Berufebilder by Simone Janson

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Existenzgründung » Medien & Web 2.0 » Zum Sterben der Frankfurter Rundschau – makabere Spielchen um ein iPad:
Wette gewonnen, Patient tot!

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Totgesagte leben länger heißt es ja. Nun ja, leider in diesem Falle nicht! Anlässlich des letzten Düsseldorfer Twittwochs Anfang März hatte Jochen Mai noch über Spekulationen bezüglich berichtet, die das Ende diverser Printmedien betreffen. Nun, einen Monat später ist es soweit: Das erste Traditionsmedium steht vor dem Aus.


Ich geben zu, die Geschichte ist ein wenig makaber. Wenn man das vom heutigen Standpunkt aus sieht jedenfalls. Als Jochen Mai am 0März in der Wirtschaftswoche seinen Beitrag zum Düsseldorfer Twittwoch veröffentlichte, las sich das noch ganz lustig.

Welche Zeitung stirbt als nächste?

Von wilden Spekulationen war da die Rede, welche der großen Zeitungen denn spätestens 2013 als nächstes eingestellt werde. Schließlich war das Thema der Veranstaltung nichts geringeres als die Zukunft der Medien, über die Agentur-Veteran Thomas Koch, Video-Journalist Markus Hündgen und Roland Tichy, Chefredakteur der WirtschaftsWoche, eifrig diskutierten.

Und wie standen die Wetten? Mai schreibt dazu:

Videopunk Markus Hündgen tippte auf die “Frankfurter Rundschau”, Medienberater Thomas Knüwer dagegen auf seinen alten Arbeitgeber, das “Handelsblatt”. Aus gut informierten Kreisen weiß ich, dass hierzu bereits eine Wette unter Bloggern und Medienschaffenden läuft. Der Einsatz: Gerüchten zufolge eine iPad 2.

Wenn aus Spaß Ernst wird

Nur weniger als einen Monat später ist aus der witzigen Geschichte leider traurige Realität geworden.

Die Süddeutsche Zeitung vermeldete gestern, dass die gesamte überregionale Berichterstattung für die Frankfurter Rundschau künftig aus Berlin kommen soll – und zwar von der ebenfalls zum Kölner Verlag M. DuMont Schauberg gehörenden Berliner Zeitung. Nur der Lokalteil soll weiterhin aus Frankfurt kommen.

Und wer hat die Wette gewonnen?

Die Geschäftsführung hat den Weg frei gemacht für betriebsbedingte Kündigungen. Von 40 bis 50 Stellen, die wegfallen sollen, ist die Rede. Morgen sollen die Mitarbeiter über Details informiert werden. Da ich die Details nicht kenne, frage ich mich nun: Gibt es da tatsächlich eine Wette, die nun als gewonnen gilt? Und wer darf sich tatsächlich über ein neues iPad 2 freuen?

Übrigens: Aussagen speziell über das Ableben der Frankfurter Rundschau hat 2009 bereits Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel getroffen. In einem Interview hier im Blog sagte er:

Und natürlich können Tageszeitungen ihre Verluste im Internet nicht voll kompensieren – sie brauchen neue Geschäftsmodelle, eine neue Ausrichtung. Mit den bisherigen Modellen kann zum Beispiel eine so gesichtslose Zeitung wie die Frankfurter Rundschau nicht überleben.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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