Die Hölle sind die anderen” – dieser Satz des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre beschreibt treffend den Alltag von Arbeitnehmern, die täglich Schikanen ausgesetzt sind. Laut einem aktuellen Bericht der Initiative “Neue Qualität der Arbeit” sind 11 Prozent der Beschäftigten in Deutschland schon einmal drangsaliert worden – von Kollegen oder dem Chef. Zwar gibt es nicht das typische Mobbing-Opfer, doch sind besonders junge Berufstätige unter 25 Jahren sowie ältere Arbeitnehmer betroffen. Fast dreimal häufiger werden Frauen gemobbt als Männer, die mehrheitlich die Täter sind. Auf Dauer erträgt niemand solche persönlichen Angriffe ohne Blessuren. Die Reaktionen der Betroffenen reichen von körperlichen Beschwerden über psychische Störungen bis hin zum Selbstmord. Aber auch das Unternehmen hat Nachteile durch Mobbing: Der Produktionsausfall durch Mobbing beläuft sich Schätzungen zufolge allein in Deutschland auf über 4,4 Milliarden Euro pro Jahr.
Grundsätzlich sollten Betriebe dafür sorgen, dass Mobbing gar nicht erst auftritt – z.B. indem Sie die Arbeitsorganisation ändern. Denn: Monotone Arbeit, starker Druck oder Überforderung führen oftmals dazu, dass Beschäftigte ihren Frust an einem vermeintlich schwächeren Kollegen abreagieren. Wehrt sich dieser nicht sofort, kann die Ablehnung schnell zur systematischen Schikane werden.