreises. Aber Achtung: Auch diese Plätze sind kontingentiert.

Wenn ich nicht mit der Wochenendbindung reise, kann ich, wenn ich drei Tage im Voraus buche, immerhin noch 25 Prozent Rabatt erhalten. Die Strecke muss jedoch in beiden Fällen länger als 100 km sein, es muss ein Fernzug dabei sein und Start- und Zielort müssen identisch sein. Man legt sich auch auf diese Verbindung fest – wenn man den Zug verpasst: Pech gehabt. Allerdings: Wenn ich nicht nur per Fernzug, sondern auch per Nahverkehrszug reise, kann ich diesen frei wählen. Und man kann die Fahrt für einen Tag unterbrechen. Es darf aber nur eine Nacht dazwischenliegen! Der besondere Clou: Wer die Bahncard 25 nutzt, kann den Fahrpreis nochmals um 25 % senken. Die Bahncard 50 hingegen bewirkt nichts. Reist man also oft mit diesem Angebot, lohnt sich die Bahncard 25 deutlich mehr.