Sehr gut: Denn viele Perfektionisten sind auch Prokastinierer. Denn wer immer alles perfekt erledigen und immer etwas Großes und Innovatives leisten will, die typische Perfektioniste-Haltung eben, der weiß bald nicht mehr, wo er anfangen soll:
So sieht Prokastination aus
„Oh Gott, was ich alles zu tun habe, das schaffe ich nie!“ Kennen Sie dieses Gefühl auch? Der Berg an Arbeit, der sich da vor Ihnen aufgetürmt hat, scheint plötzlich unüberwindbar. Die beste Lösung wäre, einfach in kleinen Schritten damit anzufangen, den Berg abzutragen.
Genau damit haben Perfektionisten, die häufig nur in extremen Kategorien denken, jedoch Probleme: Häufig tun sie leider das genaue Gegenteil: Sie werfen plötzlich jede Vernunft und Ihren Zeitplan, sofern Sie vorher einen festgelegt haben, über Bord und beschäftigen sich mit völlig unwichtigen Dingen.
Blinder Aktionismus
Ja, sie schützen in geradezu blindem Aktionismus Geschäftigkeit vor, während sie Aufgaben, die eigentlich Priorität haben, immer weiter hinausschieben. Tatsächlich haben Managementberater festgestellt, dass mancher erschöpfte, hart arbeitende Workaholic bis zu 80 Prozent seiner Arbeitszeit mit eher unnötigen Tätigkeiten füllt:
Telefonate, unnötige Meetings, Herumtragen von Unterlagen oder das Herumspielen am Computer gehören zu den bevorzugten Ablenkungsmanövern. In vielen Fällen überprüft niemand, wie effizient ein Perfektionist wirklich arbeitet und auch diesem selbst ist der fehlende Sinn hinter vielen seiner Handlungen oft gar nicht klar.
Wie sieht es bei Ihnen aus?
Daher: Seien Sie mit sich selbst ehrlich! Haben Sie sich nicht auch schon dabei ertappt, eben etwas im Internet nachzuschauen, während Sie eigentlich eine wichtige Akte auf dem Schreibtisch liegen hatten? Und wie oft haben Sie sich schon mit dem Kollegen verschwätzt, obwohl Sie doch dringend einen wichtigen Kunden anrufen sollten? Vermutlich passiert das viel öfter, als Sie denken.
Ursachen
Und dann sollten Sie überlegen, was der Grund war, warum Sie die unliebsame Aufgabe immer wieder vor sich hergeschoben haben: Lag es nicht vielleicht einfach daran, dass Sie sich als typischer Perfektionist selbst zu viel Druck gemacht haben? Vielleicht wollten Sie es allen recht machen? Vielleicht haben Sie selbst zu viel erwartet?
Und als unbewusste Gegenmaßnahmen haben Sie die unangenehme Aufgabe immer weiter aufgeschoben. Perfektionismus also als Ursache von Perfektionismus. Mehr zum Thema Prokastination und Perfektionismus gibt es in meinem Buch “Die 110%-Lüge. Wie Sie mit weniger Perfektion mehr erreichen.“

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