Berufebilder by Simone Janson

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Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Warum Gehaltsforderungen in der Wirtschaftskrise sinnvoll sind

Alle reden von Krise. Vor allem die Vorgesetzten, denn sie wissen, welche Signale sie damit an Ihre Mitarbeiter aussenden – nämlich: “Leute, arbeitet brav, haltet die Füße still und kommt mir blos nicht mit der Forderung nach mehr Gehalt.”

Doch Mitarbeiter, die etwas auf sich halten, sollten sich von solchen Attitüden nicht abschrecken lassen, denn genau darum geht es den Chefs ja in der Regel. “Jetzt erst recht!” – sollte die Devise viel mehr lauten. Denn besonders Fachkräfte mit speziellen Qualifikationen können trotz Krise vom Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt profitieren – und zwar nicht nur bei Neueinstellungen.

Arbeite viel und rede darüber

Doch der Geldsegen fällt in der Regel nicht vom Himmel: Auch wenn man jahrelang gut gearbeitet hat, nehmen Chefs das meist als Selbstverständlichkeit wahr. Daher denkt kaum ein Unternehmen daran, seinen qualifizierten Mitarbeitern freiwillig mehr zu zahlen.

Im Gegenteil: Vorgesetzte lernen sogar in Seminaren, Gehaltswünsche abzuwehren. Gerade deshalb sollten leistungsbereite Mitarbeiter selbst das Gespräch mit dem Chef suchen und dabei ihre hervorragenden Leistungen für das Unternehmen betonen.

Warum Gehaltsforderungen gut für die Karriere sind


Denn ein Gehaltszuwachs macht nicht nur persönlich zufriedener, sondern kann sogar die Karriere fördern: Wer viel für ein Unternehmen tut, unterstreicht mit der Forderung nach mehr Geld noch seine Leistungsbereitschaft. Denn für jedes Unternehmen ist es gerade in Krisenzeiten wichtig, dass die gut qualifizierten Mitarbeiter motiviert sind und nicht aus Frust über zu wenig Bezahlung innerlich kündigen.

Außerdem werden qualifizierte, gut bezahlte Mitarbeiter seltener entlassen, weil es schwieriger ist, sie zu ersetzen und eine entsprechend hohe Abfindung für das Unternehmen teuer werden kann. Allerdings: Alles mit Maß und Ziel. Die Forderung sollte der Branche und den persönlichen Qualifikationen entsprechen.

Allerdings: Gegenleistung wird erwartet

Wer mehr Geld will, muss seiner Firma aber auch etwas bieten. Das bedeutet, im Vorfeld entsprechendes Engagement zu zeigen und Zusatzaufgaben zu übernehmen. Doch nicht nur: Fachkräfte können häufig mit Spezialwissen oder besonderen Qualifikationen punkten, die für den Arbeitgeber nützlich sind.

Hier können Weiterbildungen helfen. Und Topleute mit guten Kontaken sind für jede Firma ein Imagegewinn. Frühzeitig Networking zu betreiben, zahlt sich später im Gehaltspoker also aus. Wer jedoch keinen solchen Mehrwert bietet, sondern lediglich unzufrieden ist und um jeden Preis seine Gehaltsforderung durchsetzen will, steht schnell auf der Abschussliste.

Alternativen zur Gehaltserhöhung


Eine Alternative zur Gehaltserhöhung kann eine leistungsbezogene Bezahlung sein, ein Modell, dass sich auch in Deutschland mehr und mehr durchsetzt. Dabei kann der Arbeitnehmer zusätzlich zum festen Gehalt ein leistungsabhängiges Plus bekommen.

Wichtige hierbei sind jedoch, das genau vereinbart wird, welche Ziele erreicht werden müssen, um das Plus zu bekommen. Für Arbeitnehmer bedeutet diese Vergütung jedoch immer auch das Risiko, weniger zu bekommen als mit einer fixen Vergütung.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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