Berufebilder by Simone Janson

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Karriere & Erfolg » Kommunikation » Geschlechterkampf im Büro:
Mars und Venus am Schreibtisch

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Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars – auch wenn dieses Klischee den Sachverhalt arg zuspitzt, stimmt doch eines: Das Kommunikationsverhalten von Frauen und Männern ist oft unterschiedlich. Daraus resultieren viele Missverständnisse – gerade im Berufsalltag.

Frauen sind in der Regel lieber indirekt als zu offen. Sie sind harmoniebedürftig und wollen ihr Gegenüber nicht verletzen. Daher halten sie ein deutliches, klares und direktes Verhalten oft für unhöflich.

Wenn Sie also etwas wollen, sagen sie das eher indirekt und vorsichtig – etwa “Vielleicht könnten wir…” Und sie neigen dazu, ohne Not und unaufgefordert Ihre Unzulänglichkeiten zu betonen, etwa indem sie sagen “Zu dem Thema habe ich schon hundert Bücher gelesen, bin mir aber immer noch unsicher.”

Groteskes Selbstbewusstsein

Männer hingegen neigen dazu, mit manchmal grotesk erscheinendem Selbstbewusstsein durch ihren Führungsalltag zu gehen. Sie sind eher direkt und auf Wettbewerb eingestellt. Wenn ihnen beispielsweise jemand widerspricht, brechen sie schnell einen Machtkampf vom Zaun: “Was fällt dem ein? Dem zeig ich’s aber!” sind die ersten Reaktionen.

Und sie haben keine Hemmungen, von „meiner Abteilung“ „meinem Laden“, oder „meinem Team“ zu reden für das „ich“ jemanden einstelle, selbst wenn bei näherem Hinsehen Einstellungsentscheidungen gar nicht von einer einzigen Person getroffen werden.

Höfliche Frauen

Die Probleme, die im Berufsalltag aus diesem Unterschied resultieren, sind oft ähnlich; Dr. Cornelia Topf hat sie in ihren mehr als zwanzig Jahren als Businesscoach in verschiedenen Firmen immer wieder erlebt: Vor allem die Frauen haben Probleme, sich im Job durchzusetzen.

„Frauen wollen oft höflich sein,“ erklärt die Managementtrainerin, die auch das Buch „Durchsetzungsfähigkeit für Frauen“ geschrieben hat. „Im Zweifelsfall wird das aber nur als höflich empfunden, wenn die Person vor mir das selbe Geschlecht wie ich hat und ich darum davon ausgehen kann, das sie ähnlich denkt, empfindet und handelt wie ich.“

Egoismus notwendig

Wenn Frau sich also durchsetzen will, muss sie klarer sagen, was sie will. Außerdem ist ein gewisses Maß an Egoismus notwendig, weiß Topf: „Verständnis für andere ist tendenziell gut und richtig“, sagt sie. Allerdings sollte „frau“ es nicht übertreiben: „Wer vor lauter Einfühlsamkeit mehr an die Bedürfnisse der anderen als an die eigenen denkt, schießt über das Ziel hinaus.“

Aber auch Männer müssten mehr auf die Bedürfnisse von Frauen achten, denn sie können durch diese neue Perspektiven gewinnen, rät die Managementtrainerin: „Männer und Frauen sollten an einem Strang ziehen, statt als Kontrahenten gegeneinander zu arbeiten. Und um die kommunikativen Differenzen zu beseitigen, ist Vertrauen nötig. Das muss man gemeinsam erarbeiten!“n

Teamarbeit auch für Unternehmen gut

Wenn Frauen und Männer erfolgreich zusammenarbeiten, ist das auch langfristig für das Unternehmen besser: So hat eine Analyse der Unternehmensberatung Mckinsey unter allen börsennotierten Großunternehmen in Europa ergeben, dass Unternehmen mit den höchsten Anteil von Frauen in Führungspositionen in den Jahren 2003 bis 2005 einen um 48 Prozent höheren Gewinn als der jeweilige Branchendurchschnitt hatten.

Auch die Managementberatung Accenture hat die 358 größtem Unternehmen aus 24 Ländern Europas analysiert. Je höher der Anteil von Frauen in Führungspositionen mit Personalverantwortung war, desto höher auch der Gewinn.

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Dieser Artikel erschien am 29.03.2011 bei RP-ONLINE: www.rp-online.de/beruf/arbeitswelt/Mars-und-Venus-am-Schreibtisch_aid_980855.html

Mehr zum Thema finden Sie in der Serie “Erfolg durch Mixed Leadership

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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1 Kommentare

  1. Ein wirklich spannendes Thema – die Frage ist, wie viel Verständnis ist genug? Ich habe öfter schon die Erfahrung gemacht, dass Frauen ihre eigenen Bedürfnisse gar nicht erkennen. Sie haben oft nur ein vages Gefühl, dass sie mit dem Umgangston im Unternehmen vielleicht nicht ganz glücklich sind. Wie lässt sich dann an der eigenen Situation etwas ändern? Das stelle ich mir ehrlich gesagt etwas schwierig vor.

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