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Erfolgsmotiviert oder misserfolgsmotiviert – was sind Sie?

In der Psychologie werden, was die Erwartung von Erfolg angeht, zwei völlig unterschiedliche Typen beschrieben, bei denen die Eigenmotivation nach völlig entgegengesetzen Mustern abläuft: Nämlich erfolgsmotivierte und misserfolgsmotivierte Menschen.

Erfolgsmotiviert

Zunächst gibt es die sogenannten „Erfolgsmotivierten“. Sie erwarten, dass sie Erfolg haben werden. Wenn der Erfolg dann tatsächlich eintritt, schreiben sie diesen der eigenen Leistung, ihren eigenen Fähigkeiten, aber auch eigener Anstrengung zu.

Bei Mißerfolg machen sie dafür sogenannte „zeitvariable“ Faktoren, also Faktoren, die sich im Laufe der Zeit auch wieder ändern können, dafür verantwortlich: Dann war es eben Pech, mangelnde Anstrengung oder ungünstige Rahmenbedingungen.

Misserfolgsmotiviert

Dann gibt es die sogenannten „Misserfolgsmotivierten“: Bei ihnen funktioniert es genau anders herum. Eigene Erfolge werden häufiger äußeren Faktoren wie Glück oder der leichten Aufgabe zugeschrieben. Misserfolge werden dagegen häufiger mit einem Mangel an eigenen Fähigkeiten begründet. Aus dieser Haltung heraus vermeiden Misserfolgsmotivierte oft Situationen, in denen sie eine bestimmte Leistung erbringen müssten.

Frauen sind in beruflicher Hinsicht oft misserfolgsmotiviert. Getreu dem Motto von Oscar Wilde, der zu keinem Club gehören wollte, der ihn als Mitglied aufgenommen hätte, sind sie oft ganz erstaunt, wenn andere ihnen mehr zutrauen, als sie sich selbst und Vorgesetzte sie für eine Beförderung vorschlagen. „Ich hatte eben Glück“, sagen sie dann oft.

Eine Niederlage ist noch kein Scheitern!

„Die Sozialisation führt dazu, dass für Frauen eine Niederlage Scheitern bedeutet, für Männer dagegen ein neues Spiel“, erklärt Trainer und Konflikt-Experte Claus Nowak. Zum Glück ist in dieser Hinsicht bereits ein Wandel zu verzeichnen. Immer mehr Frauen werden so erzogen, dass sie auch in ihrem Innersten beruflichen Erfolg für sich erwarten und zu ihren Fähigkeiten stehen können. So dienen sie wiederum als Role-Model für die nachfolgende Generation.

Fragen Sie sich ehrlich, welcher Typ sie sind. Wenn Sie zu dem Schluß kommen, dass Sie, was berufliche Erfolge angeht, eher „misserfolgsorientiert“ sind, sollten Sie sich Unterstützung bei einem Coach suchen und das Problem mit ihm oder ihr besprechen. Denn die eigene Haltung von „misserfolgsorientiert“ in „erfolgsorientiert“ zu ändern, ist nicht einfach quasi auf Knopfdruck zu bewerkstelligen, sondern ein schwieriger und langwieriger Prozess.

Isabel Nitzsche
Autor: Isabel Nitzsche

Isabel Nitzsche ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule. Sie arbeitet fürs Fernsehen und für Zeitschriften sowie als Trainerin und Coach, außerdem ist sie Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher (u.a. Spielregeln im Job. Wie Frauen sie durchschauen und sie für sich nutzen und Praxisbuch Konfliktlösung: Konstruktiv und selbstbewusst im Umgang mit Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern) und hat sich auf die Themen Job und Karriere spezialisiert, zu denen sie auch Workshops anbietet.

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