Je unsicherer viele Menschen sind, desto mehr reden sie, desto stärker fallen sie anderen auf die Nerven und erreichen umso stärker genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollen – nämlich gemocht zu werden. Ein guter Small Talk ist, wenn Sie hören und Ihr Gegenüber redet.
Zuhören!
Warum? Weil es beim Small Talk nicht ums Talken geht. Sondern um Anerkennung. Wir small talken, weil wir hungrig sind nach Anerkennung (auch wenn dieser Hunger bei den meisten Menschen unbewusst wirkt). Wer redet, wirkt vielleicht sympathisch. Wer zuhört, wirkt garantiert sympathisch. Je besser, desto mehr!
Wer zuhört, gibt Anerkennung auf die schnellstwirksame Weise. Wer zuhört und Fragen stellt, wie Hans. Eine Frage sagt dem Gegenüber: „Ich hab zwar auch viel zu erzählen, aber jetzt sag mal du. Ich hör dir zu. Du interessierst mich (die schönste Form der Anerkennung).“
Viele interessieren sich nicht fürs Zuhören
Und exakt an dieser Stelle offenbart sich, warum Menschen in technisch orientierten Berufen oft Probleme mit Small Talk haben (es gibt Ausnahmen). Viele sagen mir im Coaching oder Seminar: „Warum soll das, was eine Supporterin mir erzählt, wichtig sein? Die hat doch keine Ahnung von der Technik!“
Sind Ingenieure, Manager und Naturwissenschaftler generell small-talk-ungeeignet? Müssen sie immer draußen warten, während zivilisierte Menschen im Salon den gesellschaftlichen Austausch pflegen?
Bitte entschuldigen Sie die Polemik. Die Wahrheit ist: Einige der besten Small Talker, die ich kenne, sind Ingenieure. Warum halten diese, was eine Supporterin zu sagen hat, für wichtig? Die Frage ist ihre eigene Antwort: Beim Small Talk wird zwar auch geredet. Aber eigentlich geht es um Interesse.
5. Mai 2010 um 11:31 Uhr
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Danke!