Berufebilder by Simone Janson

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Karriere & Erfolg » Kommunikation » Twemail oder so:
E-Mailen im Twitter-Neusprech

Diejenigen, die Twitter noch nicht kennen, sollten jetzt mal weglesen. Auch wenn es den Begriff Twemail, den ich dafür eigentlich passend finde, schon gibt: Man kann auch in einer E-Mail tiwttern.

Denn was macht Twitter so beliebt? Die Möglichkeit, sich in 140 Zeichen auszutauschen. Die Beschränkung setzt, so konnte ich bei meiner derzeitigen Recherche beobachte, ungeahnte Kreativkräfte frei.

Eine E-Mail Benachrichtigung an den Chef, dass man wegen Krankheit zu Hause bleibt, würde dann etwa so lauten:

(edit: nur Fürs Protokoll – ja, da muss dann noch die offizielle Krankschreibung folgen, das ist nur ein Beispiel, jetzt würde ich das Fußnotenplugin doch brauchen…)

Also, die E-Mail, lautet:

Sehr geehrter Herr XY,

ich muss heute wegen Krankheit zu Hause bleiben, weil mich vermutlich die Schweinegrippe befallen hat und ich niemanden anstecken möchte.

Mit freundlichen Grüßen

XY

Ergebnis: Ziemlich viel Zeitverlust für ziemlich wenig Inhalt. Bei Twitter geht das viel schneller, nämlich:

Bin heute krank, bleibe zu Hause #Schweinegrippe #Ansteckungsgefahr

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, da es sich hierbei um den normalen Twitterjargon handelt, kann man ruhig so informell sein und es versteht auch jeder Chef.

Die Frage, die sich mir nun stellte: Wann fangen wir an, auch so in E-Mails zu schreiben? Denn das würde die Kommunikation mit elektronischen Briefen erheblich verkürzen. Gerade weil E-Mails von vielen zunehmen als störend und anstrengend empfunden werden, ein wünschenswerter Effekt. Zumal man in der deutschen Sprache Sätze mit Nebensätzen unglaublich in die Länge ziehen kann. Mit #Hashtags bietet sich da ein angenehmer Abkürzungseffekt.

Das mag für manche der Untergang der deutschen Sprache und des Abendlandes sein – ich finde es einfach nur praktisch. Ein passender Fachbegriff dafür wäre für mich Twemail, das gibt es laut google allerdings schon.Bei Briefen (Twletter) oder Faxen (Twax) ist es da einfacher. Vielleicht hat ja noch jemand eine kreative Idee.

Dennoch sag ich einfach mal: Viel Spaß beim Twemailen!

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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