Eine Personalberatung muss heutzutage rund 54 Kandidaten ansprechen, um einen geeigneten Kandidaten für eine zu besetzende Managementstelle zu finden. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der Personalberatungsgesellschaft Convenio AG hervor. Damit hat sich die Breite bei der Ansprache in den letzten zehn Jahren beinahe verdreifacht: Damals war es ausreichend, zwischen zehn und zwanzig Kandidaten zu kontaktieren. Als Gründe für diese Entwicklung nennt Convenio-Vorstand Karl Hecken die gestiegene Erwartungshaltung in Bezug auf weiche und harte Faktoren auf Arbeitgeberseite und ein viel stärker ausgeprägtes Selbstbewusstsein der Kandidaten als früher.
Ein Topkandidat, der um seine eigene berufliche Stärke weiß, stellt nach Erfahrungen von Convenio heutzutage viel höhere Ansprüche, bevor er einen Wechsel in Betracht zieht. Neben beruflicher Herausforderung, Karriere und Gehalt spielen dabei auch die persönlichen Lebensumstände, wie beispielsweise die berufliche Situation des Lebenspartners, eine viel stärkere Rolle.
Daher testet ein Personalberater heutzutage in der Regel zur Besetzung einer einzigen Position rund 80 potenzielle Kandidaten, von denen durchschnittlich 54 konkret angesprochen werden. Etwa 10 bis 15 davon überstehen die nächsten Prüfungsschritte, bevor es zu intensiven persönlichen Gesprächen mit dem Berater kommt. Maximal zehn Bewerber gelangen in die engere Wahl, die drei Besten bekommt das Unternehmen vorgelegt, das einen neuen Manager sucht.
Autor: Simone Janson
Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.
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