Berufebilder by Simone Janson

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Job- & Personalsuche » Bewerbung & Recruiting » Xing ist out, Facebook ist in, Datenschutz ist unwichtig:
Karriere-Trends 2011

Xing ist out, Facebook wird zum In-Netzwerk und auch an den fehlenden Datenschutz haben wir uns längst alle gewöhnt – das ist nur ein Trend von vielen. Ich habe hier die aus meiner Sicht wichtigsten Karriere-Trends für das kommende Jahr 2011 zusammengestellt.

Starke Positionen für Bewerber

Es gibt wieder Aufträge und Jobs! Bewerber sind so gefragt, dass die positive Resonanz auf Initiativbewerbungen schon jetzt steigt. Gleichzeitig fragen Unternehmen verstärkt, wer aus ihrer Belegschaft Freunde für Neueinstellungen empfehlen kann. Die Zahl der Bewerbungen pro Ausschreibung sinkt und die Chance des Einzelnen steigt. Das zieht automatisch auch höhere Gehälter nach sich. Angestellte schauen neidisch auf frisch eingestellte Spezialisten, die z.B. zuvor freiberuflich gearbeitet haben und ihre Forderungen leicht durchsetzen können.

Netzwerk-Flucht: Du kriegst mich nicht!

Im Zuge der erhöhten Bewerbernachfrage dreht sich auch der Social-Networking-Trend. „Du kriegst mich nicht!“ – Das denken sich immer mehr Xing-Mitglieder, die in ihren Jobs gut aufgehoben sind und es satt haben, dauernd angeworben zu werden oder Kontaktanfragen von Leuten bekommen, die die 5.000-Kontakt-Grenze längst überstiegen haben. Da geht der moderne Jobsucher doch lieber ins internationalere Linkedin.com, wo eine Kontaktesammlung in der  Xing-Sammel-Manier unüblich ist. Wer gar keinen Job braucht, sondern vor allem Vitamin B pflegen will, wandert ab zu Facebook – da lassen sich Interessen viel besser teilen. Und daran, dass unsere Daten unsicher sind, haben wir uns doch sowieso alle längst gewöhnt!

Jobs gezwitschert

Die Online-Stellenmärkte schmelzen dahin – stattdessen setzen Unternehmen vermehrt auf Anwerben über Twitter. Die Firmen wissen schon, warum Sie auf Twitter setzen:  Wer hier aktiv ist, ist besser informiert und weiß, was morgen kommt. Twitterer gelten als offener – und offene Menschen brauchen die Unternehmen der Zukunft, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Schade nur, dass die Quote der Twitter-Account–Inhaber mit 8,7% noch vergleichsweise gering ist (eCircle-Studie) und viele der neuen, spannenden Jobangebote somit ins Leere laufen.

Schneller und spezieller

Der Trend lässt sich nicht mehr umkehren, ist aber dennoch noch nicht in den Köpfen angekommen: Berufe im tertiären Sektor sterben und erholen sich auch nicht mehr von ihrem prekären Lohn-und Gehaltsniveau. Einfache Dienstleistungen, selbst in früher akademischen Bereichen wie zum Beispiel Support, Systemadministration, mancher Beratung und Programmierung (nicht Entwicklung!) verschwinden vom (deutschen) Markt.  Angestellte und Selbstständige müssen sich neu positionieren und in den quartären Sektor wechseln, dort wo Wissen und Kreation im Vordergrund steht – etwas, das kein Computerprogramm ersetzen kann.

Kopf- und Kreativleistungen werden wichtiger, dafür verbilligt sich die Umsetzung. Beispiel: Während früher für Layout-Tätigkeiten Designer gefragt waren, die bestimmte Programme beherrschten, kann Layout dank der Vereinfachung von Programmen heute von fast jedem erledigt werden. Auch Organisation und Koordinierung ist zunehmend gefragt – die Zahl der Projektmanagementstellen steigt deshalb weiter. Da Effizienz dabei zentraler wird, gilt es hier mit Methodenwissen zu punkten, am besten zertifiziert.

Neue Jobprofile

Im Zuge dieser Trends entstehen auch neue Jobs, z.B. Twitter-Coaches und Social-Media-Manager.  Ein prägnanter Vergleich zeigt: Fast 28.000 Stellenangebote von 1,2 Millionen bei Kimeta.de richten sich inzwischen an Experten für Social Media, nur noch rund 2.000 an Systemadministratoren. Zugleich verändern sich die Anforderungen nicht nur an die Technik, sondern auch an Marketing, Personal und Vertrieb, stark beeinflusst vom Internet und durch Möglichkeiten, die etwa das Neuromarketing bietet.

Bitte bindet euch!

Während die Arbeitnehmer vermehrt ausschwärmen, um bessere Jobs zu finden, versuchen Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu halten  und an sich zu binden. Dabei sind sie gezwungen, sich mehr Gedanken über Motivation zu machen – die in vielen Unternehmen praktisch auf der Strecke bleibt. Das Auto, lange Zeit Lockmittel Nummer 1, verschwindet in nicht mehr zeitgemäßen Dienstleistungsverordnungen. Iphone und UMTS-Karte bieten auch schon lange keinen Motivationskick mehr. Es bleibt nur eins: Arbeitgeber müssen mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit- und Ortsgestaltung bieten – und spannende Aufgaben.

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