Überraschenderweise kommt Perfektionismus nämlich nicht gut an bei Vorgesetzen. Denn die freuen sich zwar über die fleißigen Arbeitsbienen, die jeden Handgriff sofort erledigen, haben aber gleichzeitig keinen Respekt vor ihnen.
Eine Studie der RespectResearchGroup (RSG) an der Universität Hamburg, zeigt, warum das so ist: Menschen haben einfach bestimmte Vorstellungen davon, wie kompetente und respektable Personen sein sollten: Nämlich unter anderem vertrauenswürdig, verlässlich und fair.
Perfektion wirkt leider nicht souverän
Ein Perfektionist sendet leider ganz andere Signale an seinen Chef: Statt souverän durch seine Kompetenzen zu punkten, zeigt er mit seinem Bestreben, alles richtig und es jedem recht machen zu wollen, dass er von sich selbst gar nicht überzeugt ist. Warum sollte der Chef also seinen Fähigkeiten Vertrauen schenken?
Und auch verlässlich sind solch Menschen trotz aller Bemühungen nicht wirklich, denn der Schuss geht nach hinten los:Wer ständig aus Angst vor negativen Reaktionen jede Arbeit von Kollegen und Vorgesetzen klaglos übernimmt, hat schon aus zeitlichen Gründen bald ein Problem, all die anfallenden Arbeit zu erledigen.
… und auch nicht soverän
Wichtige Aufgaben werden dann immer weiter hinausgeschoben oder gar nicht mehr fertig. Das ist nicht besonders Produktiv: Der Wirtschaftsforscher Winfried Panse, Professor an der Fachhochschule Köln, hat sogar errechnet, dass angstgesteuerte Mitarbeiter mindestens 20 Prozent weniger Leistung erbringen.
